Madagaskar: GenZ-Proteste und ein Übergangspräsident im Linienflugzeug
Shownotes
Im September 2025 ist die GenZ auch in Madagaskar auf die Straßen gegangen und hat dafür gesorgt, dass der damalige Präsident gestürzt wurde. Andere Länder wie Nepal oder Bangladesch hatten es vorgemacht. Allerdings geschah das in dem afrikanischen Inselstaat mit Hilfe des Militärs. Kristina Balbach hat mit Studierenden in der Hauptstadt Antananarivo gesprochen, die bei den Aufständen dabei waren und viel riskiert haben – um die Korruption zu beenden und für sich Perspektiven zu schaffen. Doch jetzt fragen sie sich, wie es weitergehen kann mit ihrem Land. Der Übergangspräsident hat seinen militärischen Rang abgelegt, damit er sich zur Wahl stellen kann. Und er fliegt im gleichen Flugzeug, wie die missio-Redakteurin. Warum, das erzählt sie in dieser Folge.
Und hier gibt es das aktuelle missio magazin mit der ganzen Geschichte über die GenZ in Madagaskar.
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00:00:00:
00:00:04: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.
00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Folge im Juni!
00:00:15: Und da ist Christina Balbach wieder bei mir.
00:00:16: – hallo!
00:00:18: Madagaskar ist das Thema.
00:00:21: In der letzten Folge haben wir ja schon eine ganz tolle Einführung gehört was es für ein Land ist, haben über Kinder und über eine Buschschule gesprochen.
00:00:30: jetzt reden wir quasi über die alten Leute im Land nämlich Die Gen-Z.
00:00:36: Es ist tatsächlich so, dass die Bevölkerungsstruktur da ziemlich jung ist oder?
00:00:40: Ja das fällt auch tatsächlich auf wenn man unterwegs ist, dass man sehr wenige sehr alte Leute trifft.
00:00:46: also es einfach anders als hier.
00:00:48: Im letzten Herbst ist die Gen Z in Madagaskar auf die Barrikaden gegangen.
00:00:53: Was war da los?
00:00:54: Also die haben ja richtig was bewegt im Land.
00:00:58: Das ging am fünfundzwanzigsten September los vergangenen Herbst mit großen Protesten in der Hauptstadt Antananarivo aber auch in den anderen größeren Städten.
00:01:09: Die hatten sich tatsächlich mobilisiert über ihre Smartphones, es gibt ja auch so... So Chat-Plattformen, es gibt da so ein Messenger der vor allen Dingen von so Gamern benutzt wird.
00:01:21: Habe ich gelernt?
00:01:22: Discord!
00:01:23: Gaming nicht aber Discord.
00:01:25: Ja mein Sohn gähnt.
00:01:25: Ah schau, ich bockne.
00:01:27: Du kennst das.
00:01:28: Ich kenne das.
00:01:28: Discord.
00:01:29: Ich meine ich hab's nie benutzt aber ich weiß wenn ich irgendeinen Freund von meinem Sohn irgendetwas fragen will dann kann er mal eben über Discord den Fragen weil die sind sowieso dann gerade verbunden.
00:01:39: Da wird wohl gechattet und das ist die Plattform.
00:01:42: Und auch so haben sich die jungen Leute dann auch in Madagaskar verbunden, weil junge Leute klingt immer so komisch.
00:01:49: also die Gensi muss man ja vielleicht sagen es so ja weiß ich nicht würde sagen vielleicht zu zwischen fünfzehn und maximal Ende zwanzig würde ich jetzt sagen da reizt sich diese sogenannte Gensii ein.
00:02:04: In Madagaska ist es tatsächlich die Hälfte der Bevölkerung Wahnsinn.
00:02:09: Ja, also das ist einfach diese Bevölkerungsstruktur.
00:02:12: Wir hatten ja in der letzten Folge drüber gesprochen durchschnittlich vier Kinder pro Frau in Madagaskar.
00:02:19: die Familien sind groß es gibt wahnsinnig viele Kinder und Jugendliche Und dieser junge Generation Ist auf die Straße gegangen.
