Uganda: Ein bayrischer Weihbischof im Priesterseminar und ganz viele Märtyrer

Shownotes

Fast neidisch ist Weihbischof Rupert Graf Stolberg geworden, als er gesehen hat, wie viele junge Männer in Uganda Priester werden wollen - obwohl die Kirche ihnen dort nicht mal ein Gehalt zahlt. In diesem Frühjahr war er in Kampala und hat an den Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen des großen Priesterseminars teilgenommen. Mit im Studio ist missio-Redakteur Christian Selbherr, der selbst im vergangenen Jahr das Land besucht hat. Die beiden sprechen außerdem über die strengen Gesetze, nach denen Homosexuellen lebenslange Haft droht. Am Ende berichtet der Weihbischof noch von einem Besuch bei den Märtyrern von Uganda - 45 junge Männer, die wegen ihres Glaubens ermordet wurden.

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00:00:04: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zur ersten Maifolge der Reise-Warnung!

00:00:16: Heute habe ich mal wieder zwei Gäste im Studio.

00:00:19: den einen kennt ihr als treue Podcast-Hörerinnen und Hörern natürlich.

00:00:23: Herzlich Willkommen Christian Selbherr.

00:00:25: Ja hallo Ich freue mich dass ich mal zu Gast sein darf liebe Brigitte und hallo liebe HörerInnen.

00:00:30: Und

00:00:32: den zweiten kennt ihr wahrscheinlich auch, wenn ihr im Erzbistum München und Freising wohnt.

00:00:37: Dort eher im Süden bei uns ist Weihbischof Robert Graf Stolberg.

00:00:42: Wie schön dass Sie hier sind!

00:00:44: Herzlichen Grüß Gott.

00:00:45: vielen Dank für die Einladung.

00:00:47: ich freue mich auf unsere Gespräche.

00:00:49: Wenn Ihr euch jetzt fragt was macht der Weih-Bischof im Missiopodcast?

00:00:53: Ist der Monsignor Hubert nicht mehr Präsident von Missio München?

00:00:57: da wollen wir Euch jetzt nicht länger auf.

00:00:58: wie Folterspannen.

00:01:00: Sie sind hier bei uns in der Reisewarnung, weil sie uns von einer Reise erzählen wollen.

00:01:04: Nämlich eine Reise nach Uganda!

00:01:07: Wann war die genau?

00:01:08: Es war die Faschingswoche im Februar diesen Jahres.

00:01:12: Eine Woche war ich zusammen mit Monsignor Jehova und Philipp Stangel vom Mission München in Uganda um verschiedene Projekte und Seminare zu besuchen.

00:01:21: Christian du hast uns letztes Jahr hier im Podcast von Deiner Reise Nach Uganda erzählt.

00:01:27: zu den Quellen des Nielen, wer sich ... Ja stimmt.

00:01:30: Des Niel oder des Niels?

00:01:31: Ich weiß es immer nicht.

00:01:32: Vom

00:01:33: Niel!

00:01:33: Wie ist denn die ... Antiquellen vom Niel erzählt?

00:01:38: Du warst also wenn ich das richtig auf dem Schirm hab Anfang letzten Jahres.

00:01:41: Das ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her und deswegen was für mich auch schönzuhören als ich gehört habe sie sind gemeinsam für Missio eben unterwegs nach Uganda in dieses wunderschöne Land dass ich auch sehr gut in Erinnerung habe und einige Orte haben wir eben auch gleichzeitig, sozusagen nicht gleichzeitig besucht aber eben auch nacheinander so zu sagen.

00:02:02: Besucht.

00:02:02: deswegen freue ich mich auf ihre Eindrücke und ich erinnere mich gerne an Uganda

00:02:06: zurück.".

00:02:08: Und ich weiß dass der Christian Selper Sie gewarnt hat nämlich was unser kleines Spielchen am Anfang anbelangt.

00:02:15: Ich hätte nämlich gern drei Begriffe von Ihnen dienen einfallen wenn sie an die Reise denken.

00:02:20: Die Frage kommt für mich jetzt natürlich völlig überraschend.

00:02:22: Ja!

00:02:24: Und ich habe mich überhaupt nicht vorbereitet, deswegen habe ich auch

00:02:27: drei Begriffe

00:02:29: rausgesucht die mit dem selben Buchstaben losgehen.

00:02:32: Reichtum, Rhythmus, Religion.

00:02:36: Okay.

00:02:36: Das ist sehr interessant.

00:02:38: Alliterationen hattet ihr auch immer ganz gerne.

00:02:40: Dann

00:02:43: war das gar nicht so kreativ.

00:02:44: Das hab' ich auch mal versucht den Kolleginnen und Kollegen von Monsieur zu erst lernen aber... Was wollt ihr an Leute erzählen?

00:02:52: Sie sind zum ersten Mal in einem Podcast.

00:02:54: Das

00:02:54: ist richtig, ja!

00:02:55: Das

00:02:55: finde ich sensationell dass die da zu uns kommen.

00:02:58: Also Reichtum war das erste.

00:03:01: Damit kann ich gar nichts anfangen wenn nicht einen Uganda denke.

00:03:04: Und das

00:03:04: habe ich mir gedacht

00:03:06: Wer ist da reich?

00:03:08: Ja erstmal ist der Begriff als eine Provokation gedacht weil das Land zu den ärmsten Länder in der Welt gehört.

00:03:15: aber es gibt Wenn man den materiellen Blick weglässt, trotzdem einen großen Reichtum.

00:03:20: Einmal die Natur ist unwahrscheinlich schön ein fruchtbares Land nicht zu harrer Wüste, woran vielleicht manche denken wenn sie Afrika hören sondern es gibt auch wahnsinnig fruchtbare Regionen in Afrika und da gehört Uganda dazu.

00:03:34: also der Reichtums der Natur Flora und Fauna ist beeindruckend Und ja auch der Reichdom der Menschen Das unwahrscheinlich herzliche Menschen uns begegnet, unwahrscheinlich hilfsbereit, aufmerksam.

00:03:49: Wir haben uns immer willkommen gefühlt wo wir auch waren und das war eine sehr bereichernde Erfahrung.

00:03:54: Sie strahlen auch wirklich immer noch über das ganze Gesicht wenn sie davon erzählen.

00:03:58: Rhythmus war das zweite?

00:04:00: Rhythmuss kann man sich denken!

00:04:02: Wir haben viele afrikanische Tänze auch vorgeführt bekommen.

00:04:06: Es war unseren Gastgebern immer auch ein großes Anliegen ihrer eigene Kultur zeigen zu können und als Europäer fasziniert uns natürlich gerade der Rhythmus, der im afrikanischen Blut irgendwie scheinbar drin ist.

