Philippinen: Friedhofsfamilien, Straßenkinder und Schutzhäuser

Shownotes

In den Mausoleen von Cebu leben ganze Familien, die sich keine echte Wohnung leisten können. Sie schlafen und kochen auf Grabsteinen und manchmal steht da sogar ein Fernseher. missio-Geschäftsführerin Stephanie Brücks und der langjährige Spender Uli Holdenried sind diesen Friedhofsfamilien auf ihrer Philippinenreise begegnet. In dieser Folge berichten sie von ihrem Besuch in mehreren Projekten, die von missio München unterstützt werden. Unter anderem auch zwei Schutzhäuser für missbrauchte Mädchen und ein Straßenkinderprojekt für Jungen..

Transkript anzeigen

00:00:00: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.

00:00:12: Die Geschäftsführerin von Missio Mündchen ist zu Gast in der Reise-Warnung.

00:00:16: Herzlich willkommen Stefanie Brüx!

00:00:18: Ja schön guten Tag.

00:00:19: Und auch ein langjähriger Unterstützer ist wieder bei mir im Studio.

00:00:23: herzlich Willkommen Uli Holmried.

00:00:25: Guten Tag.

00:00:26: Sie beide waren ja im Januar auf den Philippinen und haben Projekte besucht die missio münchen unterstützt.

00:00:32: für sie frau brüx war es das erste mal.

00:00:35: Sie, Herr Holgenried, waren schon einige Male vor Ort.

00:00:38: Was das alles mit Ihnen beiden persönlich gemacht hat?

00:00:40: Darüber haben wir in der letzten Folge gesprochen.

00:00:43: Jetzt möchte ich gerne etwas über die Projekte erfahren, die sie besucht haben.

00:00:47: ganz am Anfang.

00:00:48: Gab es nämlich eine Station – das hatten Sie auch in der Letzten Folge schon mal erwähnt -, da ging es um sogenannte Friedhofsfamilien, Familien, die auf

00:00:57: Friedhöfen

00:00:58: wohnen.

00:00:59: Warum wohnnen die dort?

00:01:01: Die können sich schlichtweg die Miete die in einer normalen Wohnung verlandet wird, nicht leisten.

00:01:07: Also sind Obdachlosqualle?

00:01:09: Am weitesten kann man sagen, obdach los und wobei immer erstaunliche Begegnungen hat.

00:01:15: Ich hatte zwei Damen mit denen ich kurz gesprochen habe, die waren vielleicht Anfang der Vierzig, die wohnen ihr Lebenbank schon da.

00:01:23: Wie haben Sie sich das vorstellen?

00:01:26: Haben sie da Hütten gebaut?

00:01:27: oder sind die Gräber so beschaffen, dass die da rund

00:01:29: zum Maus lehnen?

00:01:31: Da leben die dann drin.

00:01:32: Dann ist sozusagen auf dem Grabstein eine Matte, auf der geschlafen wird und aufm Rand vielleicht eine kleine Kochstelle.

00:01:42: Es gibt auch Mausoleen da sind kleine Märkte.

00:01:45: Da kann man so Chips- und Süßigkeiten oder Waschmittel kaufen oder sowas.

00:01:51: ja, die eingerichtet sind.

00:01:53: Die leben teilweise seit der dritten Generation schon ... Da ist

00:01:56: auch der eine oder andere Fernseher dran!

00:02:00: Das ist schon viel Technik, also dass viele Smartphones schon da sind.

00:02:05: Aber was mir aufgefallen ist, es wird unglaublich viel gewaschen.

00:02:08: Überall hängt Wäsche, das fällt einfach auf!

00:02:12: Was ist denn für ein Projekt, das Sie da besucht haben?

00:02:14: Also da leben Menschen auf Friedhöfen und Projektpartner von Monsieur versuchen etwas zu tun damit die Situation für diese Menschen besser wird.

00:02:22: Es geht um Kinder in diesem Fall... Die Organisation die lokale NC-Bogen, das ist im mittleren Teil von den philippinischen Inseln Großstadt und die versucht diese marginalisierten Familien zu unterstützen.

00:02:38: aber da eben die Kinder.

00:02:39: Das geht hier nicht um Nahrung

00:02:42: usw.,

00:02:43: sondern es geht – ich sage es sich vereinfacht – die betreiben eine Kita oder mehrere Kitas für Kinder von marginalisierten Familien.

