Libanon: Christliche Dörfer im Süden und die Angst vor dem Verschwinden

Shownotes

Eine Million Menschen sind im Libanon auf der Flucht. Vor allem vom Süden in Richtung Norden. Doch Straßen werden bombardiert, Passstraßen waren wegen Schnee teils bis in den April hinein unbenutzbar. Gleichzeitig trifft die Not auf Regionen, die ohnehin schon am Limit sind. Kristina Balbach berichtet, dass in der Bekaa-Ebene Schulen zu Matratzenlagern werden und Menschen mehrere Familien bei sich daheim aufnehmen. Denn immer mehr Dörfer im Süden werden evakuiert, weil Israel die Region zur Pufferzone machen will.

Mehr Infos gibt´s auf der Homepage von missio

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Folge der Reisewarnung im April.

00:00:17: Und bei mir ist wieder Christina Balbach,

00:00:19: hallo!

00:00:21: Wir haben vor zwei Wochen angefangen über den Libanon zu sprechen aus aktuellem Anlass.

00:00:27: Wir haben über die Großpolitische Lage gesprochen.

00:00:29: wir haben darüber gesprochen was es für Dieses kleine Volk von sieben Millionen Menschen grundsätzlich bedeutet und du hast ganz viel erzählt aus Beirut, aber du hast auch mit ganz vielen Menschen gesprochen die nicht in Beirud sind sondern in ungefähr allen drei anderen Himmelsrichtungen.

00:00:47: Und Du hast auch berichtet dass einer von siebeneiten Monaten auf der Flucht ist.

00:00:53: Wo sind die Leute denn jetzt unterwegs?

00:00:56: Also woher kommen die?

00:00:57: Wohin gehen die?

00:00:59: Was erwarten die sich oder hoffen die sich?

00:01:02: Es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, wo es gerade sich... Ich hatte ja schon gesagt, dass wir sprechen über ein Land das keine Bunkerinfrastruktur hat.

00:01:13: Die Leute sind schon froh wenn sie ihn darüber im Kopf haben.

00:01:17: Besonders betroffen ist natürlich momentan auch der Südlibanon und die Menschen aus dem Süddibanon können entscheiden ob sie zum Beispiel in Richtung Beirut gehen.

00:01:28: Dort sind diese südlichen Vororte sehr unter Beschuss und in Beirut ist es auch schon sehr voll.

00:01:33: Also man hat die Bilder, wie die Menschen auf der Straße sitzen.

00:01:37: Das heißt viele wählen diese andere Route.

00:01:39: Die geht dann tatsächlich weiter hoch zur BK-Ebene im Osten des Landes.

00:01:46: Das ist immer wieder diese Route, die genommen wird und es gibt ja gar nicht so viele andere Straßen.

00:01:52: Es ist ja auch das Libanon Gebirge dazwischen.

00:01:55: Das heisst wer in Richtung Osten geht... muss über diese Straßen in Richtung Norden gehen.

00:02:01: Partner haben uns erzählt, dass das sehr schwierig war weil es immer wieder Bombardements gab auch auf die Straßen wo Geflüchtete an Gefluchteten mit Autos wie auch immer sich da fortbewegt haben.

00:02:13: Es gab Blockaden, es gab Staus und war wohl teilweise sehr chaotisch da überhaupt voran zu kommen.

00:02:21: Und das ist auch so ein bisschen eine Nadelöhr, weil in die andere Richtung kommt man dann sozusagen zurück in Richtung Hauptstadt oder mehr.

00:02:29: Auch nur über die Passstraßen und dazu muss man wissen dass der Winter sehr streng sein kann im Libanon und momentan ist es so, dass diese Passstrasse auch noch gar nicht geöffnet sind.

00:02:40: da oben liegt meterweise Schnee.

00:02:41: ich habe das selber mal erlebt Das können bis in den April hinein dauern, dass man sie überhaupt benutzen kann.

00:02:47: das heißt Es ist sehr eng Und sehr viele Menschen müssen durch dieses Nadelöhr durch und landen dann in der BK-Ebene.

00:02:54: Das gerade gesagt, das Kalb ist Mitte April dauern.

00:02:55: wir nehmen jetzt Mitte März diese Folge auf also berichten auch über die Lage die jetzt Mitte Merz ist.

00:03:01: nochmal so fürs Verständnis für euch alle daheim.

00:03:03: Aber diese BK Ebenen da wohnen nicht so viele Menschen oder?

00:03:07: Du hast erzählt wunderschöne Landschaft zählern Schnee

00:03:10: Die BK Ebene es tatsächlich sehr wichtig ist auch landschwirtschaftlich sehr.

