Gaza-Ägypten: Flüchtlingshilfe unter dem Radar
Shownotes
Direkt hinter der Grenze zu Ägypten stehen viele Wohnblocks leer, die im Rahmen des Baubooms entstanden sind. Jetzt sind dort Geflüchtete aus Gaza untergekommen. Sie haben so zumindest ein Dach über dem Kopf. Der ägyptische Staat will Bilder von Zeltstädten in der touristisch wichtigen Region vermeiden. Die katholische Kirche hilft mit Lebensmitteln, Decken und Schulunterricht für die Kinder. Allerdings tut sie das sehr leise und dezent, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Kristina Balbach hat die Region schon oft bereist und konnte jetzt mit ihren Kontaktpersonen dort sprechen - wenn auch nur am Telefon oder Bildschirm.
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00:00:00:
00:00:04: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.
00:00:13: Nach Ägypten geht es in der zweiten Februarfolge der Reisewarnung.
00:00:17: Und ganz genau geht es dort nach Al-Arish.
00:00:20: Bei mir im Studio ist wieder Christina Baalbach.
00:00:23: Hallo.
00:00:24: Hallo.
00:00:25: Wo genau liegt denn dieser Ort?
00:00:28: Der liegt auf dem Sinai, eigentlich ganz im Norden.
00:00:32: Riesiges Gebiet Senai.
00:00:34: Und du bist aber nicht dort gewesen.
00:00:37: Alle, die die letzte Folge gehört haben, wissen auch warum.
00:00:40: Du hast nämlich vom Schreibtisch aus ganz viel in Erfahrung bringen können über die Lage der Menschen, die aus dem Gaserstreifen genau dorthin fliehen konnten.
00:00:51: Wie hast du das gemacht, dieses Recherchieren vom Schreibtisch aus?
00:00:54: Das ist immer total schade eigentlich, das vom Schreibtisch aus machen zu müssen, weil es lebt ja von Begegnung und man muss die Leute fragen und das sehen und mit den Leuten reden.
00:01:03: Praktischerweise war ich schon mal in Ismailia, der großen Stadt, die am Tor zum Sinai liegt.
00:01:12: Also Ismailia ist die große Stadt und die sagt... Ob den wir gerade genannt haben?
00:01:15: Al-Ari, genau, der ist ein bisschen weiter weg, aber ich war in der Gegend schon, das war im Jahr two-tausend neunzehn.
00:01:22: Und deswegen habe ich da auch ein Bild dazu und weiß, wie es da aussieht.
00:01:27: Das hilft dann natürlich schon mal.
00:01:29: Aber ja, ich konnte für diese Geschichte nicht hinfahren.
00:01:33: Unsere Partner haben auch darum gebeten, dass wir es nicht so machen, weil sie einfach ihre Arbeit in Gefahr sehen.
00:01:40: Wären wir vielleicht gleich noch darüber sprechen, die... Ägyptische Kirche arbeitet grundsätzlich immer sehr unter Beobachtung der Regierung und in diesem Fall mit Geflüchteten noch viel mehr.
00:01:52: Und sie sind gerade ganz froh, dass es läuft, sage ich jetzt mal, und dass sie da unbehelligt ihre humanitäre Hilfe leisten können.
00:01:59: Und wenn da jetzt einer einmarschiert mit Kamera und
00:02:05: Schreibblock
00:02:05: in meinem Fall, ist das dann vielleicht etwas zu auffällig.
00:02:10: Also die fliegen sozusagen unterm Radar.
00:02:13: Ja.
00:02:14: Du hast aber eine ganze Menge rausbekommen.
00:02:16: Und zwar hast du auch eine Reportage geschrieben für Smithio Magazine über deine Recherchen und beginnst mit der Geschichte von Wissam.
00:02:27: Wissam.
00:02:27: Mhm.
00:02:29: Magst du die Geschichte mal kurz erzählen?
00:02:30: Ja.
00:02:31: Wissam ist ein Geflüchteter aus Gaza.
00:02:36: der es über die Grenze bei Raffach nach Ägypten geschafft hat, weil er verletzt war.
00:02:41: Das finde ich absolut
00:02:43: absurd, warum schafft das, wenn er verletzt?
00:02:45: Die Grenze war nie ganz zu, die Grenze war für gewisse Fälle immer geöffnet, für gewisse humanitäre Lieferungen in die eine Richtung und Verletzte konnten auch in die andere Richtung dann zu medizinischer Versorgung gebracht werden.