00:02:52: Das heißt sie kommen da rein Kinder die gelbe Uniform, Schuluniform was mit den Kindern auch etwas macht.

00:03:02: Und die versuchen sie eben mehrere Stunden in der Woche zu unterstützen und das Ziel ist dass sie dann nicht das normale Schulsystem überhaupt eine Chance haben.

00:03:13: Also wenn ich da ergänzen darf also bei einem Fritos Besuch, da war ein größeres Mausoleum drin es war ein Alter Chinesischer Friedhof, der jetzt nicht mehr so genutzt wird.

00:03:27: Und da war eher ein Kindergarten drin und da muss man sich eher vorstellen also das waren schon kleine Kinder und das ist aber eher so ein schulisches System.

00:03:37: Die haben dann Solidar gesungen und mit dem Buch starben.

00:03:40: Und jetzt haben wir D wie Delphine, da habt ihr ein Bild.

00:03:43: Jetzt sucht überall mal dieses D auf den Bild und malt das aus!

00:03:47: Manche Kinder haben wirklich das D gefunden und haben es ausgemalt.

00:03:49: Manche haben ja alles angemalt.

00:03:51: Dann gab's natürlich wieder Stress.

00:03:53: Einer hat eben das Bild weggerissen und was weiß ich uns ging um Stifte.

00:03:56: so wie üben die Kinder über also sind.

00:03:59: Das war aber schon eher so dass sie sozusagen Kindergarten und ein bisschen strukturierteren Tagesablauf haben.

00:04:08: Und die haben auch einen Mittagessen bekommen dort, und dann war es aber auch so ... Die hatten dann alle ihre kleinen Plastikboxen dabei, wo das Essen ausgeteilt wurde.

00:04:17: Dann kam plötzlich Geschwisterkinder an, ältere.

00:04:21: Auch Mütter.

00:04:22: Das waren teilweise die einzige Mahlzeit, die sie am Tag bekommen haben, die sich geteilt haben.

00:04:28: Ja, nur ich dachte, puh!

00:04:30: Da hat das Kageessen dann auch noch Teilen mit mehreren anderen.

00:04:33: Das fand ich schon hart und man denkt ja, wovon dem die dann in einem anderen Friedhof, den wir besucht haben, der aber auch noch genutzt wird also wo auch?

00:04:44: dann als wir ihn verlassen haben war gerade eine Trauergesellschaft, die da gewartet hat.

00:04:50: Und

00:04:51: da

00:04:53: war es eher so... Die leben auch davon dass sie die Gräber pflegen, dass sie gebeten sprechen.

00:04:58: Dann kratzen die Kerzenwachs ab und ziehen neue Kerzen draus, die sie wiederverkaufen um so ein bisschen Geld zu bekommen.

00:05:06: aber Cebu hat sechs Millionen Einwohner oder so.

00:05:10: das sind dann.

00:05:11: das ist jetzt nicht wirklich richtig hübsch da.

00:05:12: das sind so Alpenkratzer und einfach zu wenig Wohnraum für zu viele Menschen.

00:05:17: also dem bleibt gar nichts anderes übrig als sich da irgendeine Nische zu suchen oder in einem anderen Islam.

00:05:23: es gibt halt keine Möglichkeit.

00:05:25: Aber es geht nicht darum einfach jeden Tag etwas zu essen rauszugeben, sondern tatsächlich die Kinder auch zu befähigen.

00:05:33: Möglicherweise eine Schule zu besuchen, so habe ich es verstanden.

00:05:37: Also gerade bei den kleinen Kindern oder was?

00:05:39: Auch bei den größeren Kindern dann so, dass sie quasi so den Übergang schaffen in ein staatliches Schulsystem

00:05:45: und

00:05:45: diese Kinder hatten gelbe Schuluniformen?

00:05:48: Das ist Teil vom Programm.

00:05:50: Dass man immer in der Schule geht, dass man Schulunifornien anhatte.

00:05:54: Sie haben gerade gesagt das macht doch was mit den Kindern!

00:05:57: Ich glaube, ja.

00:05:58: Ich meine, man könnte jetzt eine große Diskussion über Schuluniform und so weiter losbrechen.

00:06:03: In dem Fall geht es ganz einfach darum, diesen Stolz, dass sie jetzt diese Uniform anhaben

00:06:11: ... Dazu gehören?

