Uganda: starke Frauen und viele Küken

Shownotes

Weihbischof Rupert Graf Stolberg spricht mit missio-Redakteur Christian Selbherr über seine Eindrücke vom Flüchtlingsprojekt in Uganda, wo er Frauen getroffen hat, die vor den Gräueln des Bürgerkriegs im Kongo geflohen sind.

Außerdem haben beide ein Frauenprojekt in Masese besucht - im Abstand von etwa einem Jahr - und wissen, wie sinnvoll es sein kann, wenn wir hier symbolisch ein paar Küken kaufen, die aber dort bei den betroffenen Frauen leben.

Die Küken - sowie auch andere Dinge, mit denen Frauen gezielt unterstützt werden, findet ihr im missio-Spendenshop

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00:00:04: Reisewarnung mit

00:00:05: Missio München

00:00:06: unterwegs in Afrika, Asien und

00:00:08: Ozeanien.

00:00:12: Und da sind wir wieder mit der zweiten Maifolge der Reise-Warnung.

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:17: Schön, dass ihr wieder dabei seid im Studio.

00:00:21: Wir machen es jetzt eigentlich im Weihbischof.

00:00:24: Robert Grafstolberg?

00:00:25: Ist das die richtige Reihenfahrt?

00:00:27: Ich merke, dass ich gemeint bin.

00:00:30: Herzlich Willkommen, Herr Weihbuschuf.

00:00:32: Nachdem nur einer im Raum ist vermute ich, ich bin gemeint.

00:00:36: Helfen Sie mir weh, ist das richtig?

00:00:38: Hier, da macht es anders.

00:00:39: Echt?

00:00:40: Also herzlich willkommen!

00:00:41: Ich freue mich, dass sie da sind und Christian Selper, das war einfach.

00:00:47: Ja hallo!

00:00:48: Grüße euch alle zusammen.

00:00:49: aber mein Nachname Selper den muss ich auch sehr oft buchstabieren und ich habe ihn auch schon in wildesten Formen gelesen und gehört.

00:00:56: Wie

00:00:56: kann man das entstellen damit ich's merke?

00:00:59: Ja, also manche schreiben einfach selber von dem deutschen Wort.

00:01:03: Aber ich hab auch schon mal sehr geehrter Herr Silber her als Anrede bekommen.

00:01:08: Also ... Oder sehr geehrte Herr Selbfrau ist so ein geflüggeltes Wort bei uns in der Familie, dass das auch schon einmal vertauscht wurde.

00:01:19: Okay!

00:01:20: Schön, dass Sie beide da sind.

00:01:22: Sie fühlen sich ja beider angesprochen und wir reden heute noch einmal über Uganda.

00:01:29: Sie waren heuer dort und haben uns schon in der letzten Folge bei das unter anderem über das Fünfzigjährige Jubiläum des großen Priester Seminars in Kampala berichtet.

00:01:37: Und über die Situation der Kirche im Land haben wir auch gesprochen.

00:01:42: Christian, du warst im letzten Jahr in Uganda im Frühjahr und hast uns auch schon einiges über deine Erlebnisse dort berichtet.

00:01:49: Das Spannende ist an einigen Orten und bei einigen Menschen wart ihr beide und habt vielleicht einige Dinge unterschiedlich wahrgenommen Oder auch nicht?

00:01:59: Ich bin gespannt.

00:02:00: Ja, sind wir gespannt!

00:02:01: Ich freue mich!

00:02:03: Ich würde gern anfangen mit dem Jesuiden-Flüchtlingsdienst.

00:02:06: Da hast du Christian uns von Menschen berichtet die vor allem vor dem Bürgerkrieg im Kongo geflohen

00:02:12: sind

00:02:14: Das war ein Punkt und eben von der Tatsache, dass gerade als du dort gewesen bist die Botschaft kamen das die US-amerikanische Entwicklungshilfe gerade ersatzlos und von jetzt auf gleich gestrichen worden war.

00:02:26: Magst du nochmal ganz kurz zusammenfassen was du damals

00:02:29: berichtet

00:02:29: hast?

00:02:30: Ja also der Jesuiten Flüchtlingsdienst mit dem arbeiten wir ja in verschiedenen Ländern zusammen haben die auch eine starke Präsenz, vor allem in der Hauptstadt Kampala aber auch in Flüchtlingslagern so im Rest des Landes und den Kampaler.