00:03:00: Das hat er geschafft, er wurde allerdings vorher getrennt von seiner Familie, er hat auch erzählt, dass er Vater geworden ist, kurz vorher.
00:03:07: Das Baby ist noch ganz klein, zwei Monate, es war viel Chaos, es waren Wirren, er hat am Ende seine Frau nicht mehr gefunden, das Baby auch nicht mehr.
00:03:18: und auch seine Mutter verloren auf dieser Flucht.
00:03:21: Also verloren wie ihn weiß nicht wo sie ist.
00:03:23: Richtig, er weiß nicht wo die sind, er weiß nicht wie es ihnen geht, er hat ein Handy.
00:03:29: Aber er kann unter der Nummer jetzt niemanden erreichen, aktuell.
00:03:32: Und Anrufe jetzt zur weiteren Verwandtschaft hat er natürlich gemacht, aber sind sehr teuer wohl auch.
00:03:38: Und man hat auch nicht immer Netz.
00:03:40: Je nachdem, wo man dann ist in Gaza, deswegen sitzt er jetzt in Al-Arish.
00:03:45: Das ist diese Stadt hinter der Grenze auf der ägyptischen Seite.
00:03:50: Hat ein Dach überm Kopf und eine Matratze und ihm geht es aber trotzdem nicht gut natürlich.
00:03:55: Und will dringend nach Hause wahrscheinlich?
00:03:57: Er will nur nach Hause wohl.
00:03:58: Unser Partner, der mir das erzählt hat, meinte, er hätte großes Heimweh.
00:04:04: Und der Partner, der euch das erzählt hat, war wer?
00:04:07: Das ist der Bischof Anbarpola.
00:04:09: Der hat einen ganz schönen langen Namen, soll ich ihn einmal sagen.
00:04:11: Ja,
00:04:12: bitte.
00:04:12: Ich habe
00:04:12: ihn mir extra notiert.
00:04:14: Vor allen Dingen muss ich es da nicht sagen.
00:04:17: Bischof Pola Ayub Mata Usama Shafik Ahnuk.
00:04:21: Schön.
00:04:22: Der Bischof von Ismailiyah.
00:04:24: Und wenn du mit ihm ein Interview führst, dann sprichst du ihn auch genau so an.
00:04:29: Nein.
00:04:30: Natürlich nicht.
00:04:31: Was sagst du dann?
00:04:32: Ja, Bischof.
00:04:34: Ja, Bischof, genau.
00:04:35: Ist ein ganz wirklich sehr netter und enger Kontakt.
00:04:39: Wir kennen ihn schon lange.
00:04:41: Er war früher in Asiut auch schon und ist jetzt eben Bischof von Ismailia.
00:04:47: Und das war eine wahnsinnig große DLC-Sell.
00:04:51: Ich glaube, das sind, ich hab's irgendwo stehen, zweihunderttausend Quadratkilometer.
00:04:59: Das ist quasi ein Fünftel der Gesamtfläche Ägyptens.
00:05:04: Und das ist eben in seinem Bereich.
00:05:06: Und dadurch, dass eben der Sinai grenzt an die südliche Grenze von Gaza, haben sich da jetzt auch besondere Aufgaben gestellt für die Kirche in Ägypten.
00:05:15: Die Menschen dort sind Geflüchtete, aber für die ägyptische Regierung heißen sie nicht Geflüchtete.
00:05:23: Du erzähl noch mal, wie die heißen, weil ich finde, das lässt sehr tief blicken.
00:05:27: Ja, das habe ich auch jetzt erst gelernt.
00:05:30: Man nennt sie Hang on Borders, weil das sind die, die an der Grenze festhängen.
00:05:37: Und zwar eigentlich auf beiden Seiten.
00:05:40: Dazu ist vielleicht interessant zu wissen, dass Ägypten eh auch mit vielen Geflüchteten zu tun hat, auch aufgrund seiner Lage.
00:05:51: Allein neun Komma fünf Millionen sind als Zahl jetzt genannt, es sind Weiß gar
00:05:56: nicht,
00:05:56: ob nur wenige sind auch registriert und haben deswegen offizielles Bleiberecht.
00:06:01: Und die überwiegende Mehrheit stammt aus dem Nachbarland Sudan natürlich wegen des Kriegs.
00:06:07: Aber auch andere Kriege und Konflikte in Ostafrika.
00:06:10: Jemen ist nicht weit.
