100 Jahre Weltmissionssonntag: Mission, Kirche und Weltgeschichte
Shownotes
Seit 1926 verbindet der Weltmissionssonntag Katholikinnen und Katholiken rund um den Globus. Missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber und missio-Redakteur Christian Selbherr nehmen uns mit auf eine historische Weltreise: Sie erzählen von mutigen Menschen in der NS-Zeit, vom Wandel der Kirchen in Afrika und Asien, von Biafra und den Boat People, von HIV/AIDS und von der Frage, wann kirchliches Engagement politisch wird. Dabei kommen auch die schwierigen Kapitel der Missionsgeschichte zur Sprache: koloniale Prägungen, Macht, Missbrauch und die Frage, wie Mission heute aussehen kann.
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00:00:04: Reisewarnung mit Missio München unterwegs in Afrika, Asien und Ozeanien.
00:00:13: Hallo und herzlich willkommen!
00:00:14: Sei mutig und stark.
00:00:16: so ist das Motto des diesjährigen Weltmissionssonntags und den feiern wir ja jetzt im Oktober und dazu habe ich Gäste im Studio nämlich Monsignore Wolfgang Huber.
00:00:28: Herzlich Willkommen!
00:00:29: Grüß Gott
00:00:30: Und Christian Selper ist bei ihm.
00:00:32: Ja hallo grüße euch zusammen
00:00:34: Der Weltmissionssonntag.
00:00:37: Der Titel reist wahrscheinlich nicht alle möglichen Leute vom Hocker, weil man sich denkt was denn das jetzt wieder?
00:00:42: Das ist aber etwas, was Missio unter anderem seit hundert Jahren betreibt!
00:00:48: Haben Sie es
00:00:49: erfunden?!
00:00:50: Nicht nur Missio betreibt das sondern es ist ein Tag der die ganze katholische Kirche letztendlich immer wieder mit ins Boot nimmt.
00:00:57: und erfunden kann man vielleicht nicht direkt sagen.
00:01:02: Ins Leben gerufen hat das Papst Pius XI.
00:01:07: Und er hat damals eben schon geschaut gehabt, es war ja eine Zeit wo es durchaus schwillende Auseinandersetzungen zwischen Nationen gegeben hat, territoriale Ansprüche verschiedenster Leute nach dem ersten Weltkrieg und alles das Nationen sich gegeneinander ausgespielt haben.
00:01:25: und da hat er eben darauf aufmerksam gemacht, was ist die Rolle der katholischen Kirche in dieser unserer Welt?
00:01:32: Und diese Rolle ist die, dass wir das Evangelium verkünden um Glaubens.
00:01:38: Leben und Lebensqualität für die Menschen zu ermöglichen, dass das über den ganzen Erdball hinweg geschieht.
00:01:44: Das ist so die Grundidee, die dahinter steht.
00:01:47: Zwei Dinge im Mittelpunkt unseres Handelns muss die Würde des Menschen stehen.
00:01:53: Und das Zweite ist, dass wir eben schauen, dass missionärisch unterwegs sind und ein Zeugnis des Glaubens davon geben.
00:02:00: Jetzt ist es natürlich toll wenn man einen Tag ausruft wie hat man denen damals begangen?
00:02:04: Was hat man da getan?
00:02:05: Man hat geschaut, dass in allen Gemeinden überall auf der Welt dass dort eben sich die Verantwortlichen bewusst sind, ja wir sind eine Familie Gottes.
00:02:18: Wir beten voneinander und wir sind auch da, dass wir andere unterstützen und so eben auch die Dinge, die wir haben teilen und dann ganz konkret die sonntägliche Kollekte dort eben zusammengekommen ist als größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche und das wird daraus dann Projekte unterstützen
00:02:37: können.".
00:02:38: Du schaust gerade so als wenn du sagen wolltest Christian?
00:02:40: Ich kann auch nur anfügen, genauso wahr ist das man eben gesagt hat.
00:02:43: Ein Tag im Jahr ist reserviert ein Sonntag genau für das was Monsignore sagt dass man schaut wir sind nicht allein auf der Welt sondern wir helfen uns gegenseitig und wir stärken die Missionen der katholischen Kirche.
00:02:57: und Papst Pius XI und die zwanziger Jahre waren da eine spannende Zeit, eine spannenden Person und interessanterweise besteht es jetzt genau seit hundert Jahren.
00:03:07: da können wir heute vielleicht eine kleine Zeitreise machen.
00:03:09: Ja, ganz genau!
00:03:10: Also diesmal eine Welt- und Zeitreize im Oktober.
00:03:15: Wie sah das denn dann jetzt in den... na die zwanziger Jahre waren ja dann bald um?
00:03:20: In den dreißiger Jahren aus.