00:06:11: Und dazu gehören natürlich das ist das Wichtigste.

00:06:15: Was mich wirklich beeindruckt hat, ist was beeindruckter Betroffen gemacht habe, dass des öfteren eine Frau kam Darf ich dir mein Haus zeigen?

00:06:27: Ich will das Haus.

00:06:29: Ja, das war eben so ein kleines Mausoleum und da hier wohne

00:06:33: ich.".

00:06:33: Und der ist aber durchaus mit einem gewissen Stolz nicht um Mitleid zu heißen!

00:06:38: Das gehört sich nachher auch nicht hinzugehen und sagen Entschuldigung geht es noch sondern man freut sich dass sie einem was gezeigt hat und da liegt dann noch die Tochter die den aufgewacht wird und auch Guten Tag sagen muss.

00:06:55: Also, das ist schon Augenhöhe aber dann.

00:06:59: Zurück zum Projekt!

00:07:00: Sie haben gesagt die Kinder gehen hin, haben Schuluniformen an bekommen einmal am Tag eine Mahlzeit was vielleicht auch motiviert jeden Tag wiederzukommen und es gibt aber auch einen Teil.

00:07:11: da bekommen sie Bücher vorgelesen wo ich gedacht habe als ich das gelesen hab na das ist wahrscheinlich das dringendste was die brauchen.

00:07:17: Ja, das hört sich etwas merkwürdig an.

00:07:20: Ich dachte dann was machen die denn da jetzt?

00:07:22: Bücher volllesen und so Anfangs suchen praktisch die Personen, die das leiten bestimmte Bücher aus und diesen vorn Kinderliebengeschichten.

00:07:33: Und dann finden sie sich in den Geschichten auch wieder und sagen oh ja habe ich auch erlebt und kommen so darüber auch ein bisschen über sich etwas zu erzählen oder dass man so bestimmte Werte vermittelt was geht was nicht.

00:07:45: dann kommt auch darüber zu sprechen auf Hygiene oder sowas.

00:07:50: Also so bestimmte Standardsachen, die wir unseren Kindern mitbringen, die dort aber nicht so gegeben sind oder auch Ernährung.

00:07:56: Also bestimmte Dinge einfach, die da rüber hinaus noch mitbekommen.

00:08:01: und am Anfang ist es wohl so dass die Kinder also da wird vorgegeben was gelesen wird und am Ende dürfen sie selber sich Bücher aussuchen und dann vielleicht auch Andermal vorlesen oder sagen darüber wollen wir jetzt mal reden.

00:08:14: Und ich kann mich erinnern Wir waren in einem Slamm Die haben den einen Platz mit einer wunderschönen kleinen Kapelle, haben die frei geräumt und Schwüle hingestellt.

00:08:23: Und dann haben aber eher so die Mütter der Kinder gesprochen, die in diesem Buchprojekt sind.

00:08:30: Da kam heraus, dass sie anders mit ihren Kindern umgehen.

00:08:34: Die eine hat also wirklich sehr offen gesagt – früher war bei uns eben Gewalt tagtäglich ja!

00:08:39: Die Kinder haben irgendwas gemacht und dann hat es physische Strafen gegeben.

00:08:45: viele Mütter das auch bestätigt, dass sie gesagt haben, wenn ich jetzt müde bin auf mein Kind.

00:08:50: Dann warte ich erst mal bis meine Wut verflogen ist und dann rede ich mit dem Kind Und dann züchtige ich es nicht sondern sagt pass mal auf so geht das nicht?

00:08:58: Wenn man dann eben sieht, dass über dieses Buchprojekt ja wo denn diese Wertevermittlung oder bestimmte Dinge mitgegeben wird In diesen Familien sich etwas verändert wie man miteinander umgeht.

00:09:09: Ich denke toll also weil Es ist ja auch oft hier in Deutschland so wo man dann sagt Ja Menschen, die als Kind etwas erfahren werden.

00:09:17: Als Erwachsener vielleicht auch eher zum Täter und wenn jetzt die Kinder eben diese Gewalterfahrung nicht machen, werden sie vielleicht mit ihren Kindern später auch anders umgehen ja?

00:09:26: Und wo ich dann denke, ach, dass das irgendwie der Sinn ist dieses Ganze.

00:09:30: Dann ist es wirklich ein tolles Projekt!

00:09:33: Es ist deutlich mehr als Bücherlesen.

