Madagaskar II - Hühner und Obstbäume im Gefängnis

Shownotes

Das Staatsgefängnis von Toamasina gilt als eines der schlimmsten der Welt. Gebaut für 350 Häftlinge sitzen dort jetzt mehr als 13000 Männer, Frauen und Jugendliche ein. missio-Redakteurin Kristina Balbach hat sich dort umgesehen und auch mit Insassen gesprochen. Zum Beispiel einem 14-jährigen Mörder und einer Schwangeren, die DVDs mit Kinderpornographie verkauft hat - beide haben ihre Straftaten aus purer Not begangen. Sie sitzen in Untersuchungshaft - ohne Anklage. Ob es jemals einen Prozess geben wird, weiß man nicht. Der Staat ist hoffnungslos überfordert und kümmert sich in der Haftastalt um rein garnichts. Deshalb setzt die Kirche sich dort für menschenwürdige Bedingungen ein: Im Gefängnishof wachsen Obstbäume, damit die Insassen ein paar Vitamine bekommen, Hühner sorgen für Eier. Eine mobile Klinik versorgt Kranke. Außerdem bieten sie handwerkliche Ausbildungen an, damit die Gefangenen eine Perspetive haben nach ihrer Entlassung.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:04: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.

00:00:12: Die Hölle auf Erden so nennt Per Thomas Josef das Staatsgefängnis in Toa Masina an der Ostküste von Madagaskar.

00:00:21: Und genau dort war Christina Baalbach.

00:00:24: Hallo!

00:00:25: Hallo Brigitte.

00:00:26: Dieser Per Thomas?

00:00:27: Wer ist es?

00:00:28: Das ist der Ökonom der Ärzte Tese Toa Massina und hat deswegen auch den Hut auf was die ganzen Projekte angeht.

00:00:35: Und damit sind wir schon fast mitten drin im Thema der heutigen Folge.

00:00:39: Aber wo fangen wir an?

00:00:41: Ich habe so viele Fragen, vielleicht magst du mal erst ganz kurz erzählen was das für ein Gefängnis ist.

00:00:47: wie viele Insassen gibt es dort und warum ist es so schlimm?

00:00:51: Das ist das staatliche Gefängnis in der zweitgrößten Stadt Madagaskas in Tormassina Wichtigste Hafenstadt der Insel im Osten des Landes und eine große Stadt mit einem großen Einzugsgebiet.

00:01:11: Und dort gibt es eben ein berüchtigtes Gefängnis, das ursprünglich mal für ungefähr dreihundertfünfzig Heftlinge gebaut wurde von der Kapazität.

00:01:26: Dort waren so an die Tausenddreihundert Menschen, die dort inhaftiert sind unter schlimmen Umständen, ja.

00:01:34: Und dieses Gefängnis gibt es eben schon länger und deswegen sind die Gebäude auch sehr alt und marode.

00:01:40: Ja da durften wir mit

00:01:42: rein.".

00:01:43: Ich meine normalerweise zeigen Regierungen solche Gefängnisse nicht gerne ausländischen Journalisten?

00:01:49: Wie hast du's geschafft, da

00:01:50: reinzukommen?".

00:01:52: Also tatsächlich ist das so... Das Bild passt ganz gut!

00:01:55: Die Kirche hat wirklich mehr als einen Fuß in der Tür und hat es deswegen auch für uns geöffnet.

00:02:03: Fakt ist, die Bedingungen sind so miserabel.

00:02:08: dieser Staat führt das Gefängnis unter schlechtestmöglichen Umständen.

00:02:13: Dieses ganze Justizsystem ist eigentlich eine Katastrophe – man kennt es ja aus verschiedenen Ländern mit großen Schwächen von Korruption gelenkt.

00:02:25: Die meisten Insassen dort einfach untergebracht haben, nie eine Anklage bekommen.

00:02:34: Sitzen sozusagen in dauerhafter Untersuchungshaftes kümmert sich überhaupt niemand um einen Fall, um den Rechtsweg und das ist eigentlich eine Verwaranstalt weil auch diese schiere Menge an Fällen die der Staat dort anfallen lässt hat den Staat selbst überfordert.

00:02:53: Sind die tatsächlich, man kann es gar nicht anders sagen fast schon froh dass jemand wie die Kirche dorthin geht und sich kümmert weil sie selbst können's teilweise nicht tun sind gar nicht fähig dazu zu erkennen was dort alles getan werden muss.

00:03:10: Es gibt wahrscheinlich auch nicht genügend Gelder die aufgebracht werden.

00:03:14: da hat niemand Interesse und so ist die Situation.