00:04:19: Und in den Tänzen, in der Begeisterung zum Ausdruck kommt das war auch was sehr beeindruckendes.

00:04:26: So und jetzt war das dritte Wort mit er dass ich schon wieder vergessen.

00:04:30: religion

00:04:32: über die reden wir wahrscheinlich ein bisschen intensiver.

00:04:33: heute

00:04:34: wird die wärme sicher noch intensiver reden aber ich war wie sagt man eudeutsch geflasht.

00:04:40: Wir haben drei Seminare besucht und wie voll die Seminaren sind.

00:04:47: Zwei hundert, dreihunderte Seminaristen ist ganz normal.

00:04:52: Da wird man ganz neidisch wenn man an München- und Preising denkt oder andere deutsche Seminäre.

00:04:58: Das ist phänomenal!

00:05:00: Wie die Religion da blüht das war sehr beeindruckend ja?

00:05:04: Sie werden uns gerade von der Religion und vom Priester Seminar gleich noch viel mehr erzählen.

00:05:09: Aber bevor wir damit anfangen, würde ich gerne noch so ein paar Datenfakten zahlen über das Land in die Runde werfen.

00:05:16: Nämlich mit unseren Länder-Infos.

00:05:19: Uganda ist ein Binnenstaat im Osten Afrikas.

00:05:21: der Äquator verläuft doch den Süden des Landes.

00:05:24: Gut, forty-fünf Millionen Einwohner leben auf knapp zweihundert fünfzig tausend Quadratkilometern – das sind knapp zweihundert Einwohner pro Quadrat Kilometer!

00:05:33: Das politische System ist eine autokratisch regierte präsentielle Republik seituluhr.

00:05:41: Aufgrund von Korruptionen der organischen Regierung und der Verschärfung der gesetzlichen Strafgesetze gegen homosexuelle Menschen, es droht lebenslangehaft, setzten vor gut zehn Jahren eine reiwestliche Staaten die Entwicklungshilfe für Uganda vorübergehend

00:05:55: aus.".

00:05:56: Sein Bildungssystem hat Uganda in den vergangenen Jahrzehnten stark weiterentwickelt.

00:06:00: Inzwischen können Dreiviertel der Bevölkerung lesen und schreiben, das sind zehn Prozent mehr als noch vor zehn Jahren!

00:06:07: Die Kirchen sind beim Bau von Schulen und Universitäten besonders gefragt.

00:06:11: Rund eighty-fünf Prozent der Gesamtbevölkerung Uganda sind Christen, vor allem Katholiken und Anglikana – etwa vierzehn Prozent der Uganda sind Muslime.

00:06:21: Seit einiger Zeit gewinnen allerdings evangelikale Christen der Pfingstbewegungen sowie andere Freikirchen an Einfluss, v.a.

00:06:27: dank US-amerikanischer Förderung, wodurch die römisch-katholische und die anglikanischen Kirche erhebliche Mitgliederverluste

00:06:34: erleiden.".

00:06:36: Der Anlass ihrer Reise war das Fünfzigjährige Bestehen des großen Priester-Seminars.

00:06:42: Sie haben eben schon gesagt, da sind wirklich viele Seminaristen... wie groß ist denn groß?

00:06:48: Ja, das sind zwei Seminare nebeneinander.

00:06:50: Direkt Grundstück an Grundstek und das eine hatte ich schon sein fünftigjähriges Jubiläum, d.h.

00:06:56: GABA und das Nachbarseminar heißt Mbaga.

00:07:00: Das Lautmaler ist sehr ähnlich!

00:07:03: Das ist ein spätberufenden Seminar, wobei man sich da nicht so etwas vorstellen kann wie bei uns spät berufenen Seminare gestrickt sind.

00:07:12: So ein spätenberufender Seminar heißt dort das sind Theologiestudenten die nicht in einem kleinen Seminar waren.

00:07:18: Die kleinen Seminaren sind bei

00:07:20: uns so

00:07:21: gut ausgestorben.

00:07:23: Das waren also Schulkinder, die in Seminare gegangen quasi Internate gegangen sind.

00:07:28: Gab's bei uns früher auch.

00:07:29: Traunstein war das letzte

00:07:31: in

00:07:31: München und Freising.

00:07:33: Freising selber gab es auch ein kleines Seminar.

00:07:34: Also gleich

00:07:35: im Hinblick darauf dass die Leute möglicherweise Priester werden wollen?

00:07:38: Unter anderem ja.

00:07:39: Das war das kleine Sinn.

00:07:40: Ja okay

00:07:42: Und das gibt es in Uganda noch weit verbreitet Kleine Seminaren.

00:07:47: aber es gibt eben auch junge Männer, die später sagen sie wollen Priester werden und kein kleines Seminar besucht haben.

00:07:53: Die haben die Möglichkeit in diesem Seminar einen Bagger.

00:07:57: Dann Theologie- und Philosophie gleichzeitig zu studieren.

00:08:01: Ansonsten ist das auseinandergezogen in den anderen Seminaren Und da ist die Ausbildung etwas komprimierter eben für Leute, die schon etwas älter sind.

00:08:09: Etwas älters heißt dann so achtzehn nach dem Abi und wenn ich das richtig verstehe?

00:08:14: Okay Spätberufenden Seminar gibt es im Erzbistum auch, da sind die Leute so um die dreißig oder?

00:08:20: Genau.

00:08:21: Das sind Leute, die entweder das Abitur noch nachmachen, oft nach einer Berufsausbildung oder es gibt dann auch in Landeshofen, im Rheinland noch die Möglichkeit für Menschen, die keinen Abiturs haben auf dem sogenannten dritten Bildungsweg eine theologische Ausbildung zu machen und Priester zu werden.

00:08:41: Zurück nach Uganda!

00:08:43: Wie war denn die Feier?

00:08:44: Ausgebig.

00:08:48: Ein Riesenfest, Mots-Zelte aufgebaut für den Gottesdienst einer vier Zeltes wie ein Vierkanthof so aufgebaut.

00:08:57: in der Mitte war eine Freifläche aber sowohl die Gottesdiensteilnehmer als auch die Zelebranten waren alle überdacht.

00:09:04: das war auch gut weil es hat im Laufe des Gottesdiens zu Regenen angefangen.

00:09:09: In Afrika.

00:09:10: Fast jeden Tag geregnet.

00:09:12: War gerade

00:09:13: Regenzeit oder?

00:09:14: Nein, aber die Regentrockenseite verschieben sich auch ein bisschen.

00:09:18: Da merkt man so den Klimawandel und nicht dass es trockener wird sondern dass in der Trockenzeit auch mehr Regen ist was für das Klima aber auch nicht so ideal ist.