00:02:28: nicht von sich aus muss man tatsächlich auch sagen sie waren inspiriert weil davor waren schon Die Gensies anderer Länder auf die Strasse gegangen.
00:02:36: genau
00:02:36: das war wie Damals der arabische Frühling von Land zu Land gehüpft ist, sozusagen sind auch diese Genzi-Proteste in verschiedenen Ländern
00:02:47: aufgetaucht.
00:02:48: Wir haben ja immer richtig diesen Arabischen Frühling noch im Kopf und er war ja auch teilweise von studentischen Leuten also schon auch von der Altersstruktur teilweise ähnlich angeführt.
00:03:02: Diese Gensi tatsächlich, das ist jetzt ein feststehender Begriff, den auch diese Gensie für sich beansprucht.
00:03:08: Und los ging dieser Reihe der Proteste sozusagen... Ich glaube es war in BANGLA-DESCH, habe ich jetzt gefunden dass die ersten größeren Proteste waren und dann kamen verschiedene Länder.
00:03:23: Es gab in Indonesien Proteste ins Rilanka, glaub' ich hab's gerade nicht mehr so im Kopf was ich aber weiß natürlich ein Marokko war auch nochmal ein Thema.
00:03:32: Nepal war ein bisschen vorgelagert von Madagaskar und deswegen war das, dieses Nepal war so diese Inspirationsquelle auch nochmal für die Madagassen.
00:03:43: Ah okay, Bulgarien?
00:03:45: Oder bin ich mit Bulgarien völlig falsch?
00:03:47: Könnte schon auch sein, würde jetzt nicht bestreiten wollen!
00:03:50: Okay wir schauen nach oder ihr schreibt uns?
00:03:53: Ja gerne!
00:03:55: Also sie wollten etwas ändern im Land und sie haben protestiert gegen die wirtschaftliche Lage.
00:04:02: Gründe gab es verschiedene.
00:04:06: Also ich hatte einen Treffen an der katholischen Universität in Antananarivo, in der Hauptstadt.
00:04:14: Das schien mir gut da auch Kontakte zu knüpfen und konnte damit eine Handvoll junger Leute sprechen die eben teilweise dann auf der Straße waren um zu protestieren Und die haben einfach schöne Beispiele gegeben was sie angetrieben hat.
00:04:28: also zum Beispiel, da geht man an die Uni und studiert und will abends lernen und sitzt dann auf seiner Bude.
00:04:36: Und dann gibt es halt mal wieder kein Licht.
00:04:38: so haben die mir das beschrieben und dass sie teilweise einfach fassungslos waren ja.
00:04:42: Sie sind froh wenn ihre Handys geladen sind.
00:04:44: Das wird immer gut organisiert irgendwo und dann ist halt wieder lange kein Strom und dann haben die natürlich keine Lust auch ihre Handylampten zu benutzen.
00:04:55: der Akku muss so lang wie möglich erhalten bleiben.
00:04:58: deswegen haben die mir gesagt, dass sie teilweise abends dann einfach sich eine Kerze anzünden und lernen.
00:05:04: Und dann sehen Sie aber über Ihr Handy wie es sonst so läuft... ...und waren irgendwann wieder sauer.
00:05:11: Wasser war auch so ein Thema, Trinkwasser.
00:05:14: An sauberes Trinkwassel zu kommen überhaupt Wasserversorgung in der Hauptstadt funktioniert auch ganz schlecht.
00:05:20: wenn man in dieser Hauptstadt ist und das ist ja ne Millionenstadt sieht man auch so So Wasserstellen, wo die Leute hinkommen mit ihren Kanistern.
00:05:28: Ach
00:05:29: du Schreck!
00:05:29: Das kennt man ja eigentlich vom Land.
00:05:31: sozusagen dieses Kanisterwandern und dann auffüllen?
00:05:34: Ja genau.
00:05:34: Das ist schon quasi so ein Job in der Hauptstadt.
00:05:36: da gibt es quasi einen Jobzweig Da gibt's Leute, die dieses Wasser abzapfen und ausfahren usw.. Und der eine Student allein heißt, er hat mir erzählt.