00:03:15: Es ist ein sehr fruchtbares Land.

00:03:18: Ist das so eine erländliche Region oder gibt es da größere Städte?

00:03:21: Wie muss ich mir das vorstellen, hohe Ebene klingt immer so nach Voralpenland.

00:03:26: Es ist ne ländliche Gegend, es ist so Städtchen an Städttchen.

00:03:31: Gibt ganz viele Dörfer auch und dazwischen seit langer Zeit eben auch fest diese geflüchteten Camps der syrischen Geflüchtete... Weil

00:03:39: Syrien angrenzt!

00:03:40: ...an der Grenze ist.

00:03:41: und auch das hat jetzt über viele, viele Jahre zum Bild der BIKA-Ebene immer gehört.

00:03:48: Mit wem hast du dort gesprochen?

00:03:49: Wie sieht es für die Partnerinnen und Partner dort aus, für die Christichen?

00:03:54: Also wir sind besonders verbandelt mit der DRCse in Derder-Lachmar im Zentrum.

00:04:00: da gehören verschiedene Städte und Dörfer.

00:04:03: dazu ist aber eigentlich ein recht großes Gebiet, das da abgedeckt wird und da ist ein Bischof, der heißt Hannah Rahme, der war auch schon bei uns.

00:04:11: Mit denen bin ich viel in Kontakt auch unsere Auslandsreferentin, die Luciana Borna, die für das Gebiet zuständig ist und die Projektarbeiter zu koordiniert hat.

00:04:21: Auch viel Kontakt dahin.

00:04:23: Danke auch an dieser Stelle!

00:04:24: Da bekomme ich immer wieder gute Informationen natürlich für die Kommunikation.

00:04:28: Das ist es für uns sehr hilfreich.

00:04:30: Und da haben wir auch erfahren dass die Lage wirklich sehr prekär ist.

00:04:35: Der Bischof wurde tatsächlich von der Kirchenführung aufgefordert Sein Bischofsitz vielleicht zu verlassen, es wurde ihm vorgeschlagen.

00:04:44: Hat er natürlich abgelehnt, der will bei seinen

00:04:46: Leuten bleiben?

00:04:47: Ja weil gut zwanzig Kilometer weiter nordöstlich ist die Stadt Baalbek.

00:04:53: Manche kennen Baalbeek vielleicht daher das.

00:04:56: da sind so Reste einer großen römischen Tempelanlage auch zu besichtigen.

00:05:00: also für Bäderkertouristen sehr interessant war Es immer Weltkulturerbe, eine tolle Gegend.

00:05:07: Aber Baalbek ist leider inzwischen unrühmlich eher dadurch bekannt, dass es hier eine Hisbollah Hochburg ist und dort auch immer wieder gekämpft wird.

00:05:16: Die Stadt ist sehr nahe und deswegen hat man wohl den Bischof auch kurzzeitig in Gefahr gesehen erst aber natürlich geblieben.

00:05:23: Aber selbst seine Assistentin die sich um die Projektkoordinierung kümmert musste jetzt auch waren Alarm, hat sie uns geschrieben, musste mit ihrer Familie das Haus verlassen Und hat aber offensichtlich die Projektunterlagen gerettet und uns dann trotzdem den Nothilfeantrag zukommen lassen.

00:05:41: Also es ist sehr, sehr wild momentan dort.

00:05:45: Das ist ja mal eine Geschichte also die Rente aus dem Haus und ausgerechnet das nimmt sie noch mit?

00:05:50: Es habe jetzt gerade ich nur gesagt weil ich so verrückt finde dass wieder diese Gleichzeitigkeit dieses Alltags Dann kommt ein Alarm man muss das Haus verlassen Aber man arbeitet dann auch irgendwie weiter.

00:06:00: also das bekommen wir immer wieder mit irgendwie verrückt.

00:06:06: Ja, genau.

00:06:06: Du hattest ja beim letzten Mal dieses Bild da war eine Partnerin gerade aus dem Fitnessstudio zurück und du denkst dann mal, man kennt ja aus den Nachrichten immer nur die Bilder von den kaputten Häusern und den Menschen, die auf der Straße sitzen.

00:06:18: aber ein ganz normales Leben geht eben weiter!

00:06:21: Und dazwischen passieren diese schleppen Dinge?

00:06:24: Ja...und die kirchlichen Partner dort haben gerade wahnsinnig viel zu tun.