00:02:43: In der Hauptstatt haben wir die damalige Direktorin besucht, Christina Zetelmeisel, die mehrere Jahre lang Direktoren Und damals auch noch im Amt war, kommt aus Bayern und ist eben schon lange im Einsatz in Uganda.

00:02:57: Das wird schon der erste Unterschied sein.

00:02:59: die hat inzwischen ihr Amt übergeben gibt es auch so ein Turnus nachdem das dann auch immer wechseln.

00:03:04: Was aber natürlich dort ganz gravierend war zu dieser Zeit war dass ja die Krise im Osten des Kongo was ja das große Nachbarland von Uganda ist damals in vollem Gange war.

00:03:15: seit Januar Und wir waren da Ende Februar dort, also da waren sehr viele Menschen vor allem Frauen die oft feulig auf sich allein gestellt.

00:03:25: Sich irgendwie durchgekämpft hatten nach Kampala und gar nicht wussten wie es soll jetzt weitergehen und auch mit dem Hintergrund dass Gelder aus den USA gerade weg gebrochen waren Auch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst grade nicht wusste.

00:03:39: wie können sie diesen Menschen überhaupt jetzt helfen?

00:03:43: Also das war für mich damals sehr bewegend und ich habe in der anderen Folge erzählt, wie wir dann zusammensaßen.

00:03:48: Die Frauen die sich bereit erklärt hatten von ihrer Geschichte zu erzählen und wie wir uns da gegenüber saßen was sie alles erzählt haben.

00:03:55: also bewegt mich gleich schon wieder wenn ich jetzt dran denke.

00:03:59: Ich

00:03:59: wollte kurz sagen es war irgendwie ein Moment wo ich bei dir auch wahrgenommen hab dass dich das sehr viel mehr bewegt hatte als viele andere

00:04:05: Sachen.

00:04:06: Ja weil es einfach so frisch war aber die hatten glaube ich noch niemanden davon erzählt zum Teil Und inzwischen ist ein Jahr vergangen.

00:04:14: Die Krise gibt es leider immer noch, obwohl ein Friedensvertrag angeblich ausgehandelt wurde von US-Präsident Donald Trump ... Ach einer der vielen

00:04:22: Frieden die... Mehr als

00:04:24: diese Krise im Kongo.

00:04:25: Zelter dazu zu diesen acht Kriegen, die er angebliche beendet hat.

00:04:28: und auf dem Papier mag's dann einen Friedens Vertrag geben aber die Notlage für die Menschen ist leider immer nur die gleiche.

00:04:36: Ja kann ich mal so viel dazu sagen.

00:04:40: Wie haben Sie die Situation dort?

00:04:42: Ich kann bestätigen, die Flüchtlingskrise ist nicht abgeebt in Uganda.

00:04:48: Vor allem im Norden von Uganda.

00:04:50: Wir waren nicht dort aber haben eine Videoschalte zu den Mitarbeitern vom Jesüten-Flüchtlingsdienst im Nord.

00:04:57: Die sind nach wie vor höchst prekär in den Flüchtlingslagern.

00:05:01: Man muss wissen, Uganda ist weltweit an Platz vier von den Ländern die die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben.

00:05:08: Das ist uns nicht so bewusst in Europa.

00:05:10: Stimmt,

00:05:10: das hast du damals auch erzählt?

00:05:11: Ja, vergisst man immer wieder.

00:05:14: Und Uganda bekommt jeder Flüchtlingsaufenthaltstitel aber sonst nichts.

00:05:20: Keine materielle Unterstützung und nichts zu essen gar nix sondern sie sind völlig auf sich selber gestellt.

00:05:27: Sie sind in einem Vergleichsweise sicheren Land als es demokratischere Republik Kongo ist.

00:05:33: Und was mich am Programm von den Jesuiten da fasziniert, es klingt jetzt vielleicht ein bisschen salopp all inclusive Programmen und ist natürlich kein Luxusresort.

00:05:44: Aber von der Ankunft bis die Menschen hinein in den Job kommen versuchen die Jesuiten und ihre Mitarbeiter wirklich die Leute zu begleiten alles aus einer Hand Dass sie nicht immer weiter gereicht werden, sondern wirklich das Gefühl haben hier sind Menschen die helfen mir dass ich in diesem Land Fuß fassen kann und das ist für mich ein phänomenalen Ansatz.