00:06:11: Syrien hat viele Geflüchtete nach Ägypten gebracht.
00:06:14: Und nun eben auch der Krieg in Gaza.
00:06:18: Und die ägyptische Regierung hat kein großes Interesse daran.
00:06:22: dass sich da die Menschen ansiedeln, auch nicht in Zeltstätten.
00:06:26: Das ist ganz interessant, das ist so ein wenig ein Sonderkonstrukt, weil in Ägypten wurde über Jahre viel gebaut.
00:06:34: Stimmt, darüber haben wir mal eine Folge gehabt vor ein paar Jahren.
00:06:38: Ja, das durfte ich selbst in Ägypten auch schon so sehen, dass eine große Aufbruchstimmung der Präsident, als er damals auch an die Macht kam, als die Sie, das war das, glaube ich.
00:06:49: Da ging so ein Bauboom los.
00:06:51: Stimmt, wir haben damals gesagt, wer sollen da alles einziehen?
00:06:54: Genau, weil gleichzeitig natürlich die ägyptische Gesellschaft unter einer Wirtschaftskrise leidet und eigentlich überhaupt kein Geld vorhanden ist.
00:07:02: Und aus diesem Grund auch gibt es sehr viele leerstehende Wohnblocks.
00:07:07: Und da hat man jetzt auch diese
00:07:10: auch da an der geflüchteten
00:07:11: Einquartier, die es auf die ägyptische Seite geschafft haben, weil man eben auch keine Zeltstädte sehen möchte und auch sonst keine Verpflichtungen möchte.
00:07:19: Die wurden da eingquartiert, es gibt aber da keine Möbel, keine Betten, keine Decken.
00:07:25: Es fehlt oft natürlich an grundsätzlichen, an Nahrung und Medikamenten.
00:07:32: Klingt aber trotzdem erst mal besser als Zeltstadt.
00:07:35: Klingt erst mal besser als Zeltstadt, aber dieser Fall Wissam hat das ganz schön für mich deutlich gemacht.
00:07:42: Und darüber im Kopf ist vielleicht mehr als andere in der Situation haben, aber trotzdem trägt er natürlich seine Geschichte mit sich und ihm geht es nicht gut und erst traumatisiert und möchte seine Familie finden und eigentlich zurück nach Gaza.
00:07:57: Und aus dieser Stadt weggehen könnte er ja auch nicht, oder?
00:08:01: Die Grenze ist dicht.
00:08:02: Und die dürfen dann nicht in Ägypten frei sich bewegen?
00:08:05: Er kann natürlich schauen, wer es irgendwie möglich machen kann, versucht nach Cairo zu kommen und sich vielleicht so durchzuschlagen.
00:08:12: Oft ist es so, dass sie ja gar keine Papiere haben und dann haben sie auch keinen Status und dort werden sie versorgt jetzt für den Moment und sind natürlich in Grenz näher und hoffen auch darauf, dass die Grenze wieder geöffnet wird.
00:08:27: Israel hat das ja auch schon in Aussicht gestellt und dann wieder verschoben, aber das ist auch so.
00:08:32: die Hoffnung der Menschen, also die meisten würden dann eigentlich gerne zurück und vielleicht nach ihren Familienangehörigen suchen.
00:08:39: Also sie hängen an den Grenzen fest, heißt, sie wollen eigentlich wieder rein ins Land, sobald es möglich ist.
00:08:46: Manche wollen vielleicht auch raus, je nachdem, wer jetzt besser ausgebildet ist, sagt, ich versuche es vielleicht doch in Cairo, kommt aber auch nicht raus.
00:08:53: Also die Menschen wissen nicht genau, was sie morgen erwartet.
00:08:56: Ist die Grenze irgendwann geöffnet oder ist sie es nicht?
00:08:59: Und bis dahin geht es ums Überleben.
00:09:01: Die, die raus wollen, das sind die, die im Süden Israels auch in einem Flüchtlingslager direkt an der Grenze leben.
00:09:08: Ja, da haben sich auch viele eingerichtet, Zehntausende unter Planen von Chanyounis bis Rafach runter, das sind ja alles Zeltstädte.
00:09:18: Aber auf der anderen Seite der Grenze sind die Menschen in diesen leer stehenden Wohnblöcken untergebracht?
00:09:25: Was natürlich so viel mehr ist, als andere haben.