00:05:47: Deshalb morgens will er aufstehen unter die Dusche und zum wievielten Mal in dieser Woche wieder irgendwie keine Waschmöglichkeit.
00:05:54: Dann geht man wieder ungewaschen aus dem
00:05:56: Haus.".
00:05:57: Und da haben sie halt dann irgendwann gesagt so...und da oben hockt ein Präsident.
00:06:02: Dieser Andri Rajolina war das?
00:06:05: Er ist jetzt nicht mehr von dem man auch weiß dass er Ich glaube, seit mehr als zehn Jahren ist er französischer Staatsbürger.
00:06:14: Ach so!
00:06:14: Er hat offensichtlich auch Wohnungen in Dubai und ist auch gern außer Landes – ja das ist natürlich absurd.
00:06:25: Seit den Protesten ist er auch dauerhaft außer Landes habe ich gelesen?
00:06:28: Er wurde vertrieben durch die Proteste also….
00:06:30: Also diese Proteste waren richtig groß, dass man jetzt nicht so eine Demo-Dimalstadt gefunden
00:06:35: hat.
00:06:35: Die waren groß Die gingen über Wochen, also das ging am twenty-fünfsten September los und hat sich wirklich in den Oktober reingezogen.
00:06:42: Und endete dann damit auch dass André Rattolina außer Landes ging ins Exil natürlich zum ehemaligen Freund aus der Kolonialzeit.
00:06:54: Frankreich – es ist ja wie in anderen Ländern die Verbindungen sind nach wie vor da – auch Wirtschaftsverflechtungen und er ist jetzt in Frankreich wurde gestürzt, aber man muss ehrlicherweise auch sagen nicht alleine mit der Power der Gensi und den Protesten der jungen Leute, sondern auch weil sich das Militär oder eine Militäreinheit auf die Seite der Protestierenden gestellt hat am Ende.
00:07:24: Also auf der einen Seite Studierende oder Gensii?
00:07:27: Und militär auf der anderen Seite Polizei und Regierung?
00:07:31: Genau so
00:07:32: ungefähr!
00:07:33: Wie blutig ist das?
00:07:34: Das klingt irgendwie nicht gesund.
00:07:36: Nein, es war blutisch und wahnsinnig gefährlich.
00:07:39: Es sind offiziell... Man weiß es nicht genau.
00:07:42: Es geistet immer diese Zahl von zwischen zwanzig und dreißig Leute die wirklich umgekommen sind.
00:07:49: Es wurden wahnsinn viele verletzt.
00:07:51: Diese Janda Marie dieser Sicherheitsapparat auf Regierungsseite ist sehr hart gegen die Demonstranten vorgegangen.
00:07:59: also wurde auch scharf geschossen Aber auch viel mit Tränen, Gas- und Gummengeschossen.
00:08:03: Es gab wahnsinnig viele Verletzungen wohl... Und die Genzi wäre vielleicht gar nicht so weit gekommen am Ende in dieser Geschwindigkeit wenn sich das Militär auf ihre Seite gestellt hätte.
00:08:16: Wobei es ist ein Fakt der sehr bittersüß wird er in dieser Genzi aufgenommen und in der ganzen Bevölkerung weil man das natürlich eigentlich nicht wollte.
00:08:28: Denn Madagaskar ist ein Land, das hat schon einige Militärputsche hinter sich.
00:08:33: immer wieder haben sich dann kommen die Präsidenten an mithilfe des Militäres an die Macht geputscht.
00:08:40: Präsidenten sind aus dem Exil zurückgekehrt und haben sich an die macht geputschten.
00:08:44: Das kennen die Madagassen Und umso trauriger ist es dass es dieses mal auch damit zu Ende ging.
00:08:52: Der Übergangspräsident ist der Militäroberst, der – ich habe ja Kontakt zu den jungen Leuten per WhatsApp nach wie vor und eine Neuigkeit die mich jetzt erreicht hat ist dieser Militäreberst.
00:09:06: Er hat jetzt auch sein militärstatus aufgegeben offiziell.
00:09:10: Warum?
00:09:11: Damit er bei den nächsten Präsidentschaftswahlen offiziell kandidieren darf!
00:09:15: Ach so ein Militärtarf.