00:03:23: Entwickelte sich die Welt ja kann man sagen hin zum Zweiten Weltkrieg.
00:03:27: Dort ist es dann umso wichtiger geworden, dass man schaut wie können Kontakte gehalten werden und dieses Netzwerk das es gibt innerhalb der katholischen Kirche.
00:03:38: Dass wir jetzt nicht unter der direkten Abhängigkeit von nationalen Interessen stehen sondern dass wir direkt mit den Gemeinden... Pristan-Katechetinnen, den Leuten die dort leben eine Möglichkeit schaffen können wie kommuniziert.
00:03:52: Wie ausgetauscht werden kann und wie man sich gegenseitig stärken kann.
00:03:56: also was ich sagen möchte ist eigentlich dass es immer ganz wichtig ist natürlich gibt es dann Pressionen in den einzelnen Ländern vielleicht dies dann eben auch während des Nationalsozialismus bei uns hier gegeben hat aber das man unabhängig davon bzw.
00:04:12: dann schauen kann, ja wir lassen uns davon nicht einschüchtern sondern wir schauen wie wir miteinander eben das alles gestalten und arbeiten
00:04:19: können.".
00:04:20: Das heißt Sie haben so ein bisschen Handlungsspielraum weil die Akteure nicht dem Staat unterstehen?
00:04:25: Und sie wissen halt weltweit dass da die gleichen Werte die Voraussetzungen sind?
00:04:30: So ist es!
00:04:31: Und das war ja auch die Intention von Papst Pius XI wie ich vorher schon mal kurz gesagt habe also die Würde des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
00:04:41: Und dann zu schauen, wie kann uns das Evangelium dabei helfen.
00:04:45: Das geht ja über die Grenzen hinweg und das geht über Rassen- und Nationen hinweg.
00:04:51: Und es ist glaube ich das Wichtige was uns dann eben auch miteinander verbindet.
00:04:55: Und das ist so wie es Kardinal Uetraugo aus Burkina Faso einmal gesagt hat dass wir uns als Familie begreifen die weltweit an unterschiedlichen Orten lebt mit verschiedenen Problemen mit verschiedenen Zusammenhängen, die dann in einer Familie auch da sind.
00:05:14: Da gibt es das kleine quengelnde Kind, da gibt es vielleicht manchmal die etwas ungeduldig älteren und alles das.
00:05:21: Und wie können wir dort in einer guten Weise miteinander umgehen?
00:05:24: Dass wir miteinander wissen, dass wir die Gezuchtung gestalten
00:05:27: können.".
00:05:28: Aber es war schon von Anfang an auch so gedacht, dass die Wohlhabenderen den ärmeren helfen oder?
00:05:35: Die direkte Zuordnung in dieser Form ist es nicht, sondern es ist eine Kollekte die weltweit geschehen ist.
00:05:44: Der Weltmissionssonntag da ist es so dass überall auf der Welt die Kollekten in einen gemeinsamen Topf kommt und wir dann miteinander die Verantwortlichen aus den unterschiedlichen Ländern schauen welche Projekte dort unterstützt werden müssen sitzen jetzt nicht nur, um es vielleicht einfach so pauschal zu sagen.
00:06:07: Die reicheren Länder die eben auch dort mehr haben da und sagen das kriegt ihr nein sondern sie sitzen alle am Tisch und dann schauen wir miteinander bei der Generalversammlung der päpstlichen Missionswerke hundertzwanzig Länder.
00:06:21: welche Projekte sind dort wichtig und notwendig?
00:06:24: Und wenn ich das richtig verstanden habe wird die Kollektor am Sonntag auch in Kenia für den Weltmissionssonntag sein.
00:06:30: Genau, da so ist es.
00:06:32: Und dort können wir zum Beispiel auch feststellen gerade in einigen der afrikanischen Ländern.
00:06:38: wie kann ich ganz konkret sagen, Burkina Faso hat in den letzten fünf Jahren eine große Steigerung erlebt und das glaube ich zeigt eben auch noch einmal diese Verbundenheit Einseitige Abhängigkeit, das ist glaube ich ganz wichtig und es war auch die Grundidee von Papst Pius XI.
00:06:57: Das ist ja immer auch so ein bisschen die Frage einer Mission.
00:07:00: oder warum müssen wir jetzt Genen sagen wie das so richtig geht?
00:07:04: Und das macht Monsieur gerade nicht... Warum und wieso?
00:07:07: Jetzt darüber reden wir in der nächsten Folge noch viel intensiver.
00:07:10: da geht's nämlich dann darum wie Mission heute aussieht.
00:07:13: aber heute bleiben wir mal so ein bißchen bei der Geschichte.
00:07:16: Wir haben es gerade schon ein bisschen angedeutet Die Welt in den dreißiger Jahren steuerte in den Zweiten Weltkrieg hinein.