00:06:06: Haben Sie so die Station dann auch mal kennengelernt?

00:06:09: Was machen die da

00:06:10: alles?

00:06:10: In diesem Gelände in Kampala ist alles beieinander.

00:06:12: Das geht los, dass die das nötigste zum Essen kriegen, die nicht genug haben Kleidung Lebensmittel Medikamente.

00:06:21: Aber dabei bleibt es eben nicht, sondern es wird geschaut.

00:06:25: Es gibt Ausbildungsmöglichkeiten die bilden selber aus.

00:06:28: Einfache Berufe Kettering Friseur Schneiderhandwerk Tischlerei und ähnliches alles auf dem Gelände wo die Leute lernen wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können mit eigener Arbeit.

00:06:42: Und schaffen Perspektiven wieder?

00:06:43: Ja

00:06:43: und auch natürlich muss ich vorstellen das sind vorhin schon angeklungen hoch traumatisierte Menschen mit den Frauen, die wir gesprochen haben.

00:06:51: Manche konnten nur ansatzweise sprechen und andeuten was ihnen auf der Flucht alles passiert ist.

00:06:58: also da kann man sich ausmalen.

00:06:59: Da ist nicht nur eine Vergewaltigung im Hintergrund sondern entsetzliche Schicksale Massaker, die sie mit eigenen Augen gesehen haben wo ihre Ängsten angehörigen ums Leben gekommen sind bis hin eben dass ihnen selbst unendliches Leid, unendliche Gewalt widerfahren Und das braucht auch psychologische Begleitung solche Menschen zu stabilisieren, dass sie überhaupt erst in der Lage sind für sich selbst zu sorgen.

00:07:23: Und auch das ist im Blick und bemühen sich die Jesuiten da wirklich die Leute wiederzustabilisieren In einer neuen Umgebung in dem Aufnahme-Land, in dem Fall Uganda.

00:07:35: Das heißt es steht der Mensch im Mittelpunkt?

00:07:37: Es wird geschaut was braucht dieser Mensch angefangen bei etwas Essen bis

00:07:42: ganz genau wie

00:07:43: kann's dort eigenen Beinen stehen?

00:07:45: Muss er sich nicht jedes Mal in neuen Hilfen suchen?

00:07:48: Das ist ja toll.

00:07:50: Und was ich auch faszinierend fand, wer hat mir schon gesprochen?

00:07:53: die Leitung hat gewechselt.

00:07:54: der neue Leiter Vater Paul Kalenzi ein Jesuit ist selber Flüchtling.

00:08:01: Hat er uns erzählt.

00:08:02: Er ist mit seinen Eltern aus Rwanda geflohen als kleines Kind und musste selber Mit seiner Familie lernen Fuß zu fassen und hat das auf phänomenale Weise gemacht Bevor er Priester wurde, schon ist es geschafft zu studieren.

00:08:19: Und zwar nicht nur in Uganda sondern auch in Paris und London.

00:08:23: war bei KPMG weltweit operierende Unternehmensberatung hat also richtig Kohle gemacht.

00:08:29: In London hat er die Süden kennengelernt und ist da in den Orten eingetreten und das war eher dann zufällige Wege dass er wieder nach Uganda kam aber ist natürlich die Idealbesetzung weil Er steht mit seiner Person dafür.

00:08:41: Du kannst es auch als Flüchtling, mit einer Flüchtlingsbiografie schaffen wieder Fuß zu fassen im Leben.

00:08:47: Faszinierender Mensch wahrscheinlich oder?

00:08:49: Sie haben länger mit ihm geschrumpft, oder?

00:08:51: Ja

00:08:52: und ganz bescheidene Persönlichkeit der aber viel Engagement sich da einsetzt und dadurch auch etwas zurückgibt von dem was ihr selber erfahren dürfte

00:09:03: Und wahrscheinlich auch ganz gut irgendwie einhaken kann.

00:09:05: genau weiß Wo ist jetzt gerade, oder was jetzt gerade der nächste sinnvolle Schritt ist?

00:09:12: Die zweite Geschichte die du damals erzählt hattest war eben die Geschichte mit Entwicklungszusammenarbeit oder Entwicklungshilfe von Seiten der USA komplett gestrichen.

00:09:19: Von jetzt auf gleich haben sie da noch etwas erzählt wie sich das ausgewirkt hat?