00:09:16: nicht kandidieren und verstehen…
00:09:17: Genau aber das wird dann natürlich einfach umgangen.
00:09:20: Und Alain hat mir auch geschrieben per WhatsApp, ja dann können wir uns doch jetzt schon denken wer unser nächster Präsident wird so.
00:09:27: Aber erst mal war es erfolgreich.
00:09:30: also am siebzehnten Oktober, den September, am siebenzehten Oktober wurde eben dieser Übergangspräsident vereidigt und eigentlich hätte man denken können jetzt ändert sich was?
00:09:40: Also der Name hat sich zumindest geändert.
00:09:42: aber ist das eine militäre Regierung?
00:09:43: Nein!
00:09:44: Es ist ein Zivilepräsident der Übergangspräsidents.
00:09:46: oder wie Michelle oder Michael ran Drian Irina.
00:09:52: Genau, das ist der Übergangspräsident Randrian Irina.
00:09:56: Wenn man es in gut heilt geht's ne?
00:09:58: Randrjan Irina!
00:09:59: Genau.
00:09:59: Easy.
00:10:01: Fast easy.
00:10:02: Tatsächlich tritt er momentan als Militär oberst auf.
00:10:07: Ich hab ihn tatsächlich auch gesehen fällt mir gerade auf.
00:10:10: Wir waren in Thormassena in der Hafenstadt und hatten einen Flug.
00:10:15: Also man muss ja auch öfter mal fliegen.
00:10:17: wenn man jetzt so komprimiert vor Ort da ist wie wir und man nicht wochenlang mit dem Buschtaxi fahren kann, aus Zeit gründen.
00:10:24: Haben wir es dann natürlich einfacher?
00:10:28: Ja, genau.
00:10:29: Und uns auch so einen Inlandsflug leisten.
00:10:33: Da waren wir aufm Rollfeld... Genau jetzt erinnere ich mich!
00:10:36: Wir standen schon auf dem Rollfeld und der Flug ging los.
00:10:40: Dann kam Militärmaschine angefahren und dann hat jemand auch neben uns gesagt, der Präsident kommt oder Kommt der Präsident und tatsächlich ist er im Militärdress mit seiner Frau, die war so ein blüten weißen Kleid.
00:10:56: Sind da eingestiegen?
00:10:57: Wie in der Haarspray-Werbung oder
00:10:59: wie?
00:10:59: Sind da eingestiegen und haben sich hinten reingesetzt in diese normale Maschine.
00:11:03: Wahrscheinlich hat eigentlich anscheinend einen Hubschrauber, der wohl kaputt war, gab es da irgendwelche technischen Probleme.
00:11:09: jedenfalls hast ja dann unsere kleinen Maschine...
00:11:12: In eure ist er eingeschrieben!
00:11:13: Hinten
00:11:13: saß der ja und wir saßen vorne.
00:11:16: Ich
00:11:17: habe gedacht, eine extra Maschine.
00:11:18: Journalisten-Equipment.
00:11:20: Und ich hätte mich am liebsten hintergesetzt zu ihm und hätte ein bisschen was gefragt, weil ich ja wusste, der schreibt etwas über die Gensettik.
00:11:26: Hätte ja ein paar Fragen für ihn gehabt.
00:11:29: Hast du dich aber nicht getraut?
00:11:30: Er war so abgeschirmt.
00:11:31: War mir etwas unheimlich!
00:11:34: Und von daher ist es rein optisch schon ... Es ist der Führer einer militärischen Elite-Einheit.
00:11:44: Eigentlich möchtet ihr niemand als Präsidenten haben und die Gensi schon gar nicht.
00:11:49: Was hat sich denn geändert im Land durch diesen neuen?
00:11:52: Haben dir was erzählt, die jungen Leute mit denen du geredet hast weil du warst ja jetzt im Frühjahr da?
00:11:58: Ja und wir haben tatsächlich jetzt von paar Tagen nochmal hin und her, Audios hin und herschicken... Die sind... tatsächlich sehr frustriert, weil sie schauen in die anderen Länder sehen was die Gensida erreicht hat.