00:07:24: In Deutschland haben die Nazis geherrscht, konnte die katholische Kirche dann auch irgendwas machen in Richtung Mission?
00:07:32: Also ich bin jetzt vor kurzem deswegen extra noch mal ins Archiv hinabgestiegen vom Erzbistum München.
00:07:39: Genannteile von Missio-Archiv sind auch dort und das ist ja in der Ärzte wunderbar aufbereitet und gepflegt, sollte auch viel öfter genutzt werden.
00:07:49: Dort lagern auch viele Dokumente aus der Zeit.
00:07:53: Super spannend und es ist sogar digitalisiert.
00:07:55: das meiste?
00:07:56: Richtig, also gerade auch der Nachlass des damaligen Erzbischofskardinal Faulhaber ist digitalisiert.
00:08:02: Das kann man sich anschauen... Es ist gar nicht so leicht, es so einfach zu beantworten.
00:08:06: Weil die Rolle der katholischen Kirche in der NS-Zeit ist natürlich eine sehr vielschichtige.
00:08:12: Einerseits ideologisch ist man stark in der Opposition gegen den Nationalsozialismus gewesen.
00:08:17: gleichzeitig hat man versucht sich irgendwie auch zu arrangieren und zu überleben.
00:08:22: grundsätzlich was mir als erstes im Kopf geblieben ist dass man zwar für diese Kollekte und für diese Aktionen zum Weltmissionssonntag immer weniger Werbung machen durfte und konnte, im Laufe der Kriegsjahre auch.
00:08:35: Papier wurde dann rationiert und war knapp und auch öffentliches Auftreten was stark reglementiert.
00:08:42: aber die Ergebnisse der Kollekte sind rasant angestiegen.
00:08:46: bis in die letzten Kriegsjährige hinein ist eine riesige Spendenbereitschaft bei den Menschen da gewesen.
00:08:52: das hatte verschiedene Gründe.
00:08:54: auch damals gab es ja sehr viele deutsche Missionare und Missionarinnen noch, die in den einzelnen Ländern waren.
00:09:01: Also da hatte man auch ein starkes Gefühl, dass man die eigenen Landsleute unterstützt... Diese
00:09:06: Personenbindung auch?
00:09:08: Genau!
00:09:08: Die man in den anderen Ländern ansonsten nicht mehr so leicht erreichen konnte.
00:09:13: Es war vielleicht auch ein Zeichen das man setzen wollte.
00:09:16: Man ist mehr der katholischen Kirche verbunden als dem NS-Regime während ja ringsherum alles in Schutt und Aschillag.
00:09:23: Ich habe da Notizen gelesen, wo der Kardinal aufgeschrieben hat wie er immer gefragt wurde.
00:09:29: Wenn eine Firmung gespendet hat, wisst ihr was von unseren Söhnen?
00:09:33: Habt ihr was gehört?
00:09:33: die sind irgendwo in Russland wir wissen nicht mehr wo die sind.
00:09:36: also sehr bewegende Zeugen ist ja auch da gab es so ne enge Verbundenheit und man hat dann eben den Kirchenmenschen nach sehr viel Vertrauen geschenkt.
00:09:44: Gab's das denn dass das wahrscheinlich nicht rausfinden können dass man wirklich sagen konnte habt ihr Kontakt zu dem Bischof in... Was weiß ich?
00:09:53: Hat der etwas gesagt?
00:09:55: Nee, der hatte dann eher geantwortet dass die zum Beispiel damals glaube ich gab es auch schon ja Gerottes Kreuz.
00:10:00: Zum Beispiel das sie da versucht haben Informationen zu bekommen.
00:10:04: und eins kann man noch vielleicht anfügen damals in der damaligen Zeit Der damalige Missiobresident der war ja inhaftiert im Konzentrationslager Dachau sehr lange Jahre Johannes Neuheusler Das ist eben auch ein wichtiger Punkt gewesen.
00:10:17: Da waren eben.
00:10:18: warum
00:10:19: also mit welchem Vorwurf?
00:10:20: Kannst du das rausfinden können?
00:10:22: Sie können es vielleicht ergänzen, wenn sie's auch genau wissen.
00:10:25: Es ging nicht so sehr um seine Arbeit für den damaligen Ludwig-Missionsverein sondern er war vom Kardinal beauftragt aufzuzeichnen wie die Kirche an verschiedenen Stellen von NS Regime bedrängt wurde Und ist da immer mal ins Visier der Behörden gegangen.
00:10:42: Da gibt es mehrere Dokumente, wo er von der Gestapo verhört wurde und dann auch später inhaftiert bis zum Kriegsende als Sonderheftling in Dachau.
00:10:51: In der Gedenkstätte gibt's da ja die Zelle auch noch, die man besuchen kann.
00:10:54: Dann gibt sie den Priester-Trakt?