00:03:18: Aber die Kirche kann natürlich keine Prozesse führen und keine Anklagen erheben.

00:03:22: Also das ist einfach Schlamperei?

00:03:25: Ja, es ist nicht hinschauen sich nicht interessieren!

00:03:29: Die Kirche können natürlich so tief in dieses System nicht eingreifen.

00:03:34: Das ist klar.

00:03:36: Es können keine Prozese in Gang gebracht werden, beschleunigt werden oder wie auch immer.

00:03:41: Das kann die Kirchen nicht tun.

00:03:42: aber das Team in Tormassiner hat Zugang relativ frei und kann dadurch sehr schlau in kleinen Schritten von innen heraus die Lage etwas besser machen.

00:03:56: Und können euch auch einfach mal mit da rein nehmen?

00:03:58: Ja, auch das war möglich!

00:03:59: Also

00:04:00: ihr müsst es nicht bei irgendeiner staatlichen Stelle beantragen.

00:04:02: Ihr seid einfach mit denen mitgegangen, mit diesem Team...

00:04:04: Das dort verschiedenste Sachen anbietet.

00:04:07: ja wir sind mit gegangen natürlich wurden mir angemeldet und wie das oft so ist bei diesen Stellen.

00:04:11: Da funktioniert der Staat dann insofern natürlich schon dass sich alle recht wichtig machen überall noch mal begutachtet und durchgewunken wird.

00:04:20: Und das auch nochmal betont wird, wir sollen nicht zu lange uns hier aufhalten und werden dann auch schnell weiter gewunken und dadurch geführt und

00:04:27: begleitet.".

00:04:28: Ganz so ist es nicht!

00:04:30: Aber in diesem Rahmen kann die Kirche durchaus wirken...

00:04:35: Als du da angekommen bist, also beschreib mal wie sieht das aus?

00:04:39: Also ich war mal hier in München in Stadelheim, das fand ich schon ziemlich bedrückend.

00:04:43: Wie ist das denn, wenn man in so ein Gefängnis reingeht?

00:04:46: Wie sieht das da aus?

00:04:47: Ja es ist sehr bedrückend natürlich.

00:04:49: An dem Tag hat später noch Regen eingesetzt.

00:04:52: dadurch haben wir gesehen dass Innen drin die die Innenhöfe sind oft gar nicht befestigt.

00:04:57: da wird's dann auch schnell schlammig und matschig.

00:05:00: also die hygienischen Bedingungen sind natürlich sehr prekär.

00:05:05: Die Gesundheit der Menschen, die da untergebracht sind, leidet enorm.

00:05:09: Das wurde uns auch erzählt.

00:05:10: also dadurch dass es so viele sind und das einfach auch nicht sauber ist werden auch viele kranker.

00:05:16: Also tuberkulose ist ein Thema oder als wir dort waren hin so einen Schild wegen M-Pox G ist.

00:05:21: gerade in Madagaskar war das auch ein großes Thema diese Affenpocken Hautinfektionen usw.

00:05:29: Auch Mangelernährung ist ein thema.

00:05:31: Und wenn man dann die sanitären Anlagen sieht, also die Toiletten und die Wasserstellen.

00:05:37: Die Heftinge müssen sich selbst versorgen und ihren Bereich in Stand halten aber sie haben ja auch gar nichts was man zum Instandhalten verwenden wollte.

00:05:45: Ich

00:05:46: würde gerade sagen, wenn du sagst das sind irgendwie fünf mal so viele Leute wie da sein sollten teilen die sich eine Pritche oder wie ist es gedacht?

00:05:51: Ja also wir waren dann im Jugendtrack zb.

00:05:56: Das sind dann sehr dunkle Barakken Und dann sind es einfach so Holzpritschen, wo mehrere Leute drauf schlafen.

00:06:05: Manche haben vielleicht was zum Unterlegen und manche haben eine Decke oder so eine Art Schaumstoffstück.

00:06:12: Andere auch nicht.

00:06:13: Das hängt natürlich immer davon ab wie gut der Kontakt nach außen ist, ob da im Hintergrund eine Familie ist die ab und zu zu Besuch kommt und sich kümmert.

00:06:23: Ob da sich gar niemand kümmern und in welche Hierarchie man ja auch steht unter den Häftlingen.

00:06:28: Das ist dort nicht anders als in Gefängnissen hier, da geht es auch viel um Macht und Einfluss oder wer vielleicht Geld hat oder an Geld kommen kann.

00:06:37: Die Leute die dort einsetzen sind zum Teil auch wirklich Verbrecher.