00:12:08: Bangladesh ist zum Beispiel ein tolles Beispiel.
00:12:11: da wurde diese Autokratie wirklich ausgehebelt.
00:12:14: nach Jahrzehnten und da ist der Interimpräsident gerade ein Friedensnobelpreisträger den hat die Gensei vorgeschlagen und installiert also erst mal relativ weit gekommen.
00:12:25: oder Nepal?
00:12:28: Da ging es dann nach den Protesten und nachdem der Präsident gestürzt war über Discord, über diese Messenger-App weiter.
00:12:36: Und die Gensi hat ein digitales Parlament ausgerufen und hat abgestimmt.
00:12:39: wie wollen wir denn in Zukunft an der Regierung haben?
00:12:43: Und tatsächlich gibt's dort momentan jetzt ist eine Partei neu gegründet worden – eine reformorientierte Partei.
00:12:50: Der Bürgermeister von Kathmandu, ein ehemaliger DJ glaube ich, die absolute Mehrheit bei den Neuwahlenerrungen.
00:13:00: Und wenn man in Madagaskar erst einmal so weit wäre, also die Jungen mit denen ich jetzt Kontakt hatte, die sind wahnsinnig frustriert und sagen, bei uns dreht sich das Rad wieder genauso wie immer – wir haben irgendein Militär in der Macht, der jetzt versucht alles auszuhebeln damit er gewählt wird.
00:13:16: Woran hakt es?
00:13:17: Warum schaffen wir das
00:13:18: nicht?".
00:13:19: Und tatsächlich hatte die Gensi in Madakaska gar nicht eine richtige Liederschaft so ein paar führende Aktivisten, aber es ist nicht gelungen die zu installieren und sich tatsächlich hinter denen zu sammeln.
00:13:34: Also mir scheint die Gensi dort etwas gespalten momentan.
00:13:39: Manche sagen gut das Bradjolina jetzt weg ist es wird schon.
00:13:42: wir müssen abwarten.
00:13:44: andere sagen wir müssen wieder protestieren.
00:13:46: Es gab jetzt gerade im April sind auch ich glaube es waren vier von den führenden Aktiviten verhaftet worden und ins Gefängnis gesteckt, also mit der Meinungsfreiheit ist es auch wieder nicht so weit her.
00:14:00: Auch das kennt man und diese Dinge scheinen sich jetzt zu wiederholen und deswegen ist Madagaskar aber auch ein ganz spannender Fall weil diese Proteste eben nicht von einem schnellen Erfolg jetzt gekrönt waren und es jetzt spannend ist hinzuschauen Was wird da jetzt passieren?
00:14:18: Gehen die noch mal auf die Straße.
00:14:19: Also
00:14:21: Wahlen
00:14:21: sind geplant, im Zeitraum von bis zu zwei Jahren werden sich die Jungen nochmal auflehnen.
00:14:29: Ob sie denn vielleicht auch so einen ehemaligen DJ finden den Sie als Kandidaten sozusagen über Discord vorschlagen können.
00:14:36: und
00:14:37: also ich meine wenn Sie skopieren wäre es ja eigentlich ganz schön schlau das so zu machen.
00:14:39: oder
00:14:40: Influencer gibt's auch dort
00:14:42: genau.
00:14:43: Ja, es scheint so ein bisschen daran zu liegen sich zu organisieren jetzt auch und geschlossen zu sein.
00:14:48: Und das bleibt auf jeden Fall spannend da hinzuschauen was aus dieser Genzi wird.
00:14:53: ich habe auf jeden fall diese Geschichte ja auch dieser Proteste die mir erzählt wurde jetzt geschrieben und die kann man eben Mission Magazin lesen allerdings dieses mal nicht gedruckt sondern große Ausnahme jetzt mal digital.
00:15:11: Wir machen gerade eine rein digitale Ausgabe des Mission Magazines, wir probieren einfach mal was aus.
00:15:18: man muss ja ab und zu etwas Neues ausprobieren und gucken was die Leser so brauchen und möchten.
00:15:23: also deswegen habe ich gerade keine gedruckte Version gekriegt.
00:15:27: und die Online-Version gibt es schon?