00:10:56: Ja genau das gab´s auch.
00:10:58: Und Neuhäusler, der Weihbischof Daniela Spätere, der eben mein Vorvorvorgänger war, als Geschäftsführer des damaligen Ludwig-Missionsvereins hat durchaus auch immer wieder aufmerksam gemacht darauf, wo Schwierigkeiten sind und der hat ja dann auch einen schwur getan, wenn er das KZ Dachau lebend wieder verlassen wird.
00:11:23: Dann möchte er etwas tun für junge Leute und hat dann damals am Petersberg die Landvolk Hochschule gegründet.
00:11:32: Man konnte bei uns ja auch durchaus in den Archiven noch einmal nachlesen dass er immer wieder auch in findiger Art und Weise Wege gesucht hat wie Weltmission Leuten direkt bei Predigten oder sonstigen Dingen ankommen, so würde ich es heute sagen.
00:11:52: Sie
00:11:53: sehen so aus, hätten sie gerade ganz konkrete Beispiele.
00:11:58: Wenn er unterwegs gewesen ist und hat dann bei Firmungen oder sonstige Dinge gepredigt, dann hat er das immer mit auf den Weg gebracht und bis öffentlich Werben für den Weltmissionssonntag und danach, so schreibt er wird es schwieriger.
00:12:19: Aber dort wo man in eine Pfarrei fährt, wo man jetzt nicht unter der großen Aufsicht steht kann es höchstens passieren dass man durch den Onzeanten dann einmal in Formen angezeigt wird.
00:12:32: Was dann wahrscheinlich auch so passiert ist?
00:12:33: Das
00:12:33: ist auch so passiert.
00:12:35: Aber ich hab jetzt grade auch nebenbei noch mal in dem aktuellen Missiomagazin geblättert.
00:12:39: Da hattest du ja diese Doppelseite gestaltet zur Geschichte und da ist ein Dokument, das man nicht lesen kann weil zu klein isst.
00:12:46: Und zwar geht's da um genau die Zeit, nineteenhundertvierzig einenviertzig Das zweite Kriegswinter Hilfswerk, neunzehnhundert vierzig Einenvierzig ruft auch dich Was ist es für'n Dokument?
00:13:00: Wo kommt das her und wie muss man das einordnen?
00:13:02: Ich habe mir Für diese doppelseite habe ich mir alte Ausgaben unserer damaligen Zeitschrift angeschaut.
00:13:08: Das
00:13:09: ist bei euch erschienen?
00:13:10: Genau, die Zeitschrift Weltmission.
00:13:12: da es eben auf einer Seite ist da unten die Werbung oder der Aufruf, siebenundzwanzigster Oktober, nineteenhundertvierzig ist der Weltmissionssonntag.
00:13:21: Da steht dann eben auch unsere sechstausend deutschen Brüder und Schwestern, die in den Missionen der ganzen Welt arbeiten.
00:13:29: Rechnen an diesem Tag auf dein Gebet.
00:13:32: Und gleichzeitig auf derselben Seite drängt sich so ein Werbespruch für das nationalsozialistische Winterhilfswerk rein.
00:13:41: Das dringt
00:13:43: sich ja nicht selbst rein!
00:13:45: Man musste solche Dinge dann eben tatsächlich auch veröffentlichen.
00:13:49: Also das ist der Druck, von dem ich vorhin gesprochen habe.
00:13:53: und eigentlich sage jetzt einmal so ist der Trick dabei den Neuheusler als derjenige, der verantwortlich war angewandt hat, dass er darunter eben auch den Aufruf des Weltmissionssonntags, der eigentlich nicht vorgesehen gewesen ist dort inbringt.
00:14:08: Da sieht man schon ein bisschen dieses Findige sich sträuben gegen die direkte Übernahme dessen, was man hier aufgebaut hat.
00:14:18: Wenn wir auf die Feinheiten schauen das ist ganz interessant weil das Kriegswinterhilfswerk das sammelt ja Geld also für die deutschen Soldaten... Das
00:14:24: war ein Hilfswerk der Nazis?
00:14:25: Genau!
00:14:26: Für die Soldatinnen im Krieg sind und ihre Familien und es natürlich auch ein Propagandamittel um die NS-Ediologie zu verbreiten.
00:14:33: Jetzt steht da der Aufruf zum Weltmissionssonntag.
00:14:36: Da steht jetzt nur die Rechnung auf.
00:14:38: dein Gebet Fällt mir gerade auf, da steht nicht.
00:14:41: dass mal Geld geben soll ist vielleicht ganz geschickt gemacht.
00:14:45: Man kann ja dann sagen, naja wir werben für das Geld, schalten wir ans Winterhilfswerk und beim Weltmissionssonntag beten wir nur.
00:14:51: in Wirklichkeit ist es aber so.