00:09:28: Ja

00:09:28: okay ich habe sie unterbräunten.

00:09:29: Entschuldigung!

00:09:30: Kein Problem.

00:09:31: Also es gab einen Vierkantz-Zelthof... Was war in der Mitte?

00:09:35: Nach innen offen in der mitte war die Tanzfläche.

00:09:37: die wurde erst dann nach dem Gottesdienst gebraucht.

00:09:43: mehrere hundert Priester da, Konzelebranten an die Dreißigbischöfe.

00:09:49: Und viele, viele, die mitgefeiert haben, Seminaristen, Angehörige von den Seminarsten also...

00:09:56: Also das Tanzen kam nach dem Gottesdienst?

00:09:58: Genau!

00:09:58: Aber wie lang hat denn der Gottesdienst

00:09:59: gedauert?!

00:10:01: Mir wurde gesagt, der war relativ zügig für afrikanische Verhältnisse.

00:10:05: Es waren ungefähr zwei Stunden.

00:10:07: Ja das ist flott!

00:10:09: Ich hatte ja auch das Vergnügen in Kenia ein zu besuchen.

00:10:14: Zwei Stunden ist okay aber es war ganz normal.

00:10:17: also... Ein leiches

00:10:17: musikalisches Programm von europäischer Klassik bis afriikanischer Musik alles mit trenn und der Gottesdienst findet in mehreren Sprachen statt.

00:10:30: Hauptsprache ist Englisch, aber dann auch die verschiedenen Stammesprachen von den Seminalisten, die in dem Seminar sind.

00:10:36: Und uns zu ehren hat man sogar eine deutsche Führbitte eingebaut.

00:10:40: Das hat uns natürlich auch gefreut.

00:10:43: Die Herzlichkeit dieser Menschen, dieser Reichtum an Gastfreundschafts, dass da eine Sensibilität da ist, dass man sowas denkt.

00:10:51: Sie könnten sich freuen wenn sie auch was in ihrer Landessprach hören und...

00:10:56: Hat

00:10:57: geklappt!

00:10:59: Sie haben eben schon gesagt, dass sie so ein bisschen neidisch sind angesichts der Menge der Menschen oder der Männer die Priester werden wollen.

00:11:07: Wie kommt es denn, dass da so viele Männer dort den Beruf ergreifen wollen?

00:11:11: Weil ich denke mir jemanden, der sich einen Studium leisten kann, der könnte ja auch sich irgendeinen Beruf aussuchen bei dem man richtig Geld verdienen kann.

00:11:21: Ja erst mal... Ich glaube wie wir die Zahlen noch gar nicht gesprochen sind in diesem Seminar, das jetzt sein Jubiläum gefeiert hat, also dreihundertzwanzig Seminaristen.

00:11:29: Die Schwestern mussten ihren Konvent jetzt verlassen, weil der Platz nicht mehr gereicht haben.

00:11:33: Sie sind auf ein Nachbargrundstück gezogen und da haben sie jetzt notwendig neuner Zimmer für Seminaristen eingerichtet also wo neue Seminaristinnen in einem Zimmer schlafen.

00:11:45: Das kann man sich bei uns gar nicht mehr vorstellen Und ist auch für deutliche Verhältnisse eher bescheiden.

00:11:51: aber sie wissen nicht wie die Leute unterbringen sollen.

00:11:53: Woher das kommt.

00:11:54: dass da so viele Berufungen sind muss ich ehrlich sagen.

00:11:58: Ich kann es auch nicht fassen und habe auch keine wirklich plausiblen Erklärung von unseren Gastgebern gehört.

00:12:07: Ich bin jemand, der sagt durchaus da ist der liebe Gott auch am Wirken – daran glaube ich fest!

00:12:13: Aber es ist natürlich auch eine Atmosphäre in dem Land, in den Vereinen.

00:12:18: wo Gott wirken kann sind lebendige Vereine.

00:12:22: Woher kommen junge Männer, die sich entscheiden, Priester zu werden?

00:12:25: Natürlich aus einem katholischen Milieu.

00:12:28: Aus einer Umgebung, wo der Glaube lebendig gelebt wird und begeistert.

00:12:32: Da tun sich junge Männer leichter zu sagen, da will ich mein ganzes Leben drauf verwenden.

00:12:39: Und da möchte ich mich einbringen und in den Nachfolge Christi treten.

00:12:43: Das ist sicher ein wesentlicher Faktor!

00:12:46: Was ich manchmal gefragt wurde, wie ich zurückkam, ja da wären doch sicher so viele Priester weil das ein gesellschaftlicher Aufstieg ist.

00:12:53: Genau könnte man meinen.

00:12:55: Das kann nicht bestätigen.

00:12:58: die Priester bekommen dort kein Gehalt vom Bischof sondern müssen selber für ihren Lebensunterhalt sorgen.

00:13:04: es gibt manchmal ein bisschen Unterstützung durch Mesh Dependien aus Europa Aber das war es auch schon.

00:13:09: Es ist nicht so, dass man dann sozial abgesichert wäre.

00:13:13: Kein

00:13:14: geregeltes Einkommen?

00:13:15: Man muss selber für sein Lebensunterhalt sorgen und lebt auf dem gleichen Niveau.

00:13:21: weh die Gemeindemitglieder, die einem anvertraut sind.

00:13:24: Das meinte ich eben mit dieser Frage.

00:13:26: Wenn die Studienberechtigung haben könnten sie ja auch was studieren, was richtig Geld reinbringen würde, um eben diesen sozialen Aufdeck zu schaffen.

00:13:33: Aber es scheint eine andere...

00:13:35: Ja die haben ja nachher dann ich kann mich auch an einen Priester erinnern den ich damals getroffen habe in Zufällig in der Unterkunft auch wo wir paar Tage übernachtet hat.

00:13:43: Der hat uns dann erklärt wie viel die auch so nebenbei arbeiten.

00:13:45: also die haben alle dann eine Landwirtschaft oder zumindest ein Garten wo sie Gemüse anbauen und Tiere halten.

00:13:51: Also als Priester ist man dann eben auch oft in verschiedenen Berufen tätig, um sich selber auch zu finanzieren.

00:13:59: Ich glaube schon auch das es so eine Art Aufstieg vielleicht sein kann für manche weil ja doch viele aus einfachen Verhältnissen auch dabei sind.

00:14:08: Weil der Priester-Beruf einfach da auch ein Angesehener ist.

00:14:11: Das könnte ich mir schon vorstellen dass es so einer Art Wertschätzung oder Ansehen Stellung in der Gesellschaft ist, der damit mit einem hergeht dem er auch ein bisschen anstreben kann.