00:15:29: Die ist gerade raus.
00:15:30: genau die gibt's.
00:15:31: jetzt kann man unter missionmagazin.de finden Und wir sind mal gespannt, wie es ankommt.
00:15:38: Die folgenden Ausgaben kommen dann aber ganz normal wieder gedruckt, wie wir das kennen.
00:15:42: Aber wir wollten mal so einen Test machen und da haben wir eben auch ein bisschen das Thema Jung- und Alt in verschiedenen Projektländern.
00:15:53: Und die junge Generation in Madagaskar ist da auch mit abgebildet.
00:15:56: also es lohnt sich die Geschichte zu lesen.
00:15:58: ich erzähle da auch tatsächlich nochmal von diesem fünfundzwanzigsten September auch von einem jungen Studenten der in Kognito mit protestiert hat, wohlwissend das auf der anderen Seite.
00:16:10: sein Vater steht an diesem Tag.
00:16:12: Der als Schandarmen einen Job hat und das erzähle ich da auch in der Geschichte.
00:16:18: Und den Link dahin?
00:16:19: Den setzen wir auf jeden Fall in die Shownoten.
00:16:21: Unbedingt!
00:16:22: Also viele der Studierenden oder der jungen Leute sehen irgendwie keine Zukunftsperspektive aber es gibt auch kreative Möglichkeiten dem zu entkommen.
00:16:32: Da hast du auch Leute getroffen.
00:16:34: Ja, das ist tatsächlich total spannend.
00:16:37: Das hat jetzt mit unseren Projekten per se gar nichts zu tun aber ich habe es einfach mitbekommen und fand die Idee interessant und zwar war ich in der Hauptstadt in einer Deutschschule, die von einer Deutschen gegründet wurde vor ein paar Jahren – das ist die Angelique Steffek.
00:16:57: Die ist mit ihrem Mann vor vielen Jahren nach Madagaskar gekommen, er arbeitete oder hat damals in der französischen Botschaft gearbeitet und sie war sozusagen als Gattin mit dabei.
00:17:08: Und hat das auch sehr nett erzählt?
00:17:10: Ihr wart es irgendwann so ein bisschen zu langweilig mit den anderen Gattinnen beim Teel zu sitzen während die Männer in der Botschaft sitzen?
00:17:18: Und hat dann beschlossen, sie will was tun.
00:17:21: Weil sie diese große Armut wahrgenommen und die vielen jungen Leute, die nach einer Perspektive suchen.
00:17:28: Und hat eine Deutschschule gegründet, die aber über dieses Deutschlernen hinausgeht.
00:17:33: Und zwar vermittelt sie junge Madagassinnen und Madagassen nach Deutschland um hier in Lohn- und Brot zu kommen also um ne Ausbildung zu machen Hauptsächlich in der Pflege, Gastro oder Handwerk.
00:17:51: Oder eben dann einen Job anzunehmen.
00:17:54: Also im Berufen die Mangelberufe bei uns heißen?
00:17:57: Genau
00:17:57: das!
00:17:57: Also wo
00:17:57: wirklich die Leute händeringend Azubis suchen.
00:18:01: also
00:18:01: würde es mich
00:18:02: wundern wenn einige Bäcker werden würden.
00:18:04: Das ist nämlich die andere Seite weil wir haben die andere Alterspyramide wie wir wissen Und viele junge Leute wollen was machen.
00:18:11: Natürlich haben auch viele den Traum wegzugehen, wie es oft so ist in den Ländern ins Ausland zu gehen und dann die Familie zu Hause finanziell unterstützen zu können – das ist auch ein Hintergrund.
00:18:22: Deswegen muss man ja schon einen Weg zurückgelegt haben damit man in ihre Schule kommen kann.
00:18:27: Man muss natürlich in die Schule gegangen sein, lesen schreiben
00:18:30: usw.,
00:18:31: da auch etwas schon vorweisen können.
00:18:34: aber dann geht es weiter, dann kann man bei ihr Deutsch lernen also wirklich nach auf offizielle Sprachnibos.
00:18:40: Ich weiß gar nicht, wie das
00:18:41: so geht.