00:09:24: Dass ich das auswirkt ist in allen Projekten Thema wo wir waren.

00:09:29: aber ich hatte jetzt bei den Jesuiten einen Eindruck die haben ein Modus gefunden kompensieren oder Angebote zurückfahren müssen.

00:09:37: Das ist natürlich auch was, die es wird erreichen.

00:09:41: nicht alle Flüchtlinge das sind ja Unmengen und Natürlich wenn man mehr finanzielle Mittel hätte würde mir auch mehr Leute erreichen.

00:09:49: Da schauen Sie dass sie die Arbeit deswegen nicht schlechter machen sondern ist Die Reichweite ist halt dadurch leider geringer durch geringere finanziellen Mittel Was vielleicht in dem Zusammenhang auch ganz interessant ist und warum es Meines Erachtens so bedenklich ist, dass sich die Amerikaner zurückziehen.

00:10:09: Dort wo ein Vakuum entsteht drängen Chinesen und Russen rein aber nicht als Entwicklungshelfe sondern um Macht-und Einfluss zu gewinnen wenn man auf die Baufahrzeuge schaut.

00:10:23: fast jedes zweite Baufahrzeug in Uganda hat einen chinesischen Schriftzeichen drauf wo man weiß da stecken chinesische Investoren dahinter umsonst machen, sondern nicht aus Nächstenliebe, sondern dadurch die afrikanischen Länder in Abhängigkeiten bringen finanzieller Art.

00:10:42: Dadurch dass sie in Kredite geben und dadurch natürlich auch Einfluss haben und Zugriff auf Rohstoffe usw.

00:10:49: Und Russland versucht sehr über die Kommunikation zu gehen.

00:10:53: Jetzt können wir auch von uns das dann Desinformationskampagnen gestartet werden.

00:10:58: Das ist auch in Afrika ganz massiv der Fall.

00:11:01: Und ja, versuchen auch so die Gesellschaft zu privatisieren und zu spalten.

00:11:05: Zu destabilisieren.

00:11:07: An der Stelle fällt mir jetzt gerade ein ... Ich weiß nicht ob es passt aber ich fand das jetzt total schockierend zu hören.

00:11:13: Andererseits aber auch mit offenem Ausgang als habt ihr das mitbekommen?

00:11:18: Die Berichte dass so viele Kenianer sich haben anwerben lassen mit falschen Versprechungen jetzt in den russischen Armee gelandet sind und jetzt in der Ukraine in vorderster Front kämpfen mussten.

00:11:30: Es kam jetzt nur raus, weil eben ukrainische Kriegsgefangene oder die Ukraine, die als Gefangene genommen hat und sich auch gewundert hat wo kommen diese Menschen überhaupt her.

00:11:41: Und da hat der Präsident Kenias das Nachbarland von Uganda deswegen fällt es mir gerade ein sich geäußert und sie öffentlich dagegen ausgesprochen dass es nicht mehr sein kann aber wie Sie sagen mit falschen Informationen wurden irgendwelche Jobs versprochen und plötzlich sind die Menschen da als sozusagen Kanonenfutter gelandet.

00:12:00: Es fällt mir nur als Beispiel ein, weil das für mich völlig wie es diese internationalen Zusammenhänge da plötzlich gibt.

00:12:06: und ja solche Auswirkungen hat man da dann oft.

00:12:11: in solchen Projekten hat man quasi die Welt im Brennglas oder?

00:12:15: Ganz genau!

00:12:17: Und wie Sie sagen ich kenne das eben aus diesen Flüchtlingslagern im Norden von Uganda auch wenn man eben als Jesuiten-Flüchtlingsdienstes schafft an abmöglichst allen Stationen der Menschen anzusetzen, dann kann man da eben auch viel verhindern.

00:12:33: Also wenn man junge Leute in die Schule schickt, wenn sie aber älter werden geht es darum was können die als Beruf ausüben?

00:12:40: berufliche Ausbildung?

00:12:41: Wenn Sie die Ausbildung abgeschlossen haben brauchen sie Arbeitsplätze und deswegen ist es so enorm wichtig die Menschen auch lange zu begleiten.

00:12:48: und die USA sagt halt, wir machen nur noch eine Nothilfe.

00:12:52: Die begeben den ein bisschen zu Essen am Anfang von der Krise und dann müssen sie selber schauen wo sie bleiben.