00:14:20: Vom Ansehen her gebe ich Ihnen recht, aber vom Mathehlen ist es kein Aufstieg.

00:14:25: Da

00:14:26: hat man keine Vorteile.

00:14:29: Es ist natürlich ein Unterschied zu anderen Studiengängen.

00:14:32: die Kirche unterstützt und man muss keine Studiengebühren zahlen oder ähnliches.

00:14:36: das macht es natürlich leichter einen Studium zu machen.

00:14:39: da spielt auch eine Rolle

00:14:42: Und wahrscheinlich hat es auch damit zu tun, wie Sie sagen.

00:14:45: Hierzulande hat man ja kaum noch Bekannte die den Beruf, die diese Laufbahn ergreifen dadurch dass einfach viel weniger sind.

00:14:52: dort ist das so, dass man halt mehr Vorbilder dann wahrscheinlich auch hat wenn der das macht oder der Nachbar oder sogar ein Onkel oder jemand aus der Familie dann überlegt man sich das für sich selber vielleicht auch schneller könnte ich mir vorstellen.

00:15:05: und was natürlich auch mit rein spielt bei uns junge Männer die sagen sie wollen Priester werden.

00:15:11: Wenn erst mal kritisch hinterfragt bist du wahnsinnig, warum machst du so was?

00:15:15: Ja.

00:15:16: Und das ist natürlich ganz anders.

00:15:17: da hat man Respekt wenn ein junger Mensch diesen Weg gehen will und werden die jungen Menschen eher bestärkt als hinterfragt.

00:15:26: Ganz genau also.

00:15:26: es hat glaube ich einfach auch etwas mit dem Stellenwert den Kirche in dem Land hat

00:15:31: zu tun.

00:15:31: Absolut ja.

00:15:32: Aber arbeiten vorher war ein ziemlich gutes Stichwort für die nächste Frage, die ich hier auf meinem Zettel stehen habe.

00:15:38: Weil einige dieser jungen Priester gehen ja zum Arbeiten auch noch Bayern hast du rausgefunden?

00:15:45: Sind jetzt normale... Priester des Erzbistums oder irgendwie Gäste?

00:15:49: Ich weiß es nur von meiner Entschuldigung, ich weiß nur von meinen Heimatorten.

00:15:51: Also meine Heimat im Heimat-Ort ist gelegentlich im Sommer ein Vater Placid aus Uganda und in Miesbach unserer Kreisstadt ist auch der Vater Primus, der schon seit vielen Jahren kommt und mir ist das eben irgendwie eingefallen.

00:16:07: Aber das

00:16:07: sind Urlaubsvertretungen, oder?

00:16:09: Ich weiss jetzt nicht so genau.

00:16:10: deswegen ja.

00:16:11: Ja, das meiste sind Urlapsvertretung Auch das finde ich phänomenal, die lernen aus eigenem Antrieb

00:16:19: auch

00:16:20: mit Computertechnik fremde Sprachen um dann eben als Urlaubsausschrift ... Stimmt!

00:16:25: Die müssen ja zumindest ein bisschen Deutsch können.

00:16:27: Ja und sie können das richtig gut wirklich.

00:16:29: also

00:16:30: sind unwahrscheinlich wiss-und lernbegierige Menschen.

00:16:33: wenn ich auch meine Schulzeit denke habe ich manchmal doch nur dass getan was notwendig ist.

00:16:41: bei der Mehrheit ganz anders, die wollen wirklich lernen und wollen Wissen ansammeln.

00:16:46: Siehmerzeitschancen

00:16:47: auch her?

00:16:47: Die wissen sich aufsaugen mit einer Begeisterung.

00:16:51: das ist wirklich faszinierend!

00:16:52: Und da haben wir etliche aus Uganda und auch anderen afrikanischen Ländern, die dann in den Sommermonaten hierher kommen als Urlaubsvertretungen natürlich für ihre Heimat ein bisschen Geld sammeln Aber auch andere Kulturen kennenlernen, Eindrück gesammeln und das ist eine Bereicherung für beide Seiten.

00:17:12: Man könnte ja auch fast sagen, dass es Missionierung andersrum?

00:17:15: Ein bisschen ja!

00:17:18: Also ich weiß nicht was die Priester dann sagen ob sie mit oder du mit dem mal gesprochen haben wie die Bayern empfinden.

00:17:25: Ja, also die sehen das schon auch als so eine Art Missionseinsatz weil sie natürlich auch um die Situation wissen wie es in Europa ist.

00:17:34: Die Situation man hat hier mehr das Gefühl wenn ich gläubig bin es meine Privatsache oder ich bin schon in der Minderheit und so weiter.

00:17:43: Das wissen die natürlich schon, ob sie immer genau die Erfahrung vorher schon erwarten können wie es nachher dann auch wirklich ist.

00:17:49: Das wäre natürlich interessant zu wissen.

00:17:52: Könnt man vielleicht auch mal jemand einladen hier in die

00:17:55: Sendung?

00:17:56: Und das ist natürlich auch ein Unterschied, ob ich für paar Wochen als Geistlicher in einem anderen Land mit Hilfe oder auf Dauer...

00:18:03: Stimmt!

00:18:03: ...das erleben wir auch immer wieder wenn Priester aus anderen Ländern zu uns kommen.

00:18:07: Es ist eine Riesen-Herausforderungen nicht nur die Sprache.

00:18:11: wenn ich dauerhaft hier bin in einer Pferei, dann muss ich wirklich gut Deutsch können.

00:18:15: In der Urlaubsvertretung verzeihen es die Leute, wenn das mal ein paar Wochen ein bisschen holprig ist... Ist

00:18:20: ja auch spannend dann!

00:18:23: Man

00:18:23: erfährt aus anderen Ländern Neuigkeiten.

00:18:27: aber wenn man auf Dauer hier ist, muss man richtig gute Sprache können und auch eine Sensibilität für eine andere Kultur haben weil die Welten sind doch sehr sehr unterschiedlich zwischen Afrika und Europa.

00:18:38: ans Eingemachte geht.

00:18:39: Das geht ganz tief ins Herz hinein und da muss ich eine hohe Sensibilität für ne andere Kultur haben, das Karisma hat nicht jeder also auch umgekehrt.

00:18:48: wenn ich mir vorstelle ich würde jetzt für den Rest meines Lebens nach Uganda gehen ich glaube ich wäre dort ein schlechter Seelsorger weil ich einfach zu alt bin um mich wirklich noch in die Kultur hineinzuleben geschweige denn die Sprache zu lernen.