00:06:30: das hatten sie schon vorher Sie sind es gewöhnt sie mussten Über Jahre hinweg einen Ausgleich schaffen in dieser Bevölkerung.

00:06:39: Immer wieder war es sehr spannungsgeladen, denn die Libanesen dort – es ist sehr ländlich wie gesagt – die Mittelschicht verarmt zunehmend und eine Abwanderung in die Stadt ist ganz stark auf dem Vormarsch.

00:06:52: Es fehlt ein Infrastruktur, es fehlt an allem Möglichen.

00:06:56: Und ausgerechnet dort waren natürlich auch viele syrische geflüchtete Familien zu beherbergen.

00:07:02: Die Bevölkerung ist immer wieder vor großen Herausforderungen, das gemeinsam zu stemmen.

00:07:06: Und auch jetzt wieder also die Partnerberichtnis kommen sehr viele geflüchtete aus dem Süden Tausende, Zehntausende, die Menschen öffnen ihre Häuser nehmen zwei drei vier Familien auf.

00:07:23: Ich

00:07:23: wollte deine Fragen, wo schlafen die denn dann?

00:07:25: Ja Echt in den Häusern von den Leuten, die da wohnen?

00:07:28: Die

00:07:29: Menschen öffnen ihre Häuser.

00:07:30: Das ist auch wirklich etwas was von dem Partnern hervorgehoben wird.

00:07:33: Es ist immer noch unter diesen Umständen eine große Solidarität da Gastfamilie zu sein.

00:07:39: es gibt aber auch ein maronitisches Kloster.

00:07:41: Da wurden mehr als hundert aufgenommen.

00:07:44: da sind jetzt auch Matratzen ausgelegt und die Mönche und die Freiwilligen arbeiten da rund um die Uhr quasi für Essen zu sorgen.

00:07:54: Was jetzt die kirchlichen Partner angeht, da weiß ich das.

00:07:59: Blätter ruhig!

00:08:00: Du hast dir so viel mitgebracht?

00:08:02: Schulen werden natürlich als erstes wieder genutzt.

00:08:05: Die sind leider wieder geschlossen aber müssen quasi umfunktioniert werden... Also werden genutzen

00:08:10: damit die Leute schlafen können?

00:08:11: ...Schulen und

00:08:12: Fahrgebäude.

00:08:13: Aber auch tatsächlich kleine Hotels und Pensionen werden umfunctioniert was natürlich auch wieder zur Folge hat dass die Besitzer Ausfall haben, dass sie wieder mal nichts verdienen.

00:08:26: Aber auch da schauen die kirchlichen Partner hin was ich ganz schön finde weil in erster Linie geht es ja momentan darum Essen zu besorgen, windeln Hygiene Artikelmatratzen decken.

00:08:37: aber Es wird tatsächlich auch geschaut das ein kleiner finanzieller Ausgleich gezahlt werden kann an solche Leute Die jetzt hohe Ausgaben stemmen müssen weil so viel mehr Menschen mit versorgt werden.

00:08:49: also

00:08:50: wenn dann eine Familie normalerweise zu zehn da wohnt und plötzlich vierzig Leute da sind, ja klar.

00:08:54: Das ist ein bisschen teurer dann?

00:08:56: Das ist dann eben auch sehr schlau... Aber

00:08:58: ist das ein Zahlenverhältnis, dass es realistisch ist von zehn auf vierzig oder so?

00:09:03: Tatsächlich hat uns ein Projektpartner im Bericht nur, dass die Bevölkerung jetzt in Delal-Achmal in diesem Städtchen um knapp vierzig Prozent angestiegen ist.

00:09:14: Ich kann das natürlich von hier aus nicht prüfen aber das ist eine enorme Zahl.

00:09:21: Ich stimme es gerade für München vor.

00:09:23: Und abgesehen davon von diesen ersten ganz notwendigen Sachen wie Lebensmitteln, Medikamenten und so weiter und Decken geht's natürlich auch eben darum zu gucken dass es dem Mensch miteinander gut geht.

00:09:36: Auch die psychologische Unterstützung ist sehr notwendig schreiben die Partner es vielen gehts nicht gut und man guckt auch vielleicht das man Räumlichkeiten schafft damit Frauen miteinander sprechen können dass Kinder zusammenspielen können.

00:09:50: All diese Dinge werden auch gerade ganz schnell mit bedacht, damit auch dieser Alltag irgendwie gelingen kann weil so schnell wird sich die Situation nicht lösen und die Menschen müssen miteinander klarkommen und es muss friedlich bleiben.