00:06:41: du hast mit einem Mörder gesprochen und dieser Mörde war vierzehn Jahre alt?

00:06:46: Ja.

00:06:48: Wie kann das sein?

00:06:50: Tatsächlich wenn man dann so nach ein paar Stunden aus diesem Gefängnis wieder rausgeht zu mir Dann fängt es natürlich an, in einem zu arbeiten.

00:06:58: nochmal ganz speziell das Thema was ist gerecht.

00:07:03: Das sind großen Fragen.

00:07:04: und dann auch weil sehr schnell klar wird egal ich habe mit ein paar Insassen sprechen dürfen die mir ihre Geschichte erzählt haben.

00:07:13: man muss natürlich immer davon ausgehen dass es wahrheitsgemäße erzählt wird.

00:07:17: das kann ich ja nicht nachprüfen.

00:07:19: aber nachdem was sich vorher auch im Land gehört hat diese Armut ist sie auch verbrieft.

00:07:24: Hinter vielem steckt einfach diese unendliche Not.

00:07:29: Bei dem vierzehnjährigen Jungen, den du angesprochen hast der wurde zum Mörder auch aus Not heraus sozusagen.

00:07:39: also er hat mir erzählt da kommt natürlich auch was einer Familie mit vielen Kindern.

00:07:43: er musste schon immer arbeiten und hatte unterschiedliche Jobs und zum Schluss war er bei einem Mann, der Alkohol destilliert hat und dort sollte er mithelfen.

00:07:54: Und der Mann hat natürlich gedacht hier ist irgendein Junge den lass ich für mich arbeiten.

00:07:57: Hat immer gesagt Morgen bekommst du dein Geld morgenmorgen und er hat anscheinend nie Geld bekommen.

00:08:04: Und dann hat er ihn irgendwann einfach erschlagen.

00:08:06: so hat das mir erzählt.

00:08:07: Und insgesamt ist es natürlich alles furchtbar ungerecht.

00:08:11: Das ist das was ich meine.

00:08:13: ja Es ist einfach nicht fair.

00:08:14: Armut ist nicht fair.

00:08:16: die Umstände in diesen Kind geboren wird Und dann wird dieser Junge zum Mörder, sitzt da ein mit vierzehn, ist in diesem schrecklichen Gefängnis im Tor Massina und auf unbestimmte Zeit.

00:08:29: Keiner

00:08:30: kümmert sich um seinen Fall.

00:08:31: Er weiß nicht wie geht es weiter?

00:08:33: Wann komme ich hier raus?

00:08:34: Das ist alles nicht fair!

00:08:36: Und weißt selbst nicht wie es so weit kommen konnte.

00:08:38: So hast du es geschrieben.

00:08:40: Hat das irgendwie... Ich glaube, ich bin ein Mörter oder so hat er's gesagt.

00:08:44: Es war natürlich auch ... besondere Situationen mit ihm zu sprechen.

00:08:50: Erzählt es so, fast so ein bisschen wie abgekoppelt als würde er selber gar nicht verstehen was hier eigentlich läuft.

00:08:56: Ist wahrscheinlich auch so?

00:08:58: Es ist vielleicht auch einfach so.

00:08:59: Das ist eine psychische

00:09:00: Ausnahmesituation.

00:09:01: also hier bei irgendwelchen Prozessen würde man das wahrscheinlich berücksichtigen.

00:09:06: dort gibt's erst gar kein Prozess.

00:09:08: Dort gibt es erst gar keinen Prozess.

00:09:09: immerhin hat dieses Gefängnis einen Jugendtrakt weil eben

00:09:14: auch

00:09:14: Kinder hier sind und sind damit von den männlichen Erwachsenen gefangen.

00:09:20: in dem Trakt war ich auch das riesige Getrennt.

00:09:23: Und trotzdem ist es einfach ohne Perspektive, und es ist auch niemand da der sich kümmert seitens dieses Gefängnis ist.

00:09:32: Deswegen ist es wahnsinnig wichtig dass die Kirche dort einen Team hat ein Seelsorge-Team aber nicht nur das auch ganz praktisch sozusagen Leute hat hier reinkommen damit es so irgendeine Aussicht gibt,

00:09:46: weil die bringen Sachen rein.

00:09:48: Nämlich unter anderem Bücher.

00:09:52: Die bringen auch Lehrer ins Gefängnis?

00:09:55: Ausbilder.

00:09:56: Ausbildern okay.

00:09:57: im Metall-Holz-Elektro hast du geschrieben...

00:10:00: Ja tatsächlich da ist einiges und das macht die Kirche,

00:10:03: dass es nicht irgendwas was der Staat dort macht zur Resozialisierung sondern das macht eine Kirche.