00:18:43: Und sie hat auch einen guten Draht zur deutschen Botschaft.
00:18:46: Also wird da auch unterstützt und hilft dann sozusagen auch damit das Visum zu bekommen.
00:18:53: Sie hilft bei den Vorstellungsgesprächen die ja per Video stattfinden?
00:18:59: Hat als Agentur Kontakt zum Unternehmen in Deutschland oder zu Krankenhäusern und so weiter, also zur Arbeitsvermittlungsagenturen.
00:19:08: Und ist quasi die andere Seite.
00:19:11: Dann kommen diese jungen Madagassen als Fachkräfte nach Deutschland.
00:19:16: Die Community der Madagacen in Deutschland ist gar nicht groß.
00:19:20: Also die meisten gehen natürlich nach Frankreich aufgrund der
00:19:23: Sprache.
00:19:24: Aber es werden immer mehr... Ja, sie füllen dann hier diese Lücken die wir offensichtlich haben.
00:19:31: Wir hören es ja die ganze Zeit.
00:19:32: Wer pflegt uns irgendwann in zwanzig Jahren?
00:19:36: Weil wer hat die Jobs in den Hotels, in den Restaurants, Servicekräfte werden händeringen gesucht.
00:19:42: Bäcker hast du gerade erwähnt auch so ein Thema?
00:19:45: Ja also wer weiß ob wir da nicht in Zukunft mehr junge Frauen und Männer aus Madagaskar sehen im Deutschland
00:19:53: Wobei das natürlich keine Lösung für das Problem vor Ort ist.
00:19:56: Das hast du sehr schön gesagt, weil ich habe das auch mit den Studenten an der Uni noch mal besprochen und Meijel heißt einer hat tatsächlich auch zu mir dann nochmal gesagt es kann auch nicht die Lösung sein dass ich ja Abitur mache dann lerne ich Deutsch und gehe dann als Friseur oder irgendwie als Fachkraft nach Deutschland.
00:20:15: klar ich unterstütze meine Familie aber was hat denn das Land davon?
00:20:18: So
00:20:19: genau!
00:20:20: Da wird der Brain drain
00:20:22: Genau dieser Fachbegriff.
00:20:23: Da wird der Braindrain, wie der Fachbegriff heißt, abgezogen.
00:20:27: Es ist ja in vielen Ländern leider so... Ich kenne das aus dem Libanon auch Wo viele junge Leute gut Ausgebildete dann natürlich gehen.
00:20:35: Ja ich fand es auf jeden Fall ein spannendes Thema.
00:20:37: Es bleibt nicht kritiklos sozusagen Weil man sieht dass junge lefähige Leute abwandern.
00:20:45: Aber es ist eben die Realität.
00:20:47: Also Eine Möglichkeit ist auswandern, besser ist es das Land zu ändern.
00:20:52: Es wird Neuwahlen geben!
00:20:54: Wir werden sehen was passiert.
00:20:56: wir bleiben auf jeden Fall dran.
00:20:58: Du hast auch etwas geschrieben von einem Fotografen und der madegastischen Fihavanana.
00:21:05: oder war jetzt ein Änder zu viel drin?
00:21:07: Fihanana Was
00:21:12: ist denn das?
00:21:16: Manchmal ist es leicht, wenn man sagt das dann so schnell.
00:21:19: Vi hava anana.
00:21:20: Vor allen Dingen weil dir jeder Mensch glaubt, der nicht dort gewesen ist?
00:21:25: Was ist das?
00:21:26: Das ist ein Begriff, der so einen Lebensgefühl beschreibt oder?
00:21:30: Ja, ein Lebensgefühle.
00:21:31: oder also ich glaube die korrekte Deutung wäre so eine Art Sozialkonzept.
00:21:39: Das gibt es in anderen Ländern auch.
00:21:41: In Bayern
00:21:43: leben und leben lassen?
00:21:44: Es ist so ein bisschen dieses Ubuntu, in afrikanischen Ländern, in manchen Familienkonstrukt oder dass die Familie wichtig ist.
00:21:53: In Madagaskar ist dieses Vieh Havanana.
00:21:56: Es wird einfach weitergegeben seit Jahrhunderten.