00:09:29: Allerdings ist es natürlich... Ja, es fehlt an allem und es sind zusammengewürfelte
00:09:35: Gruppen,
00:09:35: es sind teilweise alleinreisende Kinder oder Jugendliche, dann dort auch zusammen untergebracht mit alleinreisenden Männern, mit Babys.
00:09:45: Es gibt überhaupt keine Privatsphäre, es gibt keine Sicherheit in diesen Unterkünften.
00:09:49: Es ist einfach das Dach über dem Kopf.
00:09:52: Man ist nicht im Freien und es kommt eben Hilfe durch die Kirche.
00:09:55: Das wollte ich gerade fragen, wie helfen die denn?
00:09:57: Wir haben ja eben schon gesagt, sie helfen so ein bisschen unter dem Radar, also es ist keine offizielle Flüchtlingshilfe.
00:10:04: Es ist und das kann die Kirche in Ägypten sehr gut, weil sie es eben gut kennt.
00:10:09: Vielleicht müssen wir so ein bisschen die Vorgeschichte noch anschauen, dass... die Kirche in Ägypten oder Christen in Ägypten nicht immer einen einfachen Stand hatten.
00:10:17: Also über viele Jahre waren sie auch bedroht, galten auch immer als Bürger zweiter Klasse.
00:10:23: Es standen nicht alle Wege und alle Berufe für sie offen.
00:10:27: Das hat sich so ein bisschen verbessert unter Präsident Assisi und es wurde schwutzversprochen für die Kirche.
00:10:35: Aber natürlich zu den Bedingungen, die dieses Regime vorgibt, also schon auch möglichst die Füße stillhalten und dann klappt es auch.
00:10:45: Und das ist eben genau der Punkt.
00:10:47: Wenn da jetzt keine große Aufmerksamkeit erregt wird, dann lässt man die Kirche auch machen und das ist das, was sie gerade tun können mit eigenen Teams.
00:10:57: Da wird auch wirklich nach Ismailia gefahren in die Stadt mit Transportern.
00:11:02: Da werden dann Matratzen gekauft, das Essen besorgt, Windeln besorgt und das fahren dann die Teams auch wieder zurück und liefern es aus.
00:11:09: Also momentan noch auf diesem Niveau wirklich der grundsätzlichen Versorgung.
00:11:15: Bischof Anbarpola meinte schon, natürlich wollen sie in einem nächsten Schritt auch wieder mehr schauen.
00:11:19: Was machen wir mit den Kindern?
00:11:21: Schule,
00:11:22: Schulmaterial
00:11:23: wird schon besorgt.
00:11:24: Also
00:11:24: das klingt immer so so.
00:11:26: nach erhobendem Zeigefinger, aber Schule ist total wichtig.
00:11:29: Richtig, total wichtig.
00:11:30: Und Schulmaterial wird bereits besorgt, es geht aber darum, das dann noch zu institutionalisieren, kann irgendwo Unterricht stattfinden.
00:11:39: Als nächstes muss man natürlich auch in die psychosoziale Versorgung gehen und schauen, wie geht es den Menschen mit ihren Traumata?
00:11:46: über was müssen sie sprechen.
00:11:48: Das sind alles so die nächsten Schritte, aber auf diesem Niveau hat die Kirche angefangen und wir unterstützen das vor dem Winter schon angefangen, das zu unterstützen, dass das zumindest jetzt erst mal anläuft.
00:12:02: Du hast in der Reportage auch was geschrieben, dass die unter Beobachtung des Inlands Geheimdienstes sind.
00:12:12: Warum?
00:12:14: Wir hatten ja in der letzten Folge schon drüber gesprochen, dass der ägyptische Geheimdienst des im Blick hat, weil es natürlich grenznah ist.
00:12:22: Ägypten hat kein Interesse daran, dass irgendwelche Hamas-Terroristen sich da Unterschlupf suchen und da irgendwie überdauern.
00:12:31: Und natürlich ist der Sinai auch ein touristisch sehr beliebtes Gebiet im Süden.
00:12:36: Es gab immer mal wieder Anschläge auch in der Region.
00:12:40: Und da hat man auch eine Interesse daran, dass das möglichst ruhig bleibt in der Gegend.
00:12:46: Damit die Touristen weiterhin kommen.
00:12:48: Das ist total wichtig für Ägypten.
00:12:50: Wegen der wirtschaftlichen Lage auch,
00:12:52: die sowieso schlecht ist.
00:12:54: Das heißt, die Grenze ist dicht und beide Seiten wollen sie dicht halten, also sowohl Ägypten als auch Israel, weil sie Angst haben, dass Hamas Terroristen in welche Richtung auch immer diese Grenze überqueren könnten oder waffenreien Terroristen raus.