00:19:00: Spannend

00:19:00: dass sozu sehen.

00:19:01: ja Wie komme ich dann jetzt auf die christlichen Schulen?

00:19:06: Weil wir haben ja eben in den Länderinfos gehört, dass das Schulsystem oder der Staat in Sachen Alphabetisierung richtig zugelegt hat.

00:19:15: Die Secondary Schools sind inzwischen auch kostenlos, aber es gibt einen Bevölkerungswachstum von ungefähr drei Prozent jedes Jahr.

00:19:23: Das heißt, es kommen immer mehr Kinder die in die Schulen wollen und deshalb sind private Träger zu denen ja die Kirchen gehören auch gefragt.

00:19:31: Und der Staat ist ganz dankbar wenn die möglichst viele Schulen bauen.

00:19:36: Aber was bedeutet das denn andersrum für die Kirche?

00:19:38: Also die Kirchin tun das ja ganz gerne Haben die dadurch auch irgendwie Einfluss auf das Wertesystem der Schülerinnen und Schülern?

00:19:45: Also hilft das sozusagen auch.

00:19:49: Das war durch die Jahrhunderte so... Die Kirche hat sich immer in Bildung engagiert, seit ihren Anfängen eigentlich.

00:19:56: So ist es Christentum.

00:19:58: Auch bei uns groß geworden hat eingewurzelt unsere Kultur über die Bildungsangebote.

00:20:05: Und so reich ich auch Allmählich über die Generation hinweg, wenn ich den Bildungsstandard steigere.

00:20:13: Ein Wohlstand für eine Gesellschaft und natürlich spielen auch die christlichen Werte da eine wesentliche Rolle.

00:20:20: Interessanterweise hat mir noch nicht jemand aus der Filmbranche aus einem ganz säkularen Umfeld gesagt.

00:20:27: Eine Dame ist ja aber jetzt ein Buch gelesen über die christliche Ehe Und da ist ihr plötzlich klar geworden dass das christliche Verständnis mit zur Stabilisierung Europas beigetragen hat.

00:20:40: Weil wenn die Gesellschaft in der kleinsten Keimzelle stabil ist, dann kann davon Stabilität für die ganze Gesellschaft ausgehen.

00:20:47: So ein Beispiel wo das Christen zum Zurstabilisieren und zum Wohlstand einer Gesellschaft beiträgt.

00:20:53: Und das passiert auch in den kirchlichen Schulen In Afrika und anderen Orts.

00:20:57: Deswegen ist es Ein ganz wichtiger Auftrag von Kirche sich an der Bildung zu engagieren.

00:21:03: Dadurch habe man auch so einen gewissen Standardanbildung vergleichbar ist, also dann kann man auch schnell sagen ja was sind denn eigentlich die Dinge die man wissen muss um sein Leben zu gestalten egal in welcher Kultur man groß geworden ist?

00:21:17: und gerade in Uganda da gibt es ja auch schon lange große Universitäten die ich glaube wie heißt die Markeräre-Universität glaub ich in der Hauptstadt.

00:21:26: die war schon in den fünftiger sechziger Jahren glaube ich so ein wirkliches Zentrum der Bildung für ganz Ostafrika.

00:21:33: Da ist Uganda schon immer vorne dran gewesen.

00:21:36: oder wenn du dich erinnerst, als wir vom Südzudan gesprochen haben letztes Jahr hatte der Komponi-Missionar Gregor Schmidt uns damals erzählt und also dort dann hatte der ja medizinische Schwierigkeiten.

00:21:48: Also nachhinein zum Glück nichts gravieren das aber er musste sich einen Zahnarzt suchen den er im Südzu dan nicht finden konnte.

00:21:55: deswegen ist er nach Uganda geflogen weil dort dieser Eingriff problemlos möglich war.

00:21:59: Und da sieht man, dass Uganda einfach vom Standard her von der Bildung von dem was dort so möglich ist, ist Uganda schon auf einem hohen Niveau.

00:22:09: Da hat die Kirche, Kirchen kann mal durchaus sagen auch die anglikanische Kirche über die Briten als Kolonialmacht und die katholische Kirch im großen Teil dazu beigetragen.

00:22:19: Der Anteil ist ungefähr gleich groß ne?

00:22:20: Beide sind so vierzig Prozent der Bevölkerung.

00:22:22: gut

00:22:23: Das ist etwas mehr Katholikner als Anglikraner.

00:22:25: Ja, um die so, dreiundvierzig zu, siebendreißig oder sowas?

00:22:28: Die ersten Missionale waren weiße Väter aus Europa und dadurch ist die katholische Kirche die stärkste Konfession.

00:22:37: Jetzt haben wir eben aber auch gehört dass evangelikale freikirchliche Christliche Gemeinschaften immer mehr Einfluss gewinnen.

00:22:46: wie macht sich dieser Ausbreitung bemerkbar?

00:22:49: Also laufen den katholischen und den anglikanischen Gemeinden jetzt Leute weg?

00:22:54: Da habe ich jetzt auf meiner Reise keine Kontakte mit evangelikalen Gruppierungen gehabt.

00:22:59: Und bei der Feier des Seminars, das bließte Seminar beim Jubiläum war das auch kein Thema.

00:23:05: aber rein statistisch kann man lesen Sie dass die Abwandern von den anderen christlichen Kirchen.

00:23:11: Der Islam wird auch etwas stärker durch die Flüchtlinge natürlich vor allem aus den Nachbarländern.

00:23:18: Ich bin auch gespannt, wie es weitergeht jetzt wo Amerika seine Entwicklungshilfe quasi fast eingestellt hat.

00:23:25: Ob sich da nochmal etwas verschieden verändert wird man sehen.

00:23:29: Weil das ist ja das merkwürdig.

00:23:31: Es gibt irgendwie Einfluss durch Spenden amerikanischer freikirchlicher Gemeinden aber die offizielle Entwicklungshhilfe wurde von jetzt auf gleich auf null gestellt.

00:23:43: Ich kenne die einzelnen Figuren dann nicht so sehr, aber damit einhergeht ja schon auch ein gewisses Feldbild was da auch aus USA vermittelt wird.

00:23:53: Die sich mit christlichen Werten identifizieren, aber wo man nicht genau weiß ist es eher eine politische Richtung, die jetzt stark Donald Trump unterstützt hat.

00:24:03: So aus der Ecke sind halt viele auch, die in Afrika aktiv sind und das würde ich jetzt als europäischer Sicht schon sagen.

00:24:10: mag sein dass es köstliche Werte sind aber es sind nicht unbedingt gleich die mit denen ich mich identifizieren würde.

00:24:17: Aber so am Randel bei so einer Feier steht man ja dann auch mal irgendwie an den Buffet.