00:21:58: das ist so dieses Band zwischen allen Madagassen.
00:22:01: dafür soll es stehen solidarisches Handeln miteinander betonen, wohlwollend miteinander zu sein.
00:22:08: Sich zu helfen auch gerade über Generationen hinweg.
00:22:13: und das ist ganz spannend weil an diesem Konzept scheiden sich so ein bisschen die Geister bei.
00:22:18: manche sagen Das wurde mit Absicht also es wurde missbraucht sozusagen um Korruption zu legitimieren.
00:22:26: Und deswegen stecken wir überhaupt erst so tief drin in diesem Land in Korruption und Armut und all diesen Mustern weil jeder dem anderen quasi hilft und ihn unterstützt, aber es gibt ja verschiedene Arten von Hilfen und Unterstützen.
00:22:40: Und gerade diese Jungen scheinen sich da wieder so ein bisschen darauf zu fokussieren – das fand ich ganz interessant, dass die Studenten mir gesagt haben.
00:22:51: eigentlich ist dieses Konzept ganz anders gedacht und wenn wir das anlegen wie es gemeint ist könnte der Staat doch schon ein ganzes Stückchen besser funktionieren.
00:23:01: Aber du hast geschrieben, das ist tot.
00:23:03: Oder der Fotografer hat es gesagt?
00:23:04: Das hat einer der Studenten gesagt... ...dass man der Gassechef Viha Vanana ist tot als er mir jetzt so geschrieben hat und so frustriert war dass die Proteste jetzt so ausging.
00:23:15: aber
00:23:16: wenn man's hernehmen würde könnte man daraus einen ganz gut funktionierenden Start machen
00:23:20: Wenn man es so fühlen würde wie es eigentlich gemeint ist.
00:23:23: eben nicht wir verschärbeln Rohstoff-Lizenzen an China sondern Was brauchen wir?
00:23:29: Wir müssen gucken, was wir hier alles haben in diesem Land.
00:23:33: Wie viel eigentlich da ist?
00:23:35: Wie könnte es uns gelingen, dass Wertbeschöpfung hier stattfindet, dass wir ein Nutzen daraus ziehen für die Wirtschaft und für die Menschen?
00:23:44: Könnte bei FIHA-Wanana anfangen?
00:23:48: Wir werden das Ganze beobachten!
00:23:50: Auf jeden Fall!
00:23:51: Und vielleicht doch schon ein bisschen mehr davon hören... Nächsten Folgen, in denen du uns über Madagaskar erzählst – weil wir haben es schon ein paar Mal gesagt.
00:24:00: Es ist das diesjährige Schwerpunktland.
00:24:03: also spätestens im Herbst hören wir ganz viel über Madagska aber für diesen Monat ist jetzt mal Schluss, würde ich sagen?
00:24:12: Ja,
00:24:12: ich glaube war zum Guter Anfang und dann wenn wir uns wieder treffen, dann sprechen wir über die Projektpartnerinnen und Partner, die kommen, sie aus Madagaska kommen im Oktober hier unterwegs sein werden, die man dann auch treffen kann.
00:24:28: Das erzählen wir dann alles noch.
00:24:29: aber es kommen spannende Leute aus Madagaskar und sie können denn alles noch viel besser erzählen als ich.
00:24:37: Aber wie heißt's bei Michael Ende immer so schön?
00:24:39: Das ist eine andere Geschichte und soll ein Andermal erzählt werden.
00:24:43: in der unendlichen Geschichte sagt er das immer.
00:24:45: Stimmt!
00:24:46: Ich erinnere mich.
00:24:47: Das habe ich geliebt.
00:24:48: Okay, aber wir machen Schluss für heute sagen Tschüss bis zum nächsten Mal.
00:24:53: Nämlich
00:24:54: Christina Baalbach
00:24:55: und Brigitte Strauß.
00:24:56: Tschüss!
00:24:58: Das war Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika,
00:25:02: Asien und
00:25:02: Ozeanien.
00:25:04: Ein Podcast von Missio
00:25:05: Mündchen produziert vom katholischen Medienhaus St Michael's Boot.
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