00:13:11: Richtig.
00:13:12: Und natürlich geordnete Flüchtlingsströme sind ein Thema und auch humanitäre Hilfe, wie wir jetzt erfahren haben.
00:13:20: Da war die Grenze schon immer auch nur zeitweise durchlässig für die Lastwagen.
00:13:25: Das wird alles sehr kontrolliert von der israelischen Regierung.
00:13:28: Was kommt da rein?
00:13:29: Und wer kommt raus?
00:13:30: Richtig.
00:13:30: Wobei die haben ja keinen Stempel auf der Stirn.
00:13:32: Ich bin Terrorist und ich bin keiner.
00:13:35: Ja, das ist schwierig.
00:13:36: Und natürlich dauert es dann auch mit der humanitären Hilfe für Gaza.
00:13:40: Da sieht man ja auch immer wieder die Bilder, dass sich die Lastwagen staunen, bis dann wirklich alle Kontrollen durch sind und dann die Hilfe durchgelangen kann.
00:13:49: Das ist natürlich auch etwas, das die israelische Regierung dort auferlegt.
00:13:54: Das ist wirklich das einzige Nadel, oder durch das überhaupt humanitäre Hilfe ins Land kommt, oder?
00:14:01: Das ist das Haupteinfallsturm.
00:14:03: Weißt du, wie viele Menschen aus Palestina denn tatsächlich nach Ägypten fliegen konnten?
00:14:10: Also es gibt eine offizielle Zahl der palästinensischen Botschaft in Cairo, die nennen so um die hunderttausend Palästinenser, die es nach Ägypten geschafft haben.
00:14:22: Aber es gibt auch noch neun Komma, irgendwas Millionen Geflüchtete aus Nachbarländern, vor allem aus dem Sudan, haben wir eben schon mal gesagt.
00:14:31: Insgesamt ja.
00:14:33: Wie reagieren denn die Menschen der Bevölkerung darauf?
00:14:35: Ich meine gleichzeitig ist da ja eine Wirtschaftskrise.
00:14:37: Also Ägypten ist ja ein großes Land.
00:14:39: Es sind ungefähr hundertsechzehn Millionen Einwohner.
00:14:43: Knapp zehn Millionen sind Geflüchtete.
00:14:45: Und durch die Lage natürlich in dieser Konfliktregion können da ja auch immer mal wieder mehr dazu kommen.
00:14:53: Ich denke, das ist so im Fluss.
00:14:55: Also aus dem Sodan-Lüften noch eine ganze Menge nachkommen.
00:14:57: Auf jeden Fall.
00:14:59: Auf jeden Fall.
00:15:00: Und Ägypten leidet schon seit Jahren unter einer immensen Wirtschaftskrise, also es hat mir auch Bischof Anbapola erzählt, ich habe es jetzt nicht mehr im Kopf, aber er hat mir die Zahlen genannt, für ein Kilo Zucker, für Fleisch, alles ist wahnsinnig teuer geworden.
00:15:14: Und tatsächlich hat er mir auch gesagt, es ist ein Zitat von ihm, dass die ägyptische Mittelschicht zunehmend in die Armut fällt.
00:15:24: Und da kann man sich natürlich ausmalen, dass das für heftige Spannungen sorgt in Ägypten selber, zwischen den Ägyptern und allen, die jetzt dazukommen.
00:15:34: Also da ist ja Ägypten kein Einzelfall unter Umständen.
00:15:39: Und da sagen natürlich die Ägypter auch ihren Bischof dann mal, vielleicht da in Ismailia, was soll denn das?
00:15:46: ihr immer fahrt ihr mit euren Transportern hin und her?
00:15:48: Ihr versorgt die Geflüchtlinge, helft halt mal uns, wir können uns das Brot gar nicht mehr leisten.
00:15:53: Also solche Sätze bekommt er schon zu hören.
00:15:55: Das hat er auch erzählt.
00:15:58: Er sagt, er bleibt ruhig.
00:15:59: Er sagt, es ist eine christliche Pflicht, da zu helfen.
00:16:03: Das sagt er dann auch den Kritikern.
00:16:05: Das sagt er dann auch den Kritikern.
00:16:07: Aber damit lässt die Kirche er nicht auf sich beruhen.
00:16:10: Er sagt, das haben sie auch in der Vergangenheit schon gemacht.