00:14:53: die Kollekte findet trotzdem statt und Geld wird auch gesammelt Aber
00:14:58: mit einem
00:14:59: leichten Zwischentronen.
00:15:02: so dargestellt könnte ich mir vorstellen natürlich an der Stelle möchte ich schon sagen Dieser noch nicht beendete Diskussionspunkt hätte die Kirche sich auch mehr einsetzen sollen im Kampf gegen die Vernichtung der Juden oder die Verfolgen der Judenen.
00:15:17: Das ist eine offene Flanke, eine offenne Frage, die man nach dem Zweiten Weltkrieg... immer wieder gestellt hat und noch heute stellt, noch heute ist es nicht endgültig auch zu klären finde ich.
00:15:28: Wäre das möglich gewesen sich auch da mehr einzusetzen?
00:15:31: Die Kirche gerade in Bayern und in Deutschland war in einer Drucksituation.
00:15:34: die war eine Verfolgungssituation.
00:15:36: wie gesagt ich habe mir das angeschaut und da gibt's noch viel zu entdecken über den Kardinal Faulhaber der einerseits von den Nazis als Freund der Juden abgestempelt war andererseits wurde ihm später vorgehalten, er hat eine größere Nähe auch zu Hitler gehabt als es hätte sein sollen.
00:15:54: Das ist noch für Historiker auf die nächsten Jahrhunderte, glaube ich, zu erforschen.
00:16:00: Wir haben uns jetzt den Blick angenehr zu dem wir so haben aus der Perspektive, Geschichte des Weltmissionssonntags.
00:16:06: Aber so Kirche in der NS-Zeit und was hat der Mission und der Ludwig-Missionsverein damals gemacht?
00:16:12: Da können wir glaube ich immer nur mal eigene Folgen aufzumachen.
00:16:14: Ich
00:16:15: überlege jetzt gerade ob ich mir meine nächste Frage aufspaue oder nicht.
00:16:18: Das wäre dann meine Frage wo ist das Geld denn in den Jahren hingegangen?
00:16:21: weil es war ja wahrscheinlich irgendwie so dass man sagt gibt's den deutschen Soldaten das was ihr hier sammelt?
00:16:26: aber das Prinzip war ja eben anderes.
00:16:28: Man hat eine zentrale Russin geht.
00:16:30: also da gibt es auch
00:16:31: entschieden worden
00:16:32: damals.
00:16:32: Da gibt es auch eine Forschungsarbeit von einer Historikern Simone Höller, die das für Missio in Aachen und teilweise für München erforscht hat.
00:16:41: Das war gar nicht so leicht weil eigentlich nicht erlaubt war eben Gelder ins Ausland zu transferieren und man hat da verschiedene Konstrukte und Wege gefunden.
00:16:51: damit ist teilweise doch möglich war.
00:16:53: Also man hat zum Teil nicht Gelder ins Ausland geschickt, sondern Güter.
00:16:58: also man hat was gekauft Medikamente oder eben auch z.B.
00:17:02: Krankenbetten und solche Dinge und das auch im Sinne von einer Art Lazaretthilfe deklariert.
00:17:09: viele Glöster- und Kircheneinrichtungen waren ja in Krieg auch als Lazarette genutzt also wo verwundete Soldaten gepflegt wurden.
00:17:17: und auf diesem Weg hat man so immer mal versucht sich so herum zu lavieren um die politischen Vorgaben und trotzdem eben Unterstützung im Ausland zu gewährleisten.
00:17:26: Aber das war wohl sehr schwierig, dann hat man auch einiges glaube ich gebunkert sozusagen und nach dem Krieg erst weiter leiden können.
00:17:34: Es ist während dieser Zeit was für uns heute manchmal umgekehrt in anderen Ländern auch wichtig ist diese direkte Beziehung zu den Klöstern von vor Ort zu den Missionärinnen und Missionäre, die dann das Geld in der direkten Art und Weise empfangen haben.
00:17:53: Dass man dann wenn jemand einmal dort hingereist ist, der das dann mitgenommen hat.
00:17:57: Das sind Dinge, die man sich heute in dieser Form so nicht vorstellen kann weil dann würde man heute wahrscheinlich aufschreien und sagen Transparency und all die Dinge die dort wichtig und notwendig sind.
00:18:09: aber ich denke man muss auch immer wieder mal drauf hinschauen Was geschieht in schwierigen Notsituationen, die lebensbedrohlich sind?
00:18:19: Wo können dort Wege gefunden werden auch voll Vertrauen in die Menschen, die dort handeln und dass das dann auch in guter Weise geschieht.
00:18:28: Und das ist denke ich den Möglichkeiten entsprechend dort genützt worden.