00:24:20: Und dann kommt man in einen Smalltalk, hat da keiner was dazu gesagt?

00:24:24: Nein, da war das

00:24:24: klar.

00:24:25: Was man eher vielleicht sieht ... Das kenne ich jetzt aber eher von Kenia.

00:24:28: Ich weiß nicht, ist es Ihnen auch so gegangen, dass wir so in der Stadt oder im Land sieben halt auch sehr viele verschiedene Kirchengemeinden die die fantasievollsten Namen oft auch dran haben.

00:24:37: Pentecostal United Church of the Great Universe oder so...

00:24:43: Stimmt!

00:24:44: Ist mir auch aufgefallen wo man sich denkt, das klingt jetzt nicht so ganz katholisch.

00:24:52: Ich glaube es ist freikältige Evangelikalyspektrum, ist ja immens weit.

00:24:56: da gibt es durchaus ernstzunehmende Gruppen.

00:24:59: aber es gibt auch Kopierungen die Insektererische gehen, die ein sehr extremes Schwarz-Weiß Bild haben dass eher menschenverachtend ist als die Warmherzigkeit Gottes transportiert.

00:25:12: ich sag mal so wenn es Leute sind Herrn Trumps Ideen zustimmen, dann ist es wahrscheinlich nicht so menschenfreundlich oder?

00:25:21: Oder nur für eine bestimmte Gruppe.

00:25:23: Ja

00:25:23: also ich tue mich da immer schwer weil ich will's eigentlich vermeiden dass man die Leute sofort verurteilt.

00:25:27: mehr ist das nur total rätselhaft wie man in dieser Denke so drin sein kann.

00:25:34: Weil für die Leute ist es in sich ja logisch und mag auch seine Berechtigung haben.

00:25:39: jeder soll glauben wie er möchte.

00:25:41: Ich bin nicht der Meinung was

00:25:42: manchmal vielleicht verführerisch ist einem sehr einfache schwarz-weiß Antworten geboten werden.

00:25:48: Die Welt wird auf einmal sehr einfach erklärt, aber sie ist in Wirklichkeit halt nicht so einfach.

00:25:53: und eigentlich ist das Christentum in der Lage dieser Komplexität der Welt zu begegnen und Antworten draufzufinden, aber Sie sind halt nicht schwarz weiß sondern erleben wir im Evangelium rauf und runter wie Jesus mit Sünde umgeht.

00:26:08: Er brandmarkt die Sünde, ist aber unendlich barmherzig mit den Sündern des Lebens, auf die der Glaube auch Antworten haben muss.

00:26:18: Das sind wir eigentlich genau bei diesem Thema Homosexualität.

00:26:22: also in Uganda gibt es da wirklich harte Strafen, vierzehn Jahre Strafe sind die Regel.

00:26:30: Es wird immer wieder darüber diskutiert, die Todesstrafe dafür einzuführen.

00:26:33: In den Jahren im Jahr und zwanzig kam jetzt noch mal eine Verschärfung das Wissen um die Homosexualkeit eines anderen bestraft werden kann.

00:26:43: Also ich weiß, dass die katholische Kirche in Deutschland da sehr vehement widerspricht.

00:26:48: Dass das auf jeden Fall menschenunwürdig ist was dort nicht menschenfeindlich ist, was da gemacht wird.

00:26:55: Wie ist es denn in Uganda?

00:26:56: Also jetzt gerade auch vor dem Hintergrund dieser evangelikalen Gruppen, die von Trump unterstützt werden?

00:27:02: Die werden wahrscheinlich der Regierung wie sagt man also die gleiche Richtung einschlagen wie die Regierung?

00:27:07: Was sagt die kartholische kirche oder sagt die amerikanische kirch in Uganda dazu?

00:27:11: Mein Eindruck ist, dass die Gesetzgebung dazu beiträgt, dass es ein Thema ist das Tod geschwiegen wird.

00:27:18: Was sicher gerade auch in der Priesterausbildung problematisch sein kann weil natürlich gibt's das Phänomen auch in Afrika da müssen wir nicht drum herum reden und es ist ganz normal.

00:27:29: aber die Frage ist wie gehe ich mit um?

00:27:31: Und das ist sicher eine Herausforderung gerade in der Pristerausbildung wenn man über solche Dinge nicht offen sprechen kann junge Menschen wirklich zu Reifenpersönlichkeiten auch zu erzählen und zu fördern, dass die Persönlichkeit Reifen kann.

00:27:46: Aber offizielle Stellungnahmen oder sowas gibt es weder von den einen noch von den anderen?

00:27:50: Naja, ich habe das schon damals auch so ein bisschen mitgelesen wie du sagst und da war es schon eher so dass ja die deutsche Bischofskonferenz hat sich da geäußert als die Gesetzgebung verschärft wurde in Uganda.

00:28:02: Und von der Ugandischen Kirche war dann also von der katholischen Seite weiß ich zumindest da war's schon eher zurückhalten.

00:28:09: man darf natürlich nicht vergessen ist es auch ein schwieriges politisches System.

00:28:13: Also das ist nicht so leichtsich zu äußern weil es ja wie gesagt wurde in den Länderinfos eine Autokratie, also das heißt ja auch freie Meinungsäußerung mags im bestimmten Bereich geben aber eben nicht in allen Bereichen und da muss man eben auch als Kirche sich gut überlegen inwieweit man sich positioniert.

00:28:34: Und deswegen wie Sie sagen ist dann auch sehr viel Schweigen oftmals wo wir uns vielleicht aus unserer europäischen Sicht, aber das ist halt unsere Sicht.

00:28:43: Wir würden uns da vielleicht klare Positionen wünschen.

00:28:48: Aber die Realität ist oft eine andere.

00:28:52: Und wahrscheinlich auch das Ansehen innerhalb der Gesellschaft?

00:28:55: Es gab einen ganz interessanten Radiobeitrag vor kurzem, ich glaube der war von einer deutschen Welle oder so.

00:29:02: Der hieß irgendwie we are there.

00:29:04: also wie Sie sagen da kommen eben auch Menschen zu Wort die eben sagen ja ich habe die homosexuelle Neigung und es gibt's halt und das war aus Kenia und Uganda.

00:29:12: Das waren Stimmen die halt gesagt haben unser Leben ist nicht einfach und wir sehen dass wenn wir Projektbesuche machen in Flüchtlingslagern zum Beispiel gibt's auch immer wieder die Leute die sich da eben verstecken.

00:29:24: Ich habe eine Stimme im Ohr von einer unserer Projektpartnerinnen aus Nairobi.

00:29:29: Die hat dann gesagt, those people are forever on the run!