00:12:58: Wir haben damit nichts zu tun weil America First für uns zählt.

00:13:01: das ist ja die Begründung weshalb sie auch Programme zurückgefahren haben.

00:13:05: aber was wir sehen es eben ganz anders dass man diese langfristige Begleitung einfach gewährleisten muss um den menschen eine würdige Perspektive bieten zu können

00:13:15: Das ist ja auch kurzfristig gedacht, Amerika First.

00:13:19: Wenn andere Teile der Erde destabilisiert werden hat das Auswirkungen auf das eigene Land wie Erlebens in Europa.

00:13:26: durch die Flüchtlingsströme wären viele Länder in Afrika friedlicher und politisch stabiler hätten die Menschen keinen Fluchtgrund.

00:13:35: Die meisten Menschen wollen am liebsten dort bleiben wo sie Beheimatet sind, wo sie geboren sind.

00:13:41: Wo man seit Generationen lebt.

00:13:42: natürlich gibt es immer ein paar Abenteurer aber die meisten wollen dort leben wo sie daheim sind und Es ist die große Not die die Menschen aufbrechen lässt.

00:13:52: Und deswegen ist das immer auch eine Stabilisierung wo wir helfen stabile Gesellschaften aufzuwauen.

00:13:59: Das wirkt sich auch auf uns aus.

00:14:01: auch in den Handelsbeziehungen Mit stabilen Ländern kann man vernünftig Handel treiben, wo beide davon profitieren.

00:14:08: Keiner den anderen über das Ohrhaut, über ein Tisch zieht.

00:14:11: Das ist der ansatz ... Der christliche Ansatz in die europäische Entwicklungshilfe im Großen und Ganzen wählt.

00:14:18: Und das andere extrem, ich hab's grad geschildert, ist eben wie aggressiv dann China-und Russland vorgehen?

00:14:23: Und mit so einem Ergebnis dass die jungen Männer dann in Russland oder in der Ukraine dann

00:14:30: ja schockiert?

00:14:30: Eine Erneuerung des Klavenhandels letzten Endes.

00:14:33: Haben Sie mit Geflüchteten auch gesprochen?

00:14:36: Ja, mit einigen Frauen, die von Ihrer Geschichte erzählt haben.

00:14:40: Wie gesagt... Über manche Dinge hat man gemerkt können sie nicht sprechen aber man merkt wie es auch einem Menschen hilft wieder selbstvertrauen zu gewinnen.

00:14:50: wenn Menschen merken mit der Begleitung schaffe ich auch selber wieder was im Leben.

00:14:55: Ich bin nicht abhängig dass ich von anderen zu essen bekomme sondern ich lerne einen Beruf und bin auf dem Weg das sich selber für mein Lebensunterhalt sorgen kann.

00:15:05: Das kann man in den Gesichtern lesen, das hört man in der Zuversicht der Erzählungen dass da Menschen sind die eine Zukunft haben, die eine Perspektive haben und die Hoffnung haben Wahrscheinlich

00:15:14: an jeder Station in diesem Lager.

00:15:16: weil wenn ich mir vorstelle was die Frauen durchgemacht haben und wenn sie erst mal wieder als Mensch wahrgenommen werden und dann in eine Richtung gehen können und zwar entscheiden in welche Richtung sie gehen können.

00:15:30: Es braucht ja dann gar nicht so viel, es braucht ja manchmal nur eine Stadthilfe oder ein neuer Weg der sich auftut, weil die Menschen sind ja selber so ... dass sie einen Lebenswillen haben und jeder Mensch hat das in sich.

00:15:43: Man will ja auch überleben und wieder weiterkommen, man will ja nicht stehen bleiben.

00:15:48: In dem Moment wo du sagst zu essen und Dach überm Kopf hast, überlegst du was du tun kannst?

00:15:52: Genau!

00:15:52: Dass das Grundbedürfnis immer gestillt werden muss und dann kannst du Entscheidungen treffen.

00:15:58: Ja, Frauen ist ein gutes Stichwort.

00:16:03: Die starken Frauen von Massese hatte der Christian damals den Artikel genannt über einen Ort, der am Rande einer Stadt liegt die wirtschaftlich eigentlich floriert.

00:16:15: wenn ich mich richtig erinnere kann man das so sagen und du hast Schwester Veronica Biribawa kennengelernt Und das fand ich damals ja lustig, die Geschichte, die du erzählt hast.