00:18:33: Und was da auch ganz gut und hilfreich war, war schon von Rom aus zu solchen Zeiten eine Möglichkeit bestanden hat, von dort aus dann eben auch in andere Länder zu gehen und dort bestimmte Dinge dann auch zu tun.
00:18:50: Und zu Unternehmen Projekte voranzutreiben.
00:18:53: das glaube ich war und ist bis heute dann auch eine Möglichkeit.
00:18:57: Heute machen wir es in einer großen Versammlung aber zum heute kommen wir später.
00:19:02: Genau!
00:19:02: Aber eine Frage zum heute habe ich trotzdem noch und zwar Sie haben eben im Lebensatz gesagt Kirche unter Druck vonseiten des Staates.
00:19:11: Da haben Sie eine ganze Menge Erfahrung heutzutage auch, oder?
00:19:14: Also ich meine in vielen Staaten kann Kirche heute nicht so handeln wie sie gerne handeln möchte weil sie unter Aufsicht verstärkt der Aussicht des Staats des jeweiligen ist.
00:19:23: Da gibt es eine ganze Reihe von Ländern die in bestimmter Weise gerade auch das immer als eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten sehen, weil wir jenseits von Nationalität und Rasse-und Ethnie unterwegs sind.
00:19:41: Und einige – auch manchmal demokratisch gewählten Präsidenten – da soll es eine Gefahr für ihre Macht ansehen.
00:19:49: Schauen Sie nach Pakistan!
00:19:52: Indien, wo es zunehmend schwieriger wird.
00:19:53: Da gibt es einige andere Staaten, wo dann auch versucht wird von staatlicher Seite durchaus Druck auszuüben diese direkten Kontakte die wir haben zu reglementieren oder vielleicht sogar zu unterbinden.
00:20:09: Ja also Nord-Astinien fällt mir ein hat eine Folge die genau zu diesem Thema ging.
00:20:14: ich weiß nicht genau vor zwei Jahren.
00:20:16: schauen wir nach
00:20:17: Schauen wir nach.
00:20:18: Aber auf alle Fälle zum Beispiel, also Nordost-Indien ist ein solches Beispiel aber Indien insgesamt, wo eben auch die Regierung Angst und Sorge hat.
00:20:32: Schauen Sie nach China, ich bin ja auch noch nebenbei Vorsitzender des Kinacentrums, schauen sie nach Pakistan.
00:20:39: Also da sind einige Länder, die das Versuchungssystematisch dann eben auch abzuschotten.
00:20:46: Diese unsiedelige Zeit war Gott sei Dank irgendwann vorbei.
00:20:52: Und dann, ich muss jetzt hier mal meinen Mission-Magazin aus dem Mischpult rausfummeln.
00:20:57: Das hat sich in den Reglern verfangen!
00:21:05: So das Wagen hat es nämlich jetzt geklappert und dann ist man ja im Prinzip direkt in den kalten Krieg gesteuert Und gleichzeitig haben sich die ehemaligen Kolonien unabhängig gemacht.
00:21:19: Was war das für eine Phase für die Weltmission?
00:21:24: Also ein ganz wichtiges Ereignis, glaube ich jetzt weil wir auch hier in Bayern sind.
00:21:30: und wenn man dann noch einmal München anschauen war da euheristische Weltkongress der hier in München stattgefunden
00:21:38: hat.
00:21:38: In welchem Jahr nochmal?
00:21:39: Weil wir alle das vielleicht nicht so gut auf der Scatter-Aufenschirm haben.
00:21:42: In
00:21:42: den ersten Mal dann auch in der Nachkriegszeit In München wahrgenommen worden ist, dass die katholische Kirche auch Weltkirche ist.
00:21:54: Indem Bischöfe aus aller Herren Länder hier zugegen gewesen sind.
00:21:58: Gläubige aus aller Herrn Länder und sich München als Gastgeber zeigen konnte aber auch als jemand der dann eben die Verbindungen pflegt, die von hier aus ausgeht.
00:22:10: Ich denke, dass das ein ganz wichtiges Moment ist.
00:22:14: Und da hat auch Mission München in ganz besonderer Weise mitgeholfen und dazu beigetragen, dass man das dann auch so unterstützend gestalten konnte.
00:22:23: Nämlich wie?
00:22:25: Indem man diese Kontakte, die hier entstanden sind, fortgeführt hat in den Ländern mit den Leuten bei den Fragen der Einladungen, wer hierher kommen kann wie das funktionieren kann und so.
00:22:38: Also wirklich organisatorisch auch?
00:22:39: Genau da hat sich ja auch dann... Die
00:22:41: Leute kennen?
00:22:41: Ja
00:22:42: genau!
00:22:43: Und es geschieht in einer ganz spannenden Zeit.
00:22:45: also weltpolitisch eben ist die Welt ja in große Machtblöcke zerteilt.