00:29:32: Die sind immer auf der Flucht weil es ist natürlich eine Lebensform die nicht offen auszuleben ist.

00:29:38: Es sei denn unter Geristen gefahren.

00:29:41: und ja ich würde mir da sicher auch mal mal vielleicht denken, wäre es möglich dass da auch die Kirche noch offener sein könnte gerade in Uganda und Kenya?

00:29:51: aber Ja, das ist nur meine Meinung, wenn ich auch ihre Meinungen interessiere.

00:29:56: Es ist natürlich durch die gesetzliche Lage schwierig wie verhalte ich mich als Kirche und dann auf der einen Seite in der treuhezukehklichen Lehre aber eben auch in der Würdigung der Lebensrealität der Menschen das zusammenzubringen Das ist eine riesige Herausforderung.

00:30:17: Ich hoffe, dass in der Einzelseelsorge dann vielleicht Räume sind.

00:30:21: Geschützte Räumen wo man Dinge ansprechen kann, die man öffentlich nicht ansprechen können.

00:30:26: aber es ist sicher keine gute Situation das für etwas einfach per Gesetz nichts sein darf was einfach existiert.

00:30:35: ja und das ist eben das was man gerade auch in Uganda eben sieht wie sie sagen.

00:30:39: also wenn da die Kirche respektiert wird wenn die Leute die die kirche vertreten eben auch respektabel gelten, weil sie eine gute Ausbildung haben.

00:30:47: Weil sie anständige Leute sind und weil sie eben bekannt sind in der Gemeinde.

00:30:51: dann ist natürlich vieles mögliche gerade auch in diesen Räumen wo die Leute sich ja gut kennen und da geht es ja um alle Dinge ob medizinische Dinge sind oder um Armut also wo man auf informellem Weg einfach sich an die Kirche wendet.

00:31:08: Jetzt konkret diese Hilfe für meine Familie.

00:31:11: Und dann kann eben der Priester viel tun in Ländern wie Uganda, weil er einfach gut vernetzt ist und die Leute kennt und Hilfe möglich machen kann.

00:31:23: Deshalb arbeiten wir ja auch als Mission in dieser Art der Entwicklungshilfe.

00:31:27: Deswegen arbeite ich persönlich da schon so lange, weil ich von diesem Ansatz zu tiefst überzeugt bin, dass wir von hier aus unterstützen können, dass aber die Menschen vor Ort sind die aus den Kontexten jeweils kommen, die Leute gut kennen.

00:31:41: Und einfach wissen wo es fehlt und ...

00:31:42: Genau ja!

00:31:44: Okay!

00:31:45: Da haben wir schon einen weiten Bogen geschlagen.

00:31:46: Ja aber

00:31:46: hallo!

00:31:48: Aber ich finde, wir bleiben noch ein bisschen beim Glauben.

00:31:50: also mehr Türa find' ich ein total spannendes Thema.

00:31:53: kennt man in der katholischen Kirche schon viele viele hundert Jahre.

00:31:58: In Uganda gibt's auch welche?

00:32:00: Fünfundvierzig nämlich Die sind den Märtyrer tot, allerdings Ende des neunzehnten Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts gestorben.

00:32:09: Und seit den siebziger Jahren gibt es irgendwie eine Waldfahrtstätte und die haben Sie jetzt besucht?

00:32:14: Ja!

00:32:15: Was war da los?

00:32:16: was gibt's dazu sehen und wer waren die Leute?

00:32:19: also eine moderne Riesenkirche noch viel größer eine Freianlage für Gottesdienst eine Altarinsel mitten auf dem See die auch schon päpstlich genutzt wurde.

00:32:32: Ein paar Hubsbesuch, sehr beeindruckende Anlage...

00:32:35: Welcher popst?

00:32:36: Janis Paul II.

00:32:37: dann wahrscheinlich.

00:32:37: Ja, Janis-Paul

00:32:38: II.,

00:32:39: aber Franziskus auch dort.

00:32:40: Oha, gute Frage!

00:32:41: Der war in Kenia und war der auch in Uganda.

00:32:45: Ui das ist die Hausaufgabe für alle, die uns jetzt zuhören, die das alle auswendig wissen.

00:32:50: Ich tippe mal darauf dass es vielleicht ein oder zwei sind.

00:32:53: also Publikumssturker wäre gut.

00:32:55: Gerade jetzt, wo wir aufnehmen, reist Papst Leo nach Afrika allerdings noch Kamerun.

00:33:04: Ja, auf alle Fälle.

00:33:06: Wir waren zufällig am Aschermittwocht dort und da war die Kirche kurz vor dem Gottesdienstbesuch, die war gerammelt voll eine Riesenkirche Und wirklich ein tiefer Andacht versunken die Leute Wo man merkt das ist ne eingebetete Wahlfahrtstätte Wirklich ein Identifikationspunkt für die organische Kirche.

00:33:27: Wer waren diese Märtyrer?

00:33:30: Die kommen auch bei uns im liturgischen Kalender vor, Karl Lavanga und Gefährten heißt der Gedenktag.

00:33:36: ich weiß jetzt leider nicht die Namen der anderen vierzig auswendig.

00:33:40: Kann man aber bei Wikipedia nachschauen werden.

00:33:42: gerne möchte

00:33:43: Ich habe sie auch nicht abgeschrieben.

00:33:45: Ich hab natürlich nach geschaut.

00:33:47: Das war ein Pageant des damaligen Königs das bugandischen Königs.

00:33:54: Da merkt man, Sexualität hat auch damals schon eine Rolle gespielt, wo etwas eine pädophile Neigung hatte und die Pagen sexuell unterwerfen wollte.

00:34:03: Und da haben sich sie auch aus dem christlichen Glauben heraus dagegen gewährt und waren bereit lieber in den Tod zu gehen.

00:34:09: Die Pagen sind junger.

00:34:11: Also

00:34:12: sehr junge Leute?

00:34:13: Ja, minderjährige.

00:34:14: Und männliche in der Regel?

00:34:16: Junger... Jugendliche!

00:34:18: Und sind auf grausamste Weise dann zur Tode gekommen.

00:34:22: Das ist drastisch dargestellt in einigen Plastiken oder Stadtränen.

00:34:27: Die unterschiedlichen Materien möchte ich jetzt gar nicht hier schildern, sonst vergeht unser zuhörender Appetit bei der nächsten Mahlzeit.

00:34:34: Grausam!

00:34:36: Gut, mehr teure Geschichten sind immer grausam...

00:34:39: Ja man hat sich schon besonders grausamt ausgedacht wie man diese jungen Menschen zu Tote gebracht

00:34:44: hat.