00:16:28: Die hat sich mit einer Frau angefreundet... ...die hat sie kennengelernt weil diese Frau eigentlich Gemüse aus ihrem Garten geklaut

00:16:35: hat.

00:16:36: und dann hat die nachgefragt warum tust du denn das?

00:16:38: Dann hat sie eigentlich erst dieses Messese kennengelernt.

00:16:43: Die Schwester Veronica haben Sie auch kennen gelernt?

00:16:46: Die habe ich auch kennengelaunt zusammen mit ihren Mitschwestern nach wie vor in dem Klosterleben, wo der Gemüse-Klau stattgefunden hat.

00:16:56: Hat sie die Geschichte Ihnen auch erzählt?

00:16:57: Also

00:16:57: hat sie uns auch erzählt, ja!

00:16:59: Haben Sie auch die Frau kennengelernt?

00:17:01: Die habe ich nicht kennengelernen.

00:17:02: Die Tiben und Gäste kennenlernen,

00:17:03: gell?!

00:17:03: Ja genau...

00:17:05: Aber etliche andere Frauen mit den Schwester Veronica zusammenarbeitet.

00:17:11: das ist ein Armenviertel am Rande von Jinja einer für deutige Verhältnisse florierenden Stadt Und dieses armen Viertel besteht aus Flüchtlingen von inner-ugandischen Konflikten, also ein anderer Stamm.

00:17:25: Der aus seinem Gebiet vertrieben wurde und sich da niedergelassen hat aber eben in ärmlichsten Verhältnissen... ...und die Frauen mit denen diese Schwester Veronica zusammenarbeitet waren auf der Straße.

00:17:36: Die hatten nicht mal einen Dach über den Kopf, teilweise Kinder, waren auch sicher leingestellt.

00:17:43: Da hat dieser Schwester wirklich geschafft mit den Frauen zu arbeiten dass die Anfangen kleinstunternehmen zu gründen.

00:17:51: Das darf man jetzt nicht vorstellen wie bei uns Unternehmens, sondern das ist ein winziger Verschlag am Straßenrand wo bisschen Obst und Gemüse verkauft wird.

00:18:01: aber das reicht schon aus um die Miete für eine kleine Hütte zahlen zu können.

00:18:06: was noch wichtiger ist Schulgezeichen zu können für die Kinder Dass die Kinder nicht betteln müssen oder mitarbeiten müssen Bildung bekommen, dass die nächste Generation noch mal besser ins Leben starten kann als der kleine Sprung in das Leben den diese Frauen schon machen.

00:18:23: Die quasi durch die Arbeit von Schwester Veronica von der Straße weggeholt wurden und das sind tolle Projekte.

00:18:30: auch mehrere Frauen die zusammen eine Hühnerzucht aufgezogen haben Schweine zucht nicht nur für einen Eigenbedarf sondern tatsächlich auch auf dem Markt dadurch verkaufen ein bisschen Geld bekommen was ne wirklich schöne Begegnungen war.

00:18:44: da kam grad Die Tochter einer dieser Frauen aus der Schule zurück mit ihrem Abschlusszeugnis.

00:18:50: Supernoten und strahlend übers ganze Gesicht fein rausgeputzt, also die Klamotten passten nicht zu der staubigen Hütte vor der sie stand obwohl sie darin lebt wo man merkt was für innere Würde in den Menschen steckt wie wichtig ihnen das ist Und die Strahlen erzählt hat.

00:19:08: sie fängt jetzt an eine Ausbildung zur Krankenpflegerin zu machen Also wo es die nächste Generation geschafft hat noch mal anders ins Leben zu starten als die Generation der Eltern.

00:19:20: Und das ist etwas Wunderbares, wenn man das miterleben darf wie so in kleinen Schritten zwar aber doch ein höherer Lebensstandard, ein gewisser Wohlstand erreicht wird

00:19:30: und ja dann ein regelmäßiges Einkommen nicht angewiesen darauf dass die Hühner gerade gut viel Eier legen.

00:19:37: Ja und es ist einfach toll weil auch in dem Fall so war, mit einem gewissen Geldbetrag das möglich machen konnte, dass in dem Programm von der Schwester, dass sie so einen Anschubkredit bekommen haben.