00:22:50: man hat sozusagen den Westen mit den USA und man hat gleichzeitig die Sowjetunion und als dritte große Entwicklung Die Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien, die gerade in der Zeit auch stattfindet.
00:23:04: Gerade in Afrika Ende der fünftige Anfang der sechziger Jahre viele neue Nationen und Länder und Staaten entstehen, die vorher Teil der britischen Kolonialreiche waren oder der französischen Und gleichzeitig gibt es da diesen Wettstreit zwischen West- und Ost.
00:23:22: Sowjetunion sucht sich Verbündete überall, die USA auch.
00:23:27: Und zwar auch in den afrikanischen Ländern?
00:23:29: Ganz
00:23:29: genau!
00:23:30: Da ist eben die Frage... Das lesen wir aus dem damaligen Aufrufender zum Weltmissionssonntag eben auch heraus.
00:23:36: Also, neunzentzechsundfünfzig und neunzent achtundfünftig wird auch geschrieben Die Welt ist im Umbruch zu viele neue Staaten entstehen.
00:23:44: Wird es da einen Christentum geben werden jetzt alle kommunistisch.
00:23:48: Wie ist da die Zukunft?
00:23:50: Und das war eben alles in Bewegung zu der Zeit.
00:23:53: Die eine Überschrift mag ich jetzt kurz zitieren, hilft mir noch ist es Zeit!
00:23:58: Das heißt man hatte Angst dass die... Christianisierung dort nicht ankommt oder?
00:24:03: Ja, genauso wie es in der Politik die sogenannte Domino Theorie gab.
00:24:07: Die glaube ich in den USA geprägt wurde, wo gesagt wurde, wenn da ein Staat mal kommunistisch wird dann fällt gleich der Nächste und deswegen war dann die Kuba-Krise oder der Korea Krieg für die USA gegen die Sowjetunion letztlich wichtig um da die Macht zu behaupten.
00:24:24: Und für die Kirche und die Mission sind ja zwei Dinge ganz wichtig.
00:24:27: also das eine ist Natürlich waren zu Kolonialzeiten die Kirche oft so auch westlich verortet wurden, gesehen auch als der Westen hat uns die Mission gebracht.
00:24:39: Aber sehr viele Führungspersonen von diesen Unabhängigkeitsbestrebungen waren ja in kirchlichen Schulen gewesen und haben durch die Bildung, die sie bekommen haben überhaupt dieses Denken entwickelt.
00:24:51: Wir können auf eigenen Beinen stehen.
00:24:53: Unser Land, unsere Nation kann unabhängig werden.
00:24:55: wir können unser Schicksal in die eigene Hände nehmen.
00:24:58: also ganz viele der ersten Präsidenten in den afrikanischen Ländern gerade in der Zeit die hatten katholische Schulen besucht.
00:25:05: Du hast schon ganz oft die Namen gesagt.
00:25:07: im Ganz vielen Folgen fallen hier gerade ein paar ein.
00:25:10: Also der eine der von der britisch-christlichen Tradition herkommt ist der Kwame Nukruma in Ghana Im heutigen Ghana damals Goldküste später zum Despoten wurde, aber Freiheitsheld war in Zimbabwe.
00:25:23: Robert Mugabe war auf einer Jesuitenschule, das war eher so sechziger-sebziger Jahre.
00:25:29: auch der Patrice Lumumba von Kongo, der erste Präsident war und hatte christliche Schulen besucht.
00:25:36: Julius Nierere von Tanzania war selber Katholik glaube ich wenn ich jetzt nicht falsch sage.
00:25:41: also diese Entwicklung ist da ganz bezeichnend sagen wir mal.
00:25:46: Also ich denke, dass dort ganz Wichtiges auch geschehen ist.
00:25:50: gefällt, also das Plakate aus den acht und sechzehn Jahren sehr gut, wo es dann eben auch heißt mehr Kräfte aus dem eigenen Volk.
00:25:57: Und lauter bunte Kugeln eben auch drauf sind.
00:26:01: Stimmt!
00:26:02: Da beginnt's mit der Farbe auf dem Plakat.
00:26:04: Grund... was war es eben auch noch?
00:26:05: Man kann es glaube ich nochmal sehr zeigt, was da Ausgangspunkt eben auch war würde des eigenen Menschen dann eben zu sehen Lebensqualität vor Ort schaffen und nicht einfach hinzugehen und so sagen dass und habt ihr so zu tun.
00:26:20: Es gibt Fehlformen von missionärischen Handeln, die eben auch manchmal mit kolonialer Macht einhergegangen sind und das ist vielleicht manchmal heute unser Problem bei uns hier wenn wir von Mission reden dass Menschen eigentlich nur diese Fehl Formen
00:26:37: im Hinterkopf
00:26:39: haben also die Zwangsmission und alles das was damit zusammenhängt.