00:09:34: Ja genau,

00:09:35: weil man über diese Bücher und die Geschichten Dinge besser vermitteln kann, die wichtig sind im Leben

00:09:41: also Friedhofsfamilien, bei denen die Kinder eine Chance bekommen aus einem Kreislauf herauszukommen.

00:09:47: Das war eine Stadt von ihrer Reise.

00:09:49: Sie haben aber auch noch andere Projekte besucht und zwar welche für Mädchen, die sexuell missbraucht worden sind und für Jungen, für Straßenkinder.

00:09:59: um genau zu sein fangen wir doch mal mit den Mädchenprojekten an.

00:10:03: was genau wird da gemacht?

00:10:04: Es gibt zwei Projektes.

00:10:06: das eine in Kavite des Südlich von Manila das nennt sich Bukit Kabatan.

00:10:11: eben die Aufgabe sieht Schutz und wieder Aufbau, Stabilisierung und Eingliederung von missbrauchten Mädchen.

00:10:22: Ein Schwesternprojekt dazu ist in Nagasiti im Süden der gleichen Insel aber eine Flugstunde entfernt das Hablon Davani ziemlich ähnlich strukturiert ist, gemanagt wird.

00:10:38: Das jungen Projekt ist ein Projekt, das ich Kujah-Sentung hände.

00:10:42: Das ist in Manila oder gegen Manila, Kesun City und es kümmert sich um wiederum als Schutzzentrum Aufbauzentrum für Straßenjungen.

00:10:55: Und das ist insofern etwas anders.

00:10:58: Vor allen Dingen auch anders in der Art und Weise wie die Kinder dorthin kommen wahrscheinlich?

00:11:02: Ja sehr oft sowohl in den Missbrauchsfällen als auch in anderen Fällen.

00:11:06: da durchaus, das muss man betonen, ist durchaus eine enge und auch gute Zusammenarbeit mit öffentlichen Handeln dazu.

00:11:14: Mit sozialer Arbeiter oder der sozialen Organisation wie sie es nennen wollen?

00:11:19: Also

00:11:19: durchaus mit dem Staat, der ja ansonsten sehr durch Abwesenheit gelänzt bei sozialen Fragen?

00:11:25: Ja, das ist absolut richtig.

00:11:26: Man muss einfach sein.

00:11:28: Ich will da die staatlichen Stellen nicht den Schutz nehmen aber man kann nur einfach nicht sagen, die sind inkompetent Wenn Sie auf den einzelnen Mitarbeiter des Sozialarbeiter gehen und wie die miteinander arbeiten, dass die Kinder danach wieder zurückgehen zu ihren Familien usw.

00:11:44: Das geht nur in einem Hand-in-Hand zwischen dem staatlich angestellten Sozialarbeitern und Arbeiterinnen – und in diesem Fall dem Korea Center.

00:11:53: Vielleicht eine Wahrheit stellt sich das immer so einfach vor, alle die im Zentrum sind, denen geht es gut?

00:12:00: Ja

00:12:01: genau!

00:12:01: Und dann ist die Frage ja was ich will und können die da bleiben doch nicht, bis sie erwachsen sind und heiraten.

00:12:06: Sondern nein!

00:12:07: Das Ziel ist natürlich, dass die wieder zurück zu den Familien kommen.

00:12:12: Und da haben die uns das auch sehr gut erklärt ihre Services aus diesem Zentrum heraus – die Betreuung, Unterstützung von den Kindern und Jugendlichen.

00:12:23: Die gehen eben so weit, wenn die Kinder schon wieder zurück sind in dieser Übergangsphase, dass sie dort unterstützt werden, besucht werden unterstützt eben bei Diskussionen mit der Schule und, das ist Kind für Kind.

00:12:39: Das ist alles sehr individuell.

00:12:41: aber diese im Englischen sagt man Remote Services die Betreuung außerhalb des Zentrums ist für die Kinder genauso wichtig wie wenn sie einfach da sind.

00:12:51: Da sind noch mal so ein Fuß in der Tür haben uns zurückkommen können und nochmal nachfragen können oder sagen können hey da funktioniert gerade schon wieder was nicht so wichtig.

00:12:58: Das Personal das Mission dass wir finanzieren Das macht eben nicht nur, wenn du zur Tür reinkommst dann bin ich zuständig.