00:19:49: Eine Mikrokredite

00:19:50: wie die ja irgendwann auch mal mit dem Frins Nobelpreis ausgezeichnet worden sind oder alternativen Modellpreis ich weiß es nicht mehr genau aber auf jeden Fall ausgezeichnete Mikrokrädite an Frauen Vor allen Dingen wieder Frauen.

00:20:03: Ja, und wo es ja oft dann auch funktioniert ist dann wieder zurückzuzahlen weil das meistens Nachbarinnen sind die sich gut kennen, die auch gemeinsam drauf schauen dass das Geld auch so verwendet wird wie's geplant war.

00:20:14: mit einem kleinen Staatkapital kann man viel machen.

00:20:17: ich muss an der Stelle kurz den Werbeblock einflechten weil wir können ja die Frauen unterstützen indem wir ihnen dieses Anschubkapital manchmal geben.

00:20:28: und wir haben jetzt gerade seit dem Weltfrauentag vom achten März, haben wir auf der Webseite missio.com.

00:20:34: schrägstrich weltfrauntag haben wir eine neue Möglichkeit.

00:20:37: es fährt mir gerade ein da kann man nämlich symbolisch Dinge kaufen und ein Beispiel sind nämlich man kann symbolisch kügen kaufen, als die symbolisch dieser Hühnerzucht zugutekommen.

00:20:49: In Uganda genau dieses

00:20:50: Projekt.

00:20:50: Da findet man auch ein paar Bilder davon von den Frauen, die sie gerade beschreiben und kann mal drauf klicken und sagen ich möchte so viel spenden um das damit zu fördern.

00:20:58: würden wir uns freuen wenn es der eine oder andere macht.

00:21:01: Jetzt ist ja Muttertag blöderweise auch grad um.

00:21:04: Das findet sich ein Anlass

00:21:05: mit Sicherheit,

00:21:06: weil wir ja auch versuchen diese Programme möglichst so laufen zu lassen dass sie nicht nur kurzfristig sind und wieder verpuffen sondern das den Menschen eine langfristige Perspektive gegeben wird.

00:21:17: Also im Prinzip kann man sich sowas dann auch mal zum Geburtstag oder so wünschen.

00:21:20: Schenk mir doch einen oder zwei oder drei Küken?

00:21:23: Ja es ist so ein Programm.

00:21:24: das macht deutlich dass wenn ich paar Euro Spende, das ist nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

00:21:30: Sondern mit wenig kann ich schon sehr viel erreichen.

00:21:33: Da reichen paar hundert Euro um einer Frau in Uganda den Staat ins Leben zu ermöglichen rauszuholen aus der Obdachlosigkeit und Aus der Armut.

00:21:42: Aber nicht neben der Frau einfach dreihundert Euro gegeben werden sondern es wird auch begleitet und sie wird wahrscheinlich auch so ein bisschen beraten was man tun kann.

00:21:51: So ein Business-Aufbau, oder?

00:21:52: Ja das war dann so dass die sich ja zu verschiedenen Gruppen zusammengeschlossen haben.

00:21:56: Auch Seminare haben.

00:21:58: also was heißt denn überhaupt einen Geschäft aufmachen?

00:22:01: worauf muss ich denn da achten?

00:22:02: weil es ja eben geht darum das Produkt zu haben sei es eben Hühnerzucht sei es manche die im Kohlebricketts hergestellt andere haben Motorradtaxis als Service angeboten und so weiter.

00:22:15: aber dann müssen wir auch noch mehr wissen wie finde ich meine Kunden Und so weiter und so weiter.

00:22:22: Das wird in dem Programm gemacht, hat den Erfolg.

00:22:25: Diese Geschichte, dass das Mädchen kommt mit dem Schulzeugnis ist, also das ist natürlich toll.

00:22:30: Das ist Wahnsinn wenn es dann möglich ist.

00:22:33: Sonst müsste das Mädch vielleicht eben mitarbeiten oder Müll sammeln und das verkaufen.

00:22:39: So bleibt Zeit für die Schule.

00:22:41: Ja wieder mal ein Hoffnungszeichen.

00:22:43: Also das war der Färbeblock meinerseits, sagen wir nämlich immer im Podcast... Das Tolle an diesen Projekten von Mission ist, dass sie immer ein bisschen Hoffnung bringen in einen Gegend oder zu Menschen die ansonsten wenig Hoffnung hätten.