00:10:08: Der Staat macht dort gar nichts.

00:10:10: also nicht mal Nicht mal die Mindestdienste, die in den Aufgabenbereich des Staates fallen würden werden erledigt.

00:10:16: Also das sieht man auch daran dass zum Beispiel die Kirche sogar daran denkt wo ist ein Areal wo wir Obstbäume pflanzen können?

00:10:23: Das hat Monsieur z.B.

00:10:24: auch gefördert

00:10:25: im Gefängnis.

00:10:26: ja damit auch diese Ernährungsunsicherheit nicht so prekär ist es gibt viel zu wenig Essen auch das reicht nicht aus.

00:10:34: und dass man einfach schaut unter ganz simplen Bedingungen wie können wir es so ein bisschen besser machen?

00:10:39: also das ist zum Beispiel Nebenaspekte aber vielleicht gar nicht so unwichtig ist.

00:10:44: Und auf der anderen Seite eben diese Seelsorge, der per mag es dort die Syroset ist inzwischen eigentlich täglich da hat das ein bisschen für sich als ihre Lebensaufgabe angenommen.

00:10:56: muss man vielleicht auch so sein?

00:10:57: wenn man so einen Job macht denke ich mir manchmal wie eben dieses Syrosett die dann sagt das ist mein Thema hier und meine Aufgabe ist den komme ich auch jeden Tag Die sind eben da, damit überhaupt Gespräche auch stattfinden können.

00:11:10: Also für die Sorgen und Nöte um da ein bisschen Hoffnung zu geben, um den Häftlingen zuzuhören dafür sind die beiden eben auch

00:11:20: da.

00:11:21: Und dieser ganz praktische Aspekt mit der Ausbildung wie funktioniert das dann?

00:11:25: Es gibt eine Metallbearbeitungswerkstatt, die durften wir besichtigen und eine Holzwerkstatte wurden wir auch durchgeführter werden Möbel gebaut, kleinere einfachere Möbel zum Beispiel.

00:11:38: Auch total nett die inzwischen verkauft werden aus dem kleinen Gefängnisladen heraus.

00:11:45: Schneiderlehre gibt es für die Frauen zum Beispiel, Elektrotechnik gibt's auch für die Männer und tatsächlich sind das Ausbilder von außen die ins Gefängniskommen können und dann da eben was anbieten damit Häftlinge eine Lehre machen können

00:12:02: wenn sie dann mal wieder rauskommen?

00:12:04: Ja, einfach um so ein bisschen einen Stück Zukunft zumindest anzufangen.

00:12:09: Thausenddrehundert Insassen hast du gesagt und Hundert davon sind nur Frauen?

00:12:14: Es sind deutlich weniger Frauen.

00:12:15: ja Also zu dem Zeitpunkt waren es so um die hunderte

00:12:21: Und in dem Teil wo die Frauen sind gibt's auch Hühner?

00:12:24: Ja da liefen Hühnungen tatsächlich

00:12:28: damit man die Eier essen kann.

00:12:29: Ja, ganz pragmatisch!

00:12:31: Die müssen auch gucken wie sie sich organisieren.

00:12:33: es gibt natürlich auch die Möglichkeit Besuch zu empfangen.

00:12:36: viele haben auch gar keinen Kontakt zu ihren Familien oder wurden dann auch vielleicht verstoßen oder einfach auch hängen gelassen wenn da jemand ins Gefängnis kommt.

00:12:46: Die haben es ja natürlich schwerer und die aber Kontakt nach außen schauen wie Sie sich organisiert wo's möglich ist.

00:12:52: Und ja, ganz pragmatisch klar können die da auch Hühner halten.

00:12:55: Ich weiß nicht wer das angefangen hat aber es macht natürlich Sinn.

00:13:00: Ja wenn die Hühners was zu picken haben da also die müssen ja auch etwas fressen.

00:13:04: Irgendwie scheint's zu funktionieren.

00:13:06: Das habe ich jetzt gar nicht weiter nachgefragt.

00:13:07: Aber ja,

00:13:09: Brigitte immer mit diesen blöden Nachfragen.

00:13:11: Die Detail-Fragen.

00:13:12: Was essen eigentlich die Hüner?

00:13:14: Ja, Körner!

00:13:15: Irgendwas werden sie bekommen

00:13:18: und diese Eier essen die Frauen nur oder

00:13:21: Die Grenzen verschwimmen tatsächlich so ein bisschen.

00:13:24: Also ich finde es ganz interessant, wenn man dann länger an so einem Ort ist... Ich habe es ja gerade erzählt!