00:13:06: Und wenn du rausgehst dein Bier so geht es nicht.

00:13:09: Es geht vom Kind her dass das dann wieder draußen funktionieren kann.

00:13:15: Da hatte ich das jetzt auch so verstanden.

00:13:16: da waren eben viele Kinder die auf der Straße aufgegabelt wurden.

00:13:21: Das

00:13:21: ist jetzt das jungen

00:13:23: Center?

00:13:23: Genau.

00:13:25: Und dann haben die da auch erstmal Schutz und Nahrung, Bildung usw.

00:13:29: und können sich entfalten.

00:13:31: Dann ist aber eben auch die große Aufgabe, dass man überhaupt mal die Ursprungsfamilien findet.

00:13:36: Mache ich die überhaupt ausfindig.

00:13:38: Das ist

00:13:38: genau die Frage!

00:13:39: Wie kommt das Kind ab?

00:13:40: Die Straße?

00:13:40: Ja

00:13:41: sie sind dann abgehauen vielleicht häusliche Gewalt und die haben erzählt... ...die Kinder, die da waren, ich glaube jüngst sogar fünf oder sechs und bis siebzehn so um den Drehmen.

00:13:51: Und die hatten doch einen kleinen dann auf gefischt, der auch so mit sechs Jahren da schon irgendwelche Drogen geraucht hat oder so.

00:13:58: Ja die anderen machen das ja auch und dann mache ich das eben auch gehört dazu.

00:14:01: Das ist mein Leben also diese Wahrnehmung für uns erstmal so unvorstellbar und entsetzlich.

00:14:08: und dann eben ist die große Kunst diese Kinder die eben so jung sind zu verorten wo kommen sie eigentlich her?

00:14:14: Wo sind sie abgehauen?

00:14:15: können Sie in Ihre eigentlich in Familien wieder eingegledert werden?

00:14:19: oder gibt es Verwandte, die eben sozusagen als Pflegefamilie dieses Kind dann bei sich aufnehmen.

00:14:24: Aber sind ja oft sehr schwierige Situationen.

00:14:26: also das ist natürlich das Spannende kann man sie zurückbringen und was haben Sie da eben auch schon erlebt?

00:14:32: Das ist dann auch wie überlebe ich halt ja Diebstahl- und Drogenhandel oder eben dass man sich auch verkauft möglicherweise.

00:14:41: Also das war schon auch spannend und da war's eben aus so wir sollten Ein Viertel, ein Slamm besuchen wohl einen Großteil dieser Kinder herkamen.

00:14:50: Und dann fing es aber an zu regnen und da schüttelt's ja manchmal wie aus Kübeln, haben wir gesagt nö!

00:14:55: Wir können jetzt nicht losfahren weil dieses Slam ist Überschwemmungsgebiet.

00:14:59: also das liegt in so einer Senke und wenn dann halt Starkregen ist, dann läuft das voll, dann schwimmt alles weg und dann gibt's dann sozusagen baracken dreistegige Barakene, da ist dann oben gar kein Dach oder etwas was sich öffnen kann.

00:15:10: Wenn das dann halt überschwemmt ist, dann sind sie oben im dritten Stock und rufen ihm Hilfe.

00:15:14: Und wenn sie Glück haben kommt auch jemand und rettet sie oder Sie warten bis dann das Wasser wieder abgelaufen ist und fangen die an von Neuem aufzubauen.

00:15:23: Da gab es eben so Verschläge.

00:15:25: also unglaublich was da anmögen gesammelt wird und dann gibt's so wie... Muss man sich vorstellen wir hier auf dem Schrottplatz wo man sich ein bisschen einen Pfad freischaufelt und rechts und links ist noch irgendwie ein kleiner Verschlag wo dann vielleicht eine Vier, fünfköpfige Familie lebt.

00:15:41: Zwei kleine Jungs haben sich da geduscht oder gewaschen in so einem Plastikkübel, stand aber mit den Füßen auch wieder in diesem unfassbaren Schlamm.

00:15:49: und dann haben die erzählt dass er immer mal wieder die Polizei dieses Lams räumt.

00:15:54: Dann ist halt keine Ahnung muss man sie vorstellen ein paar Pappdecke und einen Sonnenschirm drauf oder irgendwie eine Folie drüber und das manche keine Folie oder eine Abdeckung, kein Dach quasi über ihren Verschlag machen.