00:16:13: Sie gucken schon auch tatsächlich, dass sie hier ein bisschen für Toleranz und Dialog und Verständnis sorgen.
00:16:20: Da gab es vor ein paar Jahren auch meine Veranstaltung in Cairo, die er organisiert hat, wo sich dann Ägypter und Sudanesen auch treffen konnten und sich mal austauschen.
00:16:31: Weil er sagt, man muss sich einfach mal begegnen und ins Gespräch kommen.
00:16:34: Das sind natürlich, mag man jetzt auch so sagen, Tropfen auf den heißen Stein.
00:16:39: Das ist dann meine Veranstaltung hier und da.
00:16:41: Das ist wie mit der humanitären Hilfe, die da gerade auch geleistet wird von der Kirche.
00:16:46: Aber es ist... Etwas.
00:16:48: Ja, genau.
00:16:49: Also Tropfen auf den heißen Stein sagst du jetzt, aber ganz am Anfang bei der ersten Folge hast du es anders genannt, nämlich kleine Hoffnungsinseln.
00:16:57: Das war der dritte Begriff.
00:16:59: Super.
00:17:00: Jetzt haben wir es rund.
00:17:02: Ja, das ist tatsächlich so.
00:17:03: Und auch da bleiben sie dran.
00:17:05: Er sagt natürlich, das ist in dem nächsten Schritt.
00:17:07: Wird das auch ein Thema sein?
00:17:09: Bischof Anbar Polar meint.
00:17:11: Er geht davon aus, dass die palästinensischen Geflüchteten noch sehr lange bleiben.
00:17:16: Er hat sehr lange gesagt, ich weiß nicht genau, was er damit meint, aber er hat ja auch...
00:17:20: Er versteht sich sowas ja auch und... Erfahrung
00:17:23: damit, genau.
00:17:24: Und deswegen wird er da auch dran bleiben und schauen, dass sich die unterschiedlichen Menschen, die in der Region leben, auf einem gewissen Niveau begegnen können und ja Verständnis voneinander aufbringen.
00:17:39: Auch die Ägypter, denen es momentan selber nicht gut geht, aber das sind die Realitäten und alle müssen so ein bisschen zusammenhelfen.
00:17:46: Und dafür wirbt die Kirche in Ägypten.
00:17:51: Und dabei unterstützt Misjo die Kirche in Ägypten.
00:17:54: Genau.
00:17:56: An verschiedenen Orten.
00:17:57: An
00:17:57: dem sie die Projektpartner unterstützt.
00:18:00: Ja.
00:18:00: Immer wieder ein gutes Gefühl zu hören, dass es kleine Inseln der Hoffnung dann genau durch diese Hilfe gibt.
00:18:06: Ich glaube, das ist eigentlich ein ganz gutes Schlusswort, oder?
00:18:08: Ich denke auch.
00:18:09: Das waren unsere Infos zu den Geflüchteten aus Gaza.
00:18:14: Zwei Reportagen, die du am Schreibtisch recherchiert hast.
00:18:17: Aber wenn du es nächstes Mal ins Studio kommst, wirst du ganz frische Reiseerinnerungen mitbringen, denn du fährst in das Land.
00:18:24: Das heuer Schwerpunktland ist im Monat der Weltmission.
00:18:27: Genau.
00:18:28: Dieses Jahr haben wir Madagasker im Blick.
00:18:31: Im Oktober, aber das bereiten wir ja schon übers Jahr vor und werden dann auch... rechtzeitig anfangen spannende Geschichten aus Madagaskar zu erzählen.
00:18:40: Und die werde ich jetzt erarbeiten.
00:18:42: Also jetzt kommt das Gegenteil von Schreibtisch-Recherche.
00:18:44: Jetzt fahre ich weg.
00:18:46: Ich
00:18:46: wünsche dir eine gute Reise und komm gesund wieder.
00:18:49: Vielen Dank.
00:18:49: Danke auch.
00:18:50: Ich freue mich dann davon zu erzählen, der Reiseplan steht und es verspricht sehr, spannend zu werden.
00:18:55: Fahre mich drauf.
00:18:56: Wir verabschieden uns auf jeden Fall für heute, nämlich
00:18:58: Christina Baalbach
00:19:00: und Brigitte Strauß.
00:19:02: Das war
00:19:03: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.
00:19:08: Ein Podcast
00:19:08: von Missio München produziert vom katholischen Medienhaus St.
00:19:11: Michaelsbud.
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