00:22:57: Also selbst wenn man das Problem nicht grundsätzlich löst aber man kann einen Weg aufzeigen wie es gehen könnte.

00:23:04: Sie sind da aber in diesem Armenviertel einfach durchgegangen und haben da ganz viel gesehen?

00:23:08: Ja wir haben verschiedene Frauen besucht und die haben ihre Geschichte erzählt und vorgestellt.

00:23:13: eben was sie machen sehr kreativ, ganz unterschiedliche Tätigkeiten.

00:23:20: Aber alle mit großer Begeisterung.

00:23:23: und wo man merkt da ist plötzlich wieder ein Lachen ins Gesicht zurückgekehrt das über viele Jahre nicht da war weil sie einfach für sich und ihre Kinder eine Perspektive sehen.

00:23:34: Jetzt hat mir der Christian vorher verraten dass es nicht ihre erste Reise in einem sogenanntes Entwicklungsland gewesen ist sondern als ihr als ganz junger Mann eine Zeit lang in Mexiko gewesen sind.

00:23:46: Ganz genau,

00:23:46: ja!

00:23:47: Was haben Sie da gemacht?

00:23:49: Da war ich auf einer Indiumission Station nach dem Abitur.

00:23:53: damals gab es noch die Wehrpflicht.

00:23:55: Ich bin ausgemustert worden wollte aber trotzdem nicht gleich ins Studium gehen und über einen bekannten Priester habe ich da die Möglichkeit bekommen ein Vierteljahr mitzuleben auf sehr armen Gegend nicht im städtischen Kontext, sondern im ländlichen Bereich.

00:24:14: Das waren vierzig Dörfer eines Indio-Stams die sogenannten Tlapanecos also ein relativ kleiner Stand, den es nur in dieser Gegend südlich von Mexiko City gibt.

00:24:27: Vierzig Dürfe von denen waren damals zwei mit dem Auto erreicht bei der Rest nur zu Fuß und auch nur zwei hatten Strom.

00:24:34: alles andere war noch sehr...

00:24:36: Was haben sie da gemacht?

00:24:38: Einfach mit dem Missionaren mitgelebt und mit geholfen dort angepackt, wo Notarmann war.

00:24:44: Und gab es jetzt irgendwie Situationen auf dieser Reise nach Uganda die Sie an damals erinnert haben?

00:24:50: Ich war auch schon in anderen Ehrteilen in Armenvierteln.

00:24:54: natürlich gibt's da gewisse Dinge die sind ähnlich.

00:24:58: trotzdem sind die Kulturen unterschiedlich.

00:25:00: aber eins fasziniert mich eigentlich durchweg immer dass man eben erlebt Es gibt unendlich arme Menschen.

00:25:10: Insgesamt unter dem Summenstrich habe ich einen Eindruck, glücklicher sind als viele Menschen bei uns die alles haben.

00:25:16: Nicht nur das nötigste zum Leben sondern alles im Überfluss haben und trotzdem nicht zufrieden sind.

00:25:21: also dass Geld allein nicht glücklich macht das kann man da sehr augenscheinlich erleben wenn man in solchen Ländern unterwegs ist und gleichzeitig lässt ein auch jedes mal aufs Neue nicht in Ruhe.

00:25:34: wenn wir diese himmelschreiende Ungerechtigkeit erlebt in unserer Welt Und am liebsten rausschreien würde, so kann es nicht weitergehen.

00:25:43: Ich finde das ist ein richtig gutes Schlusswort oder?

00:25:47: Was wir im Juni machen wissen wir noch nicht.

00:25:48: In der nächsten Folge das wissen wir wie immer noch nicht!

00:25:52: Aber es wird uns etwas einfallen bin ich sicher.

00:25:54: Dann bin ich mir ganz sicher.

00:25:56: Ein

00:25:58: paar Pläne haben wir schon.

00:25:59: Okay, ich bin gespannt was da kommt.

00:26:02: Ich sage erstmal herzlichen Dank für die Schilderung Ihrer Eindrücke von dieser Reise.

00:26:05: Sehr gerne

00:26:06: Und Christian, dir auch vielen Dank für die Einwürfe von der Seitenlinie.

00:26:10: Ja, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.

00:26:12: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

00:26:13: Vielen Dank fürs schöne Gespräch!

00:26:15: Ich sage auch Danke und tschüss bis zum nächsten Mal!

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