00:13:29: Man kommt rein und am Anfang ist alles sehr offiziell und dann kriegt man eine Einweisung und ist alle sehr streng.

00:13:36: Und wenn man aber mit offenen Augen durch diese Areale geht, dann sieht man natürlich wie der Laden läuft sozusagen.

00:13:44: Wie die Strukturen sind bekommt man mit.

00:13:46: Dann sieht man auch hier links ist dann so einen Raum wo Wachpersonen dann sind, die liegen da auch auf ihren Feldbetten und ruhen sich aus.

00:13:58: Und bekommen dann auch Essen gebracht auf dem Tablett von weiblichen Häftlingen.

00:14:02: Also das habe ich mit einem Frauentrakter auch so erlebt.

00:14:05: oder ein weibliche Insassin hat an einem weiblichem Wachpersonal die Haare geflochten.

00:14:11: Der hat eine Frisur gemacht also... Klar, das sind die Realitäten an so einem Ort.

00:14:16: Das ist dann ja ein eigener Bereich für sich der irgendwie funktioniert und er hat aber sicherlich ganz viel Mitmacht.

00:14:23: zu Ton- und Einfluss

00:14:25: Du hast auch mit einer Frau gesprochen Die und wenn man das erst mal hört klingt es unglaublich eine junge frau die CDs mit kinderpornografischem Material auf dem Markt verkauft hat Und dafür ist sie ins Gefängnis gewandert.

00:14:40: Wie hat sie denn das erklärt dass sie sowas tut?

00:14:43: Ja, das speist sich dann auch wieder aus einer Verkettung der Lebensereignisse.

00:14:49: Wenn ich es recht erinnere ist die auch nicht aus der Stadt, die kamen irgendwie aus dem Land.

00:14:56: Auch auf der Suche nach einem besseren Leben irgendeinen Auskommen hat dann jemanden kennengelernt, der gesagt hat klar du kannst für mich das auf den Markt verkaufen DVDs.

00:15:08: Und sie hat sich natürlich nicht gekümmert darum, was da zu sehen ist und es waren wohl ja kinderpornografische Aufnahmen.

00:15:17: Also so hat sie's erzählt... ...und danach wurde sie dann verhaftet sozusagen.

00:15:22: Da hat sie erst erfahren, was drauf ist

00:15:24: auf

00:15:25: dem... Hat sie das nie angeschaut?

00:15:26: Ja, ja!

00:15:27: Und das Verrückte ist diese Frau sitzt dann vor einem und isst schwanger Erwartet selbst bald ein Kind, dass sie schwanger ist.

00:15:35: Aber tatsächlich dann erst im Gefängnis auch erfahren.

00:15:39: Ist natürlich auch eine verletztliche Situation kommt nicht aus der Stadt, kommt alleine sucht einen Job, sucht irgendein Ort an dem Sie sein kann und dann ja geht eine Geschichte so aus für die Kinder noch im Gefähnis also nicht im Gefängnis in Binden.

00:15:56: es habe ich auch extra nochmal gefragt wie das eigentlich funktioniert, weil es sind ja oft auch Mütter mit kleinen Kindern im Gefängnis.

00:16:03: Zum Entbinden kann sie dann in ein Krankenhaus gehen und aber dieses Kind wird dann erst einmal im Gefänger aufwachsen die ersten Jahre.

00:16:10: Was jetzt auch mal ziemlich sinnvoll ist, dass das Kind bei der Mutter bleibt.

00:16:12: also ich mein...

00:16:13: Aber das ist dann der Start ins Leben für dieses Kind?

00:16:16: Aber auch da kommt irgendwie so eine mobile Klinik rein von der du in der letzten Folge schon erzählt hast ihr wart mit dem Kardinal unterwegs und mit einer mobilen Klinik.

00:16:29: Und so eine mobile Klinique kommt auch ins Gefängnis?

00:16:32: Ja, klar!

00:16:33: Also das ist natürlich dann auch wieder ganz schlau gemacht von den Partnern oder eben auch speziell von Pierre Thomas der da den Hut auf hat und diese ganze Entwicklung steuert in der ERZ-Ziese.

00:16:46: Er sagt jetzt haben wir aber hier ein kleines Dispensarium aufgebaut, Ordenschwestern führendes, haben Krankenpflegeausbildung sind jetzt auch soweit, dass sie eine mobile Klinik haben die rausgeht.

00:16:57: Klar geht diese mobile klinik nicht nur in den entdeckenden Dörfer sondern die geht dann natürlich auch in gewissen Abständen auch ins Gefängnis inzwischen.