00:16:06: Weil dann ist es keine Behausung und bleibt das

00:16:08: stehen.".

00:16:08: Also das haben Sie gesehen als sie nach dem Regen doch noch in dieses Wohngebiet gefahren sind?

00:16:14: Ja!

00:16:15: Und wenn wir da durch diese Straßen gefahren waren, dass Leute wirklich irgendwo an einem Hausrand lagen auf einer Pappe und geschlafen haben von einem Zaun unter dem Baum, sich da noch irgendwie mit Pappe oder Schirm ein bisschen privatsphärisch geschafft haben.

00:16:33: Also das ist unglaublich!

00:16:35: Also ja, wo man dann denkt so...

00:16:37: Das ist Wirklichkeit

00:16:38: dort und keiner kümmert sich was machen die da?

00:16:41: Und dann fahren die Autos vorbei und daneben kommt dann wieder irgendwie so eine Luxusmall, wo dann die tollsten Geschäfte sind und weiß ich nicht, denn keine stört sich dran.

00:16:50: Es ist irgendwie so Alltag.

00:16:52: Und dieses Straßenprogramm, wo setzen die an?

00:16:53: Was machen sie mit den Kindern

00:16:55: von dem Kujas Center jetzt.

00:16:57: Ja das sie eben auch Zugang zur Schulbildung haben und es war ja als wir die Zeit überbrücken mussten.

00:17:05: Als er geregnet hat.

00:17:06: Wir wollten ja abfahren und dann haben die... da machen wir mal eine Vorstellungsrunde.

00:17:11: Dann haben die Schülschen aufgebaut und die Jungs sich vorgestellt wie sehr heißen oder alt sind was sie immer werden wollen.

00:17:18: Und dann waren da so zwei kleine Jungs und ja, sie wollen mal Tänzer werden.

00:17:23: Als ich mich dann so vorgestellt habe, hab' ich jetzt gehört, ja, habt ihr vielleicht Lust uns was vorzutanzen?

00:17:29: Ja, Zeit überbrücken usw.

00:17:30: Das war echt supercool!

00:17:32: Die haben gesagt, ja machen wir dann.

00:17:35: Dann haben die sich alle aufgestellt.

00:17:38: Da vorne die Kleinsten und in der Mitte so drei oder vier Reihen waren das.

00:17:42: Und dann haben die da Musik gemacht und haben dann super getanzt.

00:17:45: Also wie YouTube-Videos und sonst wie.

00:17:48: Dann hab ich gesagt, hey, weißt du, jetzt Choreograf?

00:17:50: Wer macht das?

00:17:51: Ja die gucken sich das halt an YouTube und dann üben die das.

00:17:54: Und dann ist es auch so manchmal... Da kommen dann schon Emotionen hoch ja dass eine Wut oder eine Trauer oder irgendwas mit den Jungs vor sich geht.

00:18:05: Und da haben wir gesagt ja machen die Musik an und dann fangen die an zu tanzen und damit bauen sie diesen ganzen Stress ab.

00:18:12: also das hat auch ne therapeutische Komponente das ganze.

00:18:17: Und der eine, der war echt sensationell.

00:18:19: Der war so in sich versunken.

00:18:20: Er war wirklich in einer ganz anderen Welt und konnte da alles... Sie können sie ja erinnern.

00:18:24: So ganz kleine Haut- und Knochen-Zwerge!

00:18:28: ...der in einer ganzen anderen Welt war und alles das was er jetzt sozusagen erlebt hat ausblenden konnte.

00:18:34: Haben Sie ein Video gemacht?

00:18:36: Nein, also ... Wir haben ja echt ein Weinig.

00:18:39: Aber das können wir nicht veröffentlichen.

00:18:40: Natürlich nicht!

00:18:41: Wir da ganz strikte Regeln haben.

00:18:43: Das nehmen wir schon sehr ernst.

00:18:45: Was auffällig war auch bei den in den Schutzzentren mit den Mädchen.

00:18:49: Also es gab dann auch immer so Ja, wir machen mal ein Gruppenfoto oder sowas und dann waren die Mädchen vorne und dann haben sie aber ihre Gesichter immer verdeckt irgendwie was davor gehalten.

00:18:57: Also dass

00:18:58: sie nicht erkennbar sind?

00:18:59: Genau.