00:34:44: Jetzt hören wir es nur unsiens nicht.

00:34:45: also vielleicht könnte das ganz kurz andeuten?

00:34:49: mit Pfeilen gehäutet, aufgeschlitzt, die Därme raus und so weiter.

00:34:54: Aber das ist dann praktisch ... Die Wallfahrtsstätte ist der Ort an dem die Menschen zu Tode gekommen sind oder?

00:34:59: Genau, ja.

00:35:00: Ach, die sind alle gleichzeitig geschwommen!

00:35:02: Also das Areal war ja in Anglikana und Römisch-Katholische Und sind auch nicht alle auf einmal umgebracht worden, sondern in mehreren Etappen.

00:35:12: Aber es ist das Gelände dort.

00:35:14: Was haben Sie für Sicht davon mitgenommen?

00:35:17: Ja, ich habe mir gedacht vielleicht ist das auch.

00:35:20: Da waren wir vorhin schon an dem Thema.

00:35:21: ein Grund warum der Glaube in dem Land so vital ist weil das Bewusstsein da ist.

00:35:28: am Anfang unsere Geschichte mit Christus standen Einheimische die ihr Leben gegeben haben nicht Fremde sondern der Gast welche von uns die Waren so geflasht von dieser Botschaft und haben diese Liebesbeziehung zu Christus so enorm gespürt dass ihnen das wichtiger war als alles andere im Leben.

00:35:46: Und das ist, glaube ich etwas ... Ja, man sagt, das Blut der Märtyrer auf der die Kirche gebaut

00:35:51: hat.

00:35:51: Wichtiger als ihr Leben so vor allem?

00:35:53: Was bis heute trägt und fasziniert!

00:35:57: Sie glauben, dass es identitätsstiftend auch ist?

00:35:59: Habe ich durchaus den Eindruck gehabt.

00:36:01: Die sind omnipresent in den Kirchen überall Darstellungen oder Bilder, Statuen aber auch in den Gebeten, in Gesprächen kommen die organischen Märtyräer überall vor.

00:36:16: Und eins, was ich auch mehrfach gehört habe, das hat mich sehr bewegt innerlich.

00:36:22: In Gesprächen, wo wir auf die Kolonialzeit kamen, dass da natürlich auch von Europa viel unrecht geschehen ist und Ausbeutung für Sklavungen und dann kam immer der Satz aber eins, das sind wir euch unendlich dankbar, dass ihr uns dieses Evangelium gebracht habt.

00:36:36: Das war richtig etwas Gutes!

00:36:40: große Dankbarkeit, wo ich dann immerhin gesagt habe wir haben nicht wir erfunden.

00:36:43: Wir haben nur aus dem heiligen Land importiert und letztendlich kommt es von oben vom Himmel von Gott selber diese Botschaft.

00:36:51: aber wir waren halt Zwischenstationen.

00:36:54: über Europa kam das Evangelium nach Afrika Und das hat mich sehr beeindruckt wie Menschen wo das Christensum ja noch vergleichsweise jung ist.

00:37:05: Wir haben schon gesagt, Mitte Ende des Jahrhundert kam die erste Missionare nach Uganda.

00:37:12: Dass da noch die Dankbarkeit zu lebendig ist, wobei uns das Christen zu mir irgendwie ganz selbstverständlich zu unserer Kultur dazugehört und wir eigentlich vergessen haben dass es ja nicht bei uns entstanden ist sondern Jesus... ein bisschen weiter östlich gelebt hat.

00:37:27: Stimmt, genau wenn man so damit aufwächst dass man in der siebenund dreißigsten Generation wahrscheinlich schon katholik ist aber vielleicht auch in der fünftigsten dann stellt man das gar nicht mehr infrage.

00:37:37: stimmt dass es da noch was anderes geben kann wenn man die religion quasi reingeboren wird

00:37:42: ja und wie wir es auch schon mal hatten in anderen folge gerade in dieser region eben diese nieregion also wie Sie sagen die missionare die da eben den niel hoch gewandert sind, zu sagen ein bisschen aus dem heutigen Sudan-Südsudan in dieses Gebiet von Uganda kamen.

00:37:57: Da war immer auch dieses Thema mit der Sklaverei also dass sie die Menschen befreien wollten.

00:38:02: Also die haben immer gesehen das gerade die schwarzafrikanische Bevölkerung, was die unter erbärmlichsten Bedingungen leben mussten und es war deren Anliegen immer die Menschen da den Freiheit zu geben.

00:38:14: Also sowohl vom Denken als auch eben wirklich konkret im Leben nicht unterdrückt, nicht versklavt zu sein.

00:38:21: Deswegen hatte diese Botschaft dort auch so eine Kraft von Anfang an.

00:38:25: Ja, man merkt die uganische Bevölkerung wenn sie auf diese Zeit schaut differenziert mehr.

00:38:30: als wenn wir über die Kolonialzeit reden wird oft alles in einen Topf geschmissen und die Kirche hat überall mitgemacht.

00:38:36: das sehen die ganz anders.

00:38:37: sondern da ist auf der einen Seite die positive Botschaft und das Engelmore der Missionare aber natürlich auch die negativen Seiten der Ausbreitung wo man versucht hat, Einfluss zu gewinnen in den Kolonialgebieten.

00:38:53: Auch das wird natürlich gesehen und kritisch

00:38:55: gesehen.".

00:38:56: Sie waren an noch zwei spannenden Stationen über die wollen wir aber in der zweiten Maifolge reden.

00:39:04: unter anderem haben sie auch genau wie der Christian die starken Frauen von Massese besucht und denen hast du uns im letzten Jahr erzählt.

00:39:12: ich bin gespannt ob sie da da ich ein Leute getroffen haben und ob sie ähnliche Eindrücke mitgenommen haben.

00:39:20: Außerdem waren Sie auch beim Jesuiten Flüchtlingsdienst in Kampala, auch da warst du Christian!

00:39:26: Und auch da bin ich gespannt wie Sie die Situation erlebt haben und das werden wir alles hören in zwei Wochen.

00:39:32: bis dahin verabschieden wir uns nämlich...

00:39:35: ...weil wisch auf Rupert Stolberg

00:39:37: und Christian Selbherr von Wessio

00:39:39: und Brigitte Strauß.

00:39:41: Tschüss bis zum nächsten Mal.

00:39:43: Das war

00:39:44: Reisewarnung mit

00:39:45: M. München

00:39:46: unterwegs

00:39:46: in Afrika, Asien und Ozeanien.

00:39:49: Ein Podcast von

00:39:50: M.München

00:39:51: produziert vom katholischen Medienhaus Sankt Michaelsbud.

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