00:17:06: Auch das konnte die Kirche erwirken und können tatsächlich solche Dinge auch gut durchbringen weil eben wie gesagt die Gefängnesleitung selbst eigentlich froh ist, dass so ein bisschen Struktur reinkommt dass es Angebote gibt, die natürlich auch dazu führen.

00:17:25: Da haben sie auch was davon.

00:17:27: wenn's ein bisschen befriedet ist.

00:17:29: Bringt natürlich auch Ausgeglichenheit so ein bisschen mit sich eine Perspektive dann ist die Situation vielleicht unter den Häftlingen nicht ganz so angespannt und das hilft natürlich der Gefängnisleitung auch.

00:17:41: Nachzulesen sind diese ganzen Geschichten ja im Mission Magazin?

00:17:45: Genau in der Ausgabe fünf zu tausendsechsundzwanzig.

00:17:49: da ist eine Reportage drin über dieses Gefängnis.

00:17:52: Und

00:17:52: da steht auch, dass du die Namen geändert hast.

00:17:56: Das wollte ich schon mal wissen.

00:17:57: wie macht man das?

00:17:59: Also wie kommen die Leute zu den neuen Namen?

00:18:01: also dieser Jugendliche heißt bei dir glaube ich Gabriel hatte der auch einen christlichen Vornamen.

00:18:06: oder wie gehst du davor?

00:18:08: Du fandest

00:18:09: du das fragst

00:18:10: ja.

00:18:10: ich frage mich sowas immer.

00:18:12: Ich nehme die Namen die mir als erstes einfallen Tatsächlich.

00:18:15: Also es hat jetzt keinen symbolischen Hintergrund, dass ich mir überlege was passt jetzt da irgendwie ein sprechender Name oder eine Symbolik hinter der Geschichte?

00:18:26: Nein!

00:18:26: Es ist ein schöner Gedanke kann ich für mich jetzt nicht bestätigen.

00:18:31: Du hast geschrieben von Per Marc und der Ordensfrau Rosette aber es gibt auch noch den... Per Thummer wer ist er?

00:18:41: Ja, der ist sozusagen steht über diesen ganzen Enttische

00:18:45: vom Team.

00:18:46: Genau!

00:18:46: Über diesen ganzen Teams... Der hat einiges schon vorangetrieben, der is sehr busy.

00:18:52: Das muss man echt sagen.

00:18:53: ich hab ihn auch eben kennenlernen dürfen als so'n richtiger Macher und hat auch viele Ideen.

00:18:59: was er noch machen will, hat schon viel geschafft.

00:19:02: Also Per Thomas ist der Chef über viele Projekte im Erzbistum.

00:19:07: Marc und Rosette sind die Gefängnisseelsorger.

00:19:10: Du hast eben schon gesagt, die reden auch viel mit den Gefangenen.

00:19:14: Wo passiert dieses Reden?

00:19:15: Also in den Zellen oder...

00:19:17: Es gibt Räume, die die Kirche nutzen darf also kleine Räime wo man Gespräche führen kann.

00:19:23: es gibt auch einen Raum wo dann diese Bücher und Computer sind.

00:19:27: Und tatsächlich gibt's jetzt noch ein muss man vielleicht auch erwähnen ganz besonders schönen Raum und zwar eine Gefängniskapelle.

00:19:38: Ich habe sie jetzt gar nicht fertig gesehen.

00:19:40: Als ich da war, war sie gerade im Bau und auch so ein Herzensprojekt von Pertoma muss man sagen.

00:19:48: Ich fand es ganz interessant weil als erstes denkt man ja vielleicht ihr liegt so vieles im Argen...

00:19:53: Ja genau das hab' ich jetzt auch grad zum Hinterkopf... Die Obstbäume

00:19:57: schauen mit den Obstbaum schauen wir das vielleicht doch noch ein bisschen was zur Ernährung geht usw.

00:20:02: Ganz prekäre Lage.

00:20:04: Und jetzt kommt diese Kapelle die sehr schön werden soll.

00:20:09: Und da sagt Perth Omar, natürlich kommt diese Kapelle ja und nochmal Ja ausrufezeichen weil er sagte du hast es so schön zitiert am Anfang Es ist die Hölle auf Erden dort und genau dort sagt der Genau dort wollten wir auch was ganz Schönes haben für diese Menschen die dort sind Die leiden die in großer Not sind um ihn zu zeigen, ihr seid es wert.

00:20:34: Du hattest mir erklärt?

00:20:35: Ich fand er hat sehr schön beschrieben.

00:20:37: Ihr seid es Wert!