00:19:00: Und das ist ja auch bei uns so, wir wollen ja auch nicht... Es gibt leider sehr viele kranke Geschäpfe auf der Welt, die sich das gerne angucken wollen.

00:19:10: Wie sehen diese Mädchen überhaupt aus oder sich daran ergötzen an diesem Leid?

00:19:14: Wo wir sagen, nee, das machen wir nicht.

00:19:15: Also wenn wir dann Personen aus unseren Projekten zeigen eher so vielleicht von der Seite von Hülpen...

00:19:22: So wie es ja auch in Schulen in Deutschland ist.

00:19:24: also dass man keine Porträte macht, dass man eine Linie bei Tätigkeiten zeigt wo sie erkennbar sind.

00:19:28: Das ist wahrscheinlich gerade in den Mädchenscentern, wo man sich immer mit mir das Brauch der Mädchen kümmert.

00:19:34: Auch noch mal der Punkt, dass die nicht gefunden werden können?

00:19:36: Genau.

00:19:37: Das ist das Entscheidende.

00:19:38: Vielfach sind die Misetäter in Untersuchungshaft und warten auch auf ihrem Prozess.

00:19:46: Und in der Zeit sind sie bzw ihre Anwälte auch nicht untätig an.

00:19:52: eine der wichtigsten Verteidigungsmaßnahme wäre, die Hauptzeuge hin so unter Druck zu setzen, da sie nichts mehr sagt

00:20:02: Und die Trafen sind, haben Sie in der letzten Folge erzählt auch sehr hoch?

00:20:06: Hier geht es um sehr viel.

00:20:07: Das heißt hier geht's um sehr, sehr viel für die Herrschaften.

00:20:11: Insofern ist es nach meiner Ansicht wichtig das man da hinten einen sauberen Prozess macht aber auch ein fairen Prozess machen und auf der anderen Seite dass man natürlich die Kinder, die die Opfer sind entsprechend schützt erstens mal eine Aussage machen und das dann Gerechtigkeit stattfindet und zwar uns eben sprennt gefährlich für die Kinder.

00:20:34: Ja, es ist auch so dass die Mädchen auch aus sehr unterschiedlichen Landesteilen dann kommen also den nicht irgendwie aus derselben Stadt sondern auch von wer soweit her um eben wirklich dieses Gefühl von Schutz zum der da kommt jetzt keiner an mich ran weil er auf einer Kilometer entfernt ist.

00:20:48: Das heißt

00:20:48: da bei dem Mädchenprojekt ist es so das da wirklich mit wie Sie eben gesagt haben auch mit staatlichen Stellen sehr eng zusammengearbeitet wird die gucken Dieses Mädchen muss jetzt möglichst weit weg von ihrem Peiniger kann dort untergebracht werden.

00:21:02: Und es gibt auch andere Schutzzentren von anderen Organisationen, die das ähnlich handhaben und die staatlichen Stellen

00:21:09: organisieren.

00:21:10: Da gibt's ein Netzwerk.

00:21:13: Das muss man sich einfach vorstellen.

00:21:14: Die Leute kennen sich weil sie seit Jahren in ähnlichen Themen arbeiten und die werfen sich die Bälle zu im positiven Sinne.

00:21:23: Und was eben auch auffällig war, also in beiden Mädchenschutzzentren waren auch eingezäunt und es gab Sicherheitskräfte.

00:21:30: Auch Hunde liefen da rum die zusätzlichen Beschützer her.

00:21:36: In Hablanda Warni das war auch so ein bisschen versetzt auf einem kirchtlichen Gelände wo auch Sicherheitsbeamte dann waren um einfach mehr Schutz zu bieten.

00:21:46: Wenn ich sagen darf unter dem Eindruck der letzten Projektbeschreibungen wo wir sehr viel über die schlimmen Umstände, wo die Kinder herkommen.

00:21:57: Noch mal gesagt haben – wenn ich das noch einmal reflektiere – es sind sehr viele negative Einzelheiten und man kommt eigentlich wieder zu dem Punkt den wir glaube in der letzten Folge schon besprochen haben, wo anfangen.

00:22:11: oder die zweite Frage, die man sich durchaus zumindest auch als Spender werfen muss Geld eigentlich versichertes Geld oder wird es nutzlos ausgegeben, als sie die fragen.

00:22:24: Die muss man sich schon stellen.

00:22:26: Aber jeder muss sich für sich selber beantworten.