00:26:43: aber der eigentliche ursprüngliche Ausgangspunkt dass ich jemanden begegnen möchte, das Leben mit ihm teilen möchte und dort dann sage was die liebe Gottes zu uns Menschen uns ermöglicht wie wir leben gestalten können.
00:26:58: So hat Jesus Christus die Apostel ausgesandt und das ist eigentlich der Urgrund allen missionarischen Wirkens und ich glaube in der Zeit der Eigenständigkeit da hat sich auch eben diese Form der Zusammenarbeit noch einmal in ganz besonderer Weise dann auch entwickelt, wo man gesagt hat ja hier entstehen eine ganze Reihe eigener Ortskirchen die eben auch mit afrikanischer Theologie beginnen das man die auch ernst nehmen muss.
00:27:28: Wir als Europäer glauben ja manchmal bis heute noch, dass wir das Zentrum der Menschheit sind.
00:27:36: Und da ist natürlich auch immer schwierig ein bisschen abzugeben davon oder abzugehen davon.
00:27:41: Theologie und alles das ist bei uns hier gelehrt worden in großen Formen und großen Persönlichkeiten.
00:27:49: Aber es ist nicht nur alleine, sondern einfach auch hinzuschauen wie Inkulturation, wie dann dort für uns heute Möglichkeiten entstehen unseren Glauben zu leben und vielleicht auch das eine oder andere mit aufzunehmen, mit hineinzunehmen.
00:28:04: Das glaube ich ist das ganz spannende so irgendwie... Ich bin vor kurzem mit einem Seminaristen aus Tanzania in der Erzgeziese Tabora zusammen gewesen und er hat gesagt, wir wissen dass uns der Glaube von Missionaren aus Europa mit auf den Weg gegeben worden ist.
00:28:26: Jetzt können wir schauen wie wir vielleicht das ein oder andere entwickeln was wir nach Europa bringen können.
00:28:32: Das fand ich ganz stark!
00:28:35: Guter Perspektivwechsel.
00:28:37: Es ist
00:28:37: mir wirklich jetzt so bei der Reise in unsere Vergangenheit aufgefallen, wie früh dieses Schlagwort Mehrkräfte aus dem eigenen Volk eigentlich schon aufgetaucht ist.
00:28:46: Von wann ist das Plakat?
00:28:48: Das Plakat was Sie genannt haben ist von nineteen achtundsechzig dieses mit den bunten Farben Sonntag der Weltmission mehr Kräfte aus einem eigenen Volken.
00:28:55: aber diesen Slogan, den gab es schon viel früher, schon in den fünftiger Jahren und das ist ja eigentlich eine sehr moderne herangehensweise.
00:29:02: bis heute sagt man ja oft in der entwicklungshilfe zu oft kommen leute von außen sagen irgendwie so wird es gemacht und verschwinden dann wieder.
00:29:10: und schon viel viel früher ist bei der katholischen mission dieses schlagwort gewesen wir helfen dass wir dort Leute ausbilden die die sachen selber in die hand nehmen können und das finde ich wirklich ein sehr überraschend moderner ansatz eigentlich wenn man das so aus heutiger sich sieht
00:29:28: wie so vieles in den Achtendsechzigern heute sehr, sehr modern erscheint.
00:29:32: Das war ja auch eine wilde Zeit hier – sehr politisch!
00:29:37: Wie politisch war denn Mission zu der Zeit?
00:29:40: Also hat Kirche sich in den Ländern eingemischt oder war es eher während der NS-Zeit der Aufruf zum Beten und man hat's ein bisschen unter der Hand gemacht?
00:29:51: Also ich halte es ein bisschen schwierig, wenn man die Dinge auseinander dividiert und sagt hier wird gebetet.
00:29:57: Hier wird gehandelt.
00:29:58: Ich denke dass das eine das andere befruchten muss.
00:30:00: Das glaube ich ist ein ganz wichtiger Grundsatz auch der unser Handeln ausmachen kann und ausmachen darf.
00:30:08: Politisch wird missionärisches Handeln überall dort wo es um die Frage der menschlichen Würde geht.
00:30:16: Das ist glaube ich das Zentrum und wo diese verteidigt wieder hergestellt werden muss, wo man auch Missstände entdeckt.
00:30:25: Dort wird es dann oft sehr schnell handlungstechnisch-politisch, dass man dort den Diktator vielleicht an den Prang erstellen muss und schauen muss.
00:30:35: wie können wir vor allen Dingen oft von außen die ein oder andere Situation kritisieren?
00:30:42: für die Menschen im eigenen Land, ist das dann oft einmal so dass es wie auch bei uns vielleicht zur Nazi-Zeit mit der Gefahr des eigenen Lebensverlustig zu gehen einfach dann einhergeht und da braucht