00:20:38: Ihr habt Würde gerade an diesem Ort und deswegen gibt es diesen Raum für euch diese Kapelle die für euch offen steht und die euch auch nochmal auf diese Weise zeigen soll hier ist was Schönes und ihr seid hier willkommen und wir sind für euch da.

00:20:55: also man denkt eigentlich total unnötig aber so ein... Es ist mal wieder so'n Lichtblick ne dem Kirche das schafft

00:21:00: ja Absolut.

00:21:02: Und als er mir das dann auch so noch mal beschrieben hat, seine Gedanken dazu und die Idee dahinter – und Missio hat diese Idee ja auch ganz konkret gefördert – dann kann man das nachvollziehen, dass es vielleicht auch genau dort diese Kapelle braucht.

00:21:17: Und so ein bisschen Hoffnung bringt und Perspektive bringt oder zumindest die Menschen wieder erfüllen lässt?

00:21:24: Dass sie Menschen sind!

00:21:24: Dass

00:21:25: Sie Menschen sind und dass Sie's wert sind.

00:21:27: Und Perth Thomas ist einer der Gäste, die im Oktober hier in Bayern sind und von ihrer Arbeit erzählen?

00:21:32: Den kann man fragen.

00:21:33: zu allen möglichen Projekten.

00:21:36: Die Ärzte Zäsitormasse macht viel.

00:21:39: Gefängnisstil Sorge- und Ausbildung im Gefängnissen ist ein Teil.

00:21:42: Die Mobile Klinik ist ein anderer Teil aber er kann viel erzählen.

00:21:46: Genauso wie weitere Gästen.

00:21:48: da wäre zum Beispiel noch Schwester Francet, die ein Haus für junge Mütter und ihre Babys betreut.

00:21:54: was genau macht ihr da?

00:21:55: Genau genommen steht die Sur-Francetta so ein bisschen drüber, also sie koordiniert die Projekte der Schwestern vom guten Hirten.

00:22:03: Die sind

00:22:03: uns schon ganz oft begegnet diese Orden.

00:22:06: Sie machen total viel und eben auch in Madagaskar ganz viel besonders für Kinder und Jugendliche, für Frauen eben... Teile der Bevölkerung, die dann oft auch Schutz bedürftig sind und ein besonderes Augenberg verdienen.

00:22:24: Und da machen die Schwestern vom guten Hirten einiges unter anderem eben wenn wir jetzt einen Beispiel nehmen dieses Schutzhaus für junge Mütter und ihre Babys.

00:22:34: Junge Mütte heißt dann wirklich richtig junge Mötter?

00:22:36: Ja also als ich dort war, war eine Mutter glaube die eine war vierzehn.

00:22:43: Das ist ja dann meistens auch haben wir irgendwann mal gelernt kompliziert und gefährlich für die Mädels, wenn diese Jungs schwanger werden?

00:22:51: Ja.

00:22:52: Und diese Mädchen geraten auch aus verschiedenen Gründen in Situationen sind oft Opfer von Missbrauch, werden ausgenutzt, sind einfach schutzlos unterwegs vielleicht nicht mehr so an ihr Elternhaus gebunden, sind alleine und dann endet es manchmal eben auch darin dass diese Frauen oder Mädchen schwanger und auf sich gestellt sind.

00:23:17: Und auch da funktioniert denn die Struktur der Kirche gut, insofern dass dann eben auch diese Schwestern Kenntnis bekommen von solchen Fällen und es ein Ort gibt für diesen Mädchen, den sie kommen können.

00:23:28: Sie sprechen diese Mädchen an oder die Mädchen kommen zu denen?

00:23:31: Und können dort eine Weile bleiben?

00:23:33: Genau!

00:23:34: Können dort eine weile bleiben nicht allzu lang.

00:23:37: das Haus ist nicht riesig Es gibt Plätze aber klar es ist natürlich jetzt nichts wo... wo diese Mädchen für immer ankern können.

00:23:45: Das ist ja auch nicht Sinn und Sex, sie sollen ja auch versuchen gut in die Zukunft zu kommen auf ihren eigenen Beinen zu stehen dann als junge Mütter auch mit ihrem Kind sich und ihr Kind versorgen zu können und halt wieder starten zu können.

00:23:59: Also Sie können Ihr Kind auf jeden Fall dort bekommen und die ersten Monate sich an die neue Situation gewöhnen?

00:24:05: Sie können dort schwanger sein.

00:24:07: Es gibt Vorsorgeuntersuchungen, die Schwestern haben das sehr schön organisiert.