00:22:28: und da gibt's eben Menschen, die sagen ich trau dem Ganzen nicht, ich spende nix.

00:22:34: Und auf der anderen Seite gibt es eben Leute, die wie ich beantwortet haben ja irgendwas was wir tun.

00:22:42: Und zweitens Ich bin ein Freund von relativ klar zu wissen, wo man es hingebt.

00:22:50: Aber dann auch vertrauen das die wirklich Wissenbasse tun.

00:22:54: Das heißt sie können nicht kontrollieren den letzten Finnich der in Nagacity ausgegeben wird weil die ist besser wissen.

00:23:02: aber man muss ihn vertrauen.

00:23:03: Das heisst irgendwann geben heißt loslassen.

00:23:07: ich glaube das ist sehr wichtig und da sollte man einfach mal ausprobieren öfters einfach was los lassen und dann warten und gucken was das mit einem macht.

00:23:17: Und ich kann nur als eigener, fünfzehnjähriger Erfahrung sagen.

00:23:21: Das ist eine tolle Sache!

00:23:23: Da ist was bewegt.

00:23:24: oder wie man so gern sagt das Geld kommt bei den Kindern an.

00:23:28: es kommt eben dadurch an dass jemand geschultes mir hilft wieder mit einer Situation klarzukommen und

00:23:36: ihnen geht's gut mit der Art und Weise wie messio damit umgeht mit dem was sie loslassen.

00:23:41: nun mehr arbeiten seit zwei tausend drei zehn zusammen Die Summe, die an die Mission und damit an die Kinder- und Familien auf die Philippine gehen.

00:23:51: Sie ist bisher jedes Jahr größer geworden.

00:23:53: Das ist ... ja!

00:23:56: Das ist schon toll.

00:23:57: Darf man wohl mal so sagen oder Frau Brückstin?

00:24:00: Ja, finde ich beeinfiffen.

00:24:01: Also das ist auch, weil sich ein Holdenried dann auch kennengelernt hat, war ich dann auch ganz begeistert von der Art und Weise wie er denkt und welches Vertrauen er uns entgegenbringt.

00:24:12: Also faszinierende Einstellungen auch Und da hoffe ich, dass Sie der Vorbild auch sind für viele andere.

00:24:19: Die dann aussagen ja wie kann ich was bewirken?

00:24:21: Weil unser Ansatz ist eigentlich zu gucken, wie bringe ich etwas auf die Beine damit das irgendwann selbst mal laufen kann.

00:24:30: Ja weil ich möchte auch niemanden in eine Dauerabhängigkeit bringen wobei ich dann dort teilweise bei Projekten das Gefühl hatte wenn wir die Mitte nicht mehr aufbringen können also dann wird kaum jemand Bräsche springen können, um das aufzufangen.

00:24:45: Weil es so Projekte sind die brauchen einfach die laufenden Kosten.

00:24:49: Das bricht das ab.

00:24:51: Aber im Prinzip

00:24:52: allen Menschen, denen dort geholfen wird helfen sie nachhaltig weil sie befähigt werden ihr Leben selbst in die Heine zu nehmen.

00:24:59: Das finde ich immer wirklich überzeugender an den Projekten.

00:25:04: Vielleicht haben wir mit diesem Podcast auch ein bisschen dazu beigetragen andere Menschen davon zu überzeugen ist so zu machen wie Sie heute Riet und weil sie sagen Es ist gut, es fühlt sich gut an.

00:25:14: Frau Brüx, Sie haben gesehen was das Geld bewirken kann, was sie bislang nur verwaltet haben?

00:25:21: Ich fand's jetzt ganz spannend diese ganz neuen Perspektiven auf diese Projekte mit Ihnen zu besprechen.

00:25:26: Vielen Dank dafür!

00:25:27: Ja danke, Frau Strauss.

00:25:29: Vielen dank.

00:25:30: Und wir verabschieden uns für dieses Mal.

00:25:32: sagen tschüss bis zum nächsten mal.

00:25:33: nämlich.

00:25:35: Stefanie Brüks

00:25:37: und Brigitte Strauß.

00:25:40: Das war Reisewarnung mit M.

00:25:41: München unterwegs

00:25:42: in Afrika, Asien und Ozeanien

00:25:45: Ein

00:25:45: Podcast von M.München

00:25:47: produziert vom katholischen Medienhaus Sankt Michaelsbud.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.