00:10:04: Und da sieht man aber auch daran an diesem Konzept finde ich das die kirchlichen Partner in der BKEbene das schon kennen.

00:10:12: Ich wollte grad sagen du hast eben gesagt Da denken die auch sofort dran und das bedenken sie auch mit.

00:10:17: Und dass es das nächste was passieren muss, man muss ja wirklich sagen wir haben tragischerweise echt Erfahrungen in solchen Sachen.

00:10:23: Das ist definitiv so.

00:10:24: Ja

00:10:25: Wie fasst die Infrastruktur?

00:10:27: Dass denn also?

00:10:27: die Schulen werden einfach mal umgewittnet zu Matratzen nagern Supermärkte Krankenhäuser.

00:10:34: Was passiert da?

00:10:35: Krankenhaus ist ein gutes Stichwort.

00:10:36: Ich kenne sogar das Krankenhaus in der Dalachma da war ich nämlich Mal ein Waldeer Erweitert haben und das Haus bauen wollten.

00:10:42: Du hast nicht selbst dort?

00:10:45: Nein, zum Glück nicht.

00:10:47: Ich habe es besichtigt mit den Ärzten gesprochen damals.

00:10:51: also da ist es tatsächlich so dass es ja klar die sind nicht für diese großen Zahlen an Menschen gerüstet und zum Beispiel eine Klinik ist eine kleinere Klinika hat man vielleicht fünfzig Patienten am Tag zu versorgen mehr als zweihundert.

00:11:09: Also die Zahl hat eher mir jetzt genannt und das ist klar, da fehlt es an allem.

00:11:14: Da fehlt es am Personal und am Material.

00:11:17: Und an Betten wahrscheinlich?

00:11:18: An allem ja!

00:11:19: Das ist alles sehr provisorisch zum einen und dennoch muss man feststellen dass die Partner wahnsinnig professionell unterwegs sind und genau wissen nach welchem Schritt kommt welcher und alle sehr gut mit bedenken und deswegen sind wir froh dass wir hier unterstützen können, damit die das voranbringen.

00:11:41: Also das sind die Leute, die in der BK-Ebene angekommen sind und da wahrscheinlich auch noch ausharren bis sich vielleicht neue Perspektiven auftun?

00:11:52: Sie kommen größtenteils aus dem Süden, der ja an Israel grenzt – und auch da hast du mit ProjektpartnerInnen gesprochen!

00:12:01: Warte ich muss kurz in den Süden schwenken und man gezetteln weil ich habe auch so viele... Namen von Dörfern und im Süden war ich tatsächlich auch noch nie, muss ich dazu sagen.

00:12:12: Deswegen kenne ich das auch nur von den Berichten der Partner.

00:12:15: Aber das ist auf jeden

00:12:15: Fall

00:12:16: die Gegend, die momentan die gefährlichste sein dürfte und wo die meisten Menschen versuchen wegzukommen?

00:12:22: Genau also die ist natürlich unter Beschurs.

00:12:26: dort ist die israelische Armee tatsächlich auch mit Bodentruppen jetzt einmarschiert.

00:12:32: Zuletzt war in den Medien dieser Fluss Litani, der markiert auch eine Grenze.

00:12:37: Und unterhalb dieses Flusses ist die Lage sehr prekär – das ist genau diese Region, die die israelische Regierung gerne als Pufferzone einrichten möchte.

00:12:48: Dort gibt es wahnsinnig viele kleine libanisische Dörfer, dort wohnen viele Menschen, die dazu aufgerufen wurden nicht zum ersten Mal ihre Häuser, ihre Felder und alles hinter sich zu lassen.

00:13:02: Wir erinnern uns – werden ja schon darüber gesprochen – im Jahr ist es zum Beispiel in der BK-Ebene kommen Familien an, die jetzt zum zweiten, zum dritten Mal auf der Flucht haben, zum zweiten oder zum dritte Mal ihre Dörfer, ihre Häuse verlassen.

00:13:20: Und das ist die Lage dort unten ... Es gibt Menschen, die haben ihre Dörfer verlassen.

00:13:26: Die haben einfach auch Angst.

00:13:28: gerade auch junge Menschen wollen mit ihren Kindern unter diesen Voraussetzungen nicht mehr dort leben in dieser großen Gefahr.

00:13:38: ob solche Leute wieder zurückkommen ist auch immer eine spannende Frage.

00:13:43: ältere Leute sagen oft sie möchten gar nicht mehr gehen.

00:13:46: Viele die Landwirtschaft haben, sagen ich kann doch mein Feld nicht zurücklassen.

00:13:50: Jetzt geht es ins Frühjahr.

00:13:51: jetzt wollte man eigentlich anpflanzen das ist auch so ein Thema und schon wieder soll man dann Dorf verlassen.

00:13:58: Es gibt aber auch Dörfer die das nicht tun wie

00:14:01: dort bleiben wollen.

00:14:02: tatsächlich habe ich da eine ganz nette Geschichte ja auch über unsere Partner gehört.

00:14:07: es gibt dieses Dorf einmal Scharp Das ist eines auch dieser fast ausschließlich christlichen Dörfer.

00:14:14: Vielleicht müssen wir da auch noch mal drüber sprechen, gerade im Süden gibt es ja auch noch diese reinen christlichen Dorfer.

00:14:21: das sind wirklich noch so überbleibsel als aus früheren Zeiten.

00:14:27: die Christen im Libanon werden ja auch immer weniger aus verschiedenen Gründen Kriegekonflikte in der Gesellschaft haben sie einen immer schwierigeren Stand werden auch oft diskriminiert und so weiter.

00:14:41: Und gerade junge Christen verlassen ja auch zunehmendes Land, gehen gerne ins Ausland... Also

00:14:46: die Anzahl der Christen ist...

00:14:47: Wenn sie gut ausgebildet ist?

00:14:49: ...stärker gesunken als die Anzahlen anderer Religionsgemeinschaften im

00:14:53: Libanon

00:14:54: genau.

00:14:54: Ja, also

00:14:54: der Libanonn ist traditionell war das vor Jahrzehnten noch bei ungefähr der Hälfte die Christen.

00:15:01: jetzt schwankt es so.

00:15:02: man geht davon aus dass inzwischen Schauen Sie sich, maximal dreißig Prozent der Bevölkerung sind noch Christen.

00:15:08: Aber gerade im Süden gibt es auch noch diese christlichen Dörfer die sowieso auch unter großem Druck stehen aufgrund dieser Abwanderungen.

00:15:18: welche Zukunft haben wir in dieser Gesellschaft?

00:15:21: werden wir akzeptiert können und sein Glauben noch frei ausleben usw.

00:15:25: Und da gab es jetzt auch ein schönes Beispiel eben in Almailchab einem Dorf wo die Menschen auch gesagt haben, wir wollen jetzt nicht mehr gehen.

00:15:35: Wir wollen es wirklich nicht mehr.

00:15:37: und sie haben einen Ortsvorsteher Shadi Sayah und ein Priester und alle sind da jetzt geblieben.

00:15:44: und... Da gibt's eine Kirche am Dorfplatz Our Lady Church wird die genannt.

00:15:50: Und da haben sich die Menschen versammelt auf dem Dorf Platz rund um die Kirche und haben die Glocken geläutet aber nicht zur Messe sondern als Signal, als Zeichen der Solidarität.

00:16:03: Wir sind hier und bleiben nicht mehr.

00:16:06: anstatt zu parken mal wieder in unsere Autos zu steigen.

00:16:09: Nein wir bleiben hier und haben die Kirchenglocken

00:16:11: geläutet.".

00:16:13: Und das war tatsächlich auch was es ging wie Rehal.

00:16:15: also das ist in den sozialen Medien auch zu sehen gewesen wie diese Gemeinde diesen Evakuierungsaufforderungen trotzdem einfach bleibt.

00:16:27: Es klingt toll.

00:16:27: Klappt das?

00:16:28: Jetzt kommt noch mal Nachsatz dazu, ich habe zuletzt die Info bekommen dass des Dorf inzwischen so gut wie evakuiert wurde.

00:16:38: Leider...

00:16:39: Wem wird das evakuiert?

00:16:42: Also man wird dazu aufgefordert es kommt dann auch israelisches Militär und schaut wohl auch obscheitischen Geflüchteten unterschlupft gewährt.

00:16:51: wird obscheitische Familien da irgendwie noch sind

00:16:55: weil sheetisch gleich gesetzt wird mit Hisbollah.

00:16:58: Genau, also da gibt es offizielle Aufforderungen das Dorf zu verlassen und es gab leider auch einen sehr tragischen Vorfall mit einem katholischen Priester in einem nicht weit entfernt gelegenen Dorf der dort zu Tode kam.

00:17:13: und ich denke dass das auch was damit zu tun hat, dass die Menschen vielleicht doch jetzt auch aufgeben, weil es ist nicht mehr ganz so ersichtlich Dass dieser Konflikt kurz sein wird, dass es eine Lösung geben würde ne schnelle.

00:17:25: Was ich weiß ist das die israelische Armee gerade auch eine wichtige Brücke über diesen Titaniflus gesprengt hat.

00:17:33: Die Menschen haben wirklich große Sorge, dass sie dort eingehäkesselt sind.

00:17:38: Das ist das was sich von den Partnern höre, dass die Nahrungsmittelversorgung schwierig werden könnte in diese Dörfer reihen.

00:17:44: also man versucht natürlich alles die weiterhin zu erreichen und zu versorgen.

00:17:48: Aber wenn diese Pufferzone ausgeweitet wird und die israelische Armee auch die Wege abschneidet

00:17:53: usw.,

00:17:54: dann ist ja zu dieser akuten Gefahr der Bombardierungen tatsächlich auch, wird es gefährlich für die Menschen?

00:18:01: Wenn dann keine Nahrungsmittel mehr durchkommen können.

00:18:04: Wobei die Landwirtschaft betreiben.

00:18:06: Das heißt im Prinzip könnten sie – ich denke da jetzt wirklich so an dieses kleine gallische Dorf – im Prinzip konnten Sie autark leben oder könnten Sie nicht?

00:18:14: Wie stellt sich die

00:18:15: Israelis diese Puffsone vor?

00:18:18: Das ist eben auch etwas, das ist sehr unklar.

00:18:21: Die Menschen im Libanon und im Süden haben große Angst vor dieser Pufferzone.

00:18:26: zum einen natürlich weil es eine militärische Puffezone gibt.

00:18:29: Es gibt immer wieder Angriffe sie sind nicht sicher.

00:18:32: aber zum anderen auch was bedeutet denn das möchte Israel hier längerfristig besetzen?

00:18:39: können die Dörfer überhaupt dort bestehen?

00:18:41: haben Sie eine Zukunft?

00:18:43: Und welche Zukunft dann?

00:18:44: Das ist sehr unklar, das heißt es steht tatsächlich auch auf dem Spiel für die Menschen ihre Heimat komplett zu verlieren und vertrieben zu werden.

00:18:53: Und in dieser unsicheren Situation ist die Frage haren wir noch aus wird es eine Lösung des Konflikts geben oder geben wir jetzt tatsächlich auf?

00:19:03: Aber könnten sie jetzt überhaupt rauskommen wenn die Brücken gesprengt sind?

00:19:07: Es gibt mehrere Brücken, aber also so eine Hauptroute über den Ditanifluss wurde jetzt gesprengt.

00:19:13: Genau und das ist auch das was dann Partner weiter oben uns sagen die diesen Süden im Blick haben, die mit der Versorgung betraut sind von Türos aus zum Beispiel die dann sagen es ist dann schwierig tatsächlich über diese Linie vielleicht auch irgendwann drüber zu kommen Und dass lässt sich momentan sehr schwer abschätzen für die Menschen und deswegen ist es völlig verständlich.

00:19:35: Viele sagen, vielleicht geben wir dann doch auf und gehen.

00:19:40: Es wird ihnen sehr schwer gemacht.

00:19:43: Israel hat ja zudem auch Angriffe geflogen bei dem Glyphosat versprüht worden.

00:19:49: Da

00:19:49: wollte ich dich gerade noch nachfragen.

00:19:51: Das hast du mir vorgesprochen.

00:19:52: Glythosat ist ein Pflanzenschutzmittel das ja auch Frau Klöckner ganz sinnvoll findet.

00:19:58: Was ist jetzt so schlimm daran?

00:20:00: Es kommt auf die Konzentration an tatsächlich.

00:20:03: Glyphosat ist in den verschiedenen Ländern ja unterschiedlich akzeptiert oder umstritten, wie du richtig gesagt hast.

00:20:09: Also es steht im Verdacht extrem krebserregend zu sein?

00:20:13: Richtig und es ist natürlich hier ein Mittel der Kriegsführung, der israelischen Armee.

00:20:18: Es ist auch bekannt das Glythosat, der auch über dem Gasastreifen ausgebracht wurde.

00:20:24: Und jetzt... Und

00:20:25: warum?

00:20:25: Ich meine, bis die Menschen Krebs bekommen dauert es ja dann meistens ein paar Jahre.

00:20:29: Also kann das eine Waffe sein?

00:20:31: Ist das eine biologische Waffe oder was ist das?

00:20:32: Warum machen sie das?

00:20:34: Es ist etwas womit sichergestellt wird dass die Menschen im Südlibanon, die dort Landwirtschaft betreiben momentan dort keine Zukunft haben können denn das Landwirtschaftsministerium hat Proben entnommen vom Boden.

00:20:48: ich kann das natürlich nicht überprüfen aber das ist auch das was in deutschen Medien zu lesen ist, dass die Konzentration vom Glyphosat – also das ist wahnsinnig hoch.

00:21:02: Also da wurden jegliche Richtwerte überschritten und das macht natürlich jegliche Landwirtschaft unmöglich für die nächsten Jahre.

00:21:11: und auch Ernten sind dann zerstört und das natürlich im Hinblick auch darauf, dass erst Teilweise sehr, sehr alten Olivenheine dort unten in Flammen standen.

00:21:23: Weil Angriffe mit weißem Phosphor geflogen wurden.

00:21:27: Also die Bilder gab es ja auch von brennenden Wäldern und Oliivenheinen.

00:21:31: Auch da wurde schon einiges zerstört.

00:21:33: Oliwenbäume sind ja langsam wachsen.

00:21:36: Was braucht's ja lange bis es zu guten Ernten kommt?

00:21:40: Das sind Oliwenfelder langen Jahre in Familienbesitz Und die Verwendung von Glyphosat hier als als Waffe geht sozusagen in die ähnliche Richtung, um eben Zukunft zu zerstören für die Landwirtschaft.

00:21:54: Es gibt Libanesen, die befürchten auch dass sie diesen Landstrich komplett an Israel verlieren und der von israelischen Siedlern dann auch genutzt werden könnte, die sich dort sesshaft erden könnten.

00:22:10: aber gut wenn durch Glyphosat Erst mal auf die nächsten Jahre hinzerstört ist Wilder wahrscheinlich dann keiner Landwirtschaft betreiben.

00:22:19: Ich würde grad sagen, das dürfte dem dann auch schwer fallen da was anzubauen wenn der wirklich der Boden unbrauchbar gemacht wird.

00:22:26: und das sind dann eben diese traurigen Aspekte.

00:22:29: Und dann passieren noch schlimme Dinge wie dieser tragische Todesfall dieses Priesters.

00:22:36: Wer war der?

00:22:37: Der hieß Pierre El-Rahi Und der war so fünfzig Jahre.

00:22:41: Ich habe das auch erst mal nach recherchiert, wir es ist kein Projektpartner von uns jetzt kein Direktor aber natürlich dort im Einsatz als Priester für die Kirche.

00:22:50: und da gab's einen tragischen Zwischenfall eben in diesem Dorf Al-Klahya.

00:22:55: Gabs einen Angriff und gemeine Mitglieder waren wohl in einem von Israel beschossenen Haus verletzt.

00:23:05: Er wollte dazukommen und den Menschen helfen, wurde dann eben selbst getötet.

00:23:11: Und da wird auch gerade nochmal klar die Gefahr für humanitäre Helfer, unsere kirchlichen Partner ist momentan enorm hoch.

00:23:20: Weil das natürlich Leute sind, die immer sagen sie bleiben an der Seite der Menschen und bleiben vor Ort, bleiben in den christlichen Dörfern wie ich es gerade geschildert habe aber man ist einfach schutzlos diesem ganzen Krieg aus liefert und weiß nicht, was morgen kommt.

00:23:35: Aber auch da im Süden unterstützt ihr Projektpartnerinnen, Projektpartners?

00:23:40: Was macht ihr da?

00:23:41: Genau also unsere Nothilfe die wir momentan leisten.

00:23:44: wie gesagt das ist ein guter Betrag von mehr als hunderttausend Euro.

00:23:50: Da geht auch ein Teil über die päpstige Mission in den Süden, in diese Dörfer nach Thüros, nach Meishein, Ebell, Debell, wie die Dörfe alle heißen.

00:24:02: Mehl, Brotkartoffeln sollen geliefert werden.

00:24:05: Diesel ist natürlich nach wie vor auch dort wichtig.

00:24:08: dann für die Kinder matratzend decken da gucken wir jetzt einfach dass dieser kurze Draht der kirchlichen Infrastruktur auch weiterhin und so lang wie möglich hält auch wenn Brücken zerstört werden auch wenn sich diese Dörfer in dieser Pufferzone befinden Bodentruppen dort stationiert sind.

00:24:28: Sie sind nicht ganz geräumt, es sind Menschen im Süden und die sollen so lange wie möglich versorgt werden.

00:24:34: Das ist jetzt momentan das Ziel.

00:24:37: Aber viele machen sich auf den Weg in den Norden durch die Bäkerebene oder nach Beirut.

00:24:46: Ist es denn im Norden sicher?

00:24:49: Interessanterweise habe ich auch Kontakt nach Tripoli, dass ja die große Stadt im NordEN da war ich schon zu einem Priester der dort eine Schule leitet, das ist eine ganz spannende Geschichte.

00:25:00: Das ist von der Kirche geführte Schule eigentlich in einem fast ausschließlich muslimischen Viertel, wo es auch immer wieder Spannungen gibt, wo die Menschen sehr arm sind.

00:25:11: Da ist diese Kirche für alle Menschen so der Zufluchtsort und der Zukunft bringt.

00:25:16: Wo man eine Ausbildung bekommt mit der man einen Beruf ergreifen kann, mit dem man anschließend Geld verdienen kann um leben zu können?

00:25:22: Genau!

00:25:23: Zu dem Schulleiter ist ja da auch Schulleite.

00:25:25: Abona Georges ein ganz toller Mann habe ich auch regelmäßig Kontakt und er hat per WhatsApp geschrieben, weil ich dachte was kriegen die denn da oben eigentlich mit von hier?

00:25:37: Das war jetzt auch irgendwie meine Frage.

00:25:38: Ich dachte das ist das Ziel, weil da alles noch...

00:25:41: Und der sagt natürlich es ist ein kleines Land und auch in Tripoli schreibt ja merkt man dass diese Spannungen zunehmen.

00:25:48: also er sagt tatsächlich so in der Bevölkerung Er ist ja auch in einem sehr armen Viertel unterwegs und er sagt, er muss gucken dass alle bei der Stange bleiben.

00:25:58: Es gibt immer wieder Streiks und er sagt die Spannungen nebenzu.

00:26:02: wirtschaftlich verschlechtern sich die Dinge nach wie vor.

00:26:06: er nennt hier Benzinessen usw.

00:26:10: Und sagt es ihm gerade die Schule eine große Last trägt und eher selbst.

00:26:16: das fand ich auch ein sehr schönes Beispiel.

00:26:18: er sagt Wir sind immer aufgerufen, bei den Menschen zu sein und allen zu helfen.

00:26:26: Aber manchmal können wir nicht mal mehr unserer eigenen Familie – ich spreche jetzt so weil ich gerade übersetzt aus dem Englischen – manchmal können weh nicht einmal mehr unsere eigenen Familie Sicherheit und Schutz

00:26:41: versprechen.".

00:26:42: Ja das sagt er.

00:26:44: Und das ist ganz im Norden wo eigentlich grade keine Konflikte oder wird zumindest keine Bomben fallen.

00:26:52: Genau, ja!

00:26:53: Aber eure Partner bleiben an der Seite der Menschen ihr unterstützt die Partner damit zumindest ein bisschen Hoffnung da ist und sie auch diesen Krieg wieder aushalten um danach die Ärmel hochzukrampeln und Verneumern zu fangen.

00:27:07: So traurig muss man es zusammenfassen, oder?

00:27:09: Also wie gesagt wir sind mit dem Libanon sehr gut verbunden.

00:27:12: meine Kollegen in der Auslandsabteilung die Projekte koordiniert momentan mit der Nothilfe.

00:27:18: Es ist auch dran da schnell immer Unterstützung und Hilfe auf den Weg zu bringen.

00:27:24: Und deswegen strengen wir uns alle gerade an beim Mission, dass die Partner vor Ort mit ihrer wichtigen Arbeit gut weitermachen können.

00:27:33: Das ist zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer.

00:27:35: Christina spannende Einblicke – auch wenn es mal wieder vom Schreibtisch war!

00:27:41: Aber ganz ehrlich ist glaube ich auch gerade der sichere Weg umzurecherchieren.

00:27:46: Vermutlich, aber wir können hier von uns aus dran bleiben und das auch weiter verfolgen.

00:27:51: Und die Menschen vor Ort, denen ihr vertrauen könnt?

00:27:54: Absolut!

00:27:55: Vielen Dank für diese Einblicke.

00:27:57: Sehr gerne.

00:27:58: Verabschieden wir uns für diesmal und hoffen dass du uns beim nächsten Mal wenn du hier bist ganz spannende Geschichten aus Madagaskar erzählen wirst.

00:28:05: Das mache ich auf jeden Fall.

00:28:06: Bis dahin tschüss sagen

00:28:10: Christina Baalbach

00:28:11: und Brigitte Strauß Das war

00:28:14: Reisewarnung mit M.München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien

00:28:19: Ein Podcast

00:28:20: von M. München produziert vom Katholischen Medienhaus St.

00:28:23: Michaelsbund.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.