00:24:10: Mit dem nahen Krankenhaus der Malteser haben sie einen guten Deal, dass es auch nicht allzu teuer ist, dass sie mit den Müttern kommen können oder mit den werdenden Müttern kommen können, dass die Vorsorgeuntersuchungen bekommen, dass dann auch die Geburt stattfinden kann unter sicheren Umständen.

00:24:26: Natürlich haben die Schwestern auch erzählt, es gab auch schon mal Hausgeburten.

00:24:30: und aber auch da schrecken sie nicht vor zurück.

00:24:33: Und nehmen das dann an und lösen das dann gut?

00:24:36: Aber ja!

00:24:36: Es ist ein Krankenhaus im Hintergrund und für die erste Zeit mit Baby sind die bei den Schwesten in diesem Schutzhaus mit anderen zusammen und lernen sich ums Baby zu kümmern und können parallel anfangen eine qualifizierende Ausbildung zu machen um einfach sich Fähigkeiten anzueignen, um später irgendeinen Beruf zu finden.

00:25:02: Irgendeine kleine Möglichkeit Einkommen zu

00:25:04: generieren.".

00:25:05: Das war Schwester Fransett und ein Gast haben wir jetzt auch vergessen – das ist auch eine Ordensfrau nämlich Schwester Rolandin?

00:25:13: Hast du die auch getroffen, die Rolandin?

00:25:14: Ja natürlich!

00:25:16: Wir waren zu Gast, wir durften zu Gast sein bei SirRolandin, bei ihrer ganzen Ordensgemeinschaft in Analavore im Hochland.

00:25:25: eine große Grund und weiter für die Schule führen.

00:25:29: Über Schule hatten wir ja auch schon mal gesprochen in einer Podcast-Folge Madagaskar, da ging es aber um die Buschschulen...

00:25:35: Ja genau!

00:25:36: ...die eben sehr weit draußen sind, sehr abgelegen und sich auch da ganz anders organisieren müssen.

00:25:42: deswegen war das für mich jetzt auch spannend nochmal eine Schule in einem städtischen Umfeld sozusagen kennenzulernen.

00:25:49: Die hatten ein ganz großes Problem.

00:25:51: immer wieder sind ganz viele Mädchen und Jungen ausgefallen und waren krank, weil diese Schule ist wirklich groß.

00:25:58: Aber es gab keinen Wasseranschluss.

00:26:00: Und hinter der Schule ist so ein Fluss und da hat man sich dann sozusagen auf das Trinkwasser geholt und dann sind natürlich immer wieder auch Mädchen-Jungen krank geworden.

00:26:09: Und nun war das große Projekt, dass jetzt mit Miss ja auch umgesetzt wurde einen Brunnen zu bohren und Solarbetrieben eben auch Wasseranschlüsse zu haben Leitungen die es verteilen Und nun gibt es dort wirklich Trinkwasser zum ersten Mal für viele Mädchen und Jungen.

00:26:25: Es ist die einzige Gelegenheit am Tag, an sauberes Wasser zu kommen, sich vielleicht auch zu waschen... ...ist ja auch so ein Menschenrecht!

00:26:34: Das Thema des Hinterseur-Rollondins steht sozusagen das Menschenrecht auf Bildung aber auch auf sauberes Wasser, auf saupere Toiletten, die jetzt demnächst noch kommen sollen damit diese Schule wirklich alles hat damit man auch gute Bildung vermitteln kann, weil wenn die Kinder krank sind bringt das ja alles nichts.

00:26:53: Und natürlich ist auch nicht jede Familie in der Lage diese Schulgebühren, die sowieso sehr niedrig angesetzt sind zu bezahlen.

00:27:01: aber auch dafür finden Geschwistern dann Lösungen so dass eben Kinder deren Eltern mittellos sind nicht hinten runterfallen sondern auch in den Genuss guter Bildung kommen.

00:27:12: solche Schüler werden auch mitgetragen.

00:27:14: Also super spannende Gäste.

00:27:17: Wir haben Sie jetzt einmal alle vorgestellt.

00:27:19: Zu erleben sind sie im Oktober an verschiedenen Orten in Bayern, die Termine gibt es auf der Homepage von Missio München – wir freuen uns auf jeden Fall auf einen spannenden Weltmissionsmonat mit tollen Gästen und wir verabschieden uns jetzt einfach!

00:27:35: Bis zum nächsten Mal sagen

00:27:36: Kristina Baalbach

00:27:38: und Brigitte Strauß Das war Reisewarnung mit M. München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien Ein Podcast von M.München produziert vom katholischen Medienhaus St.

00:27:50: Michael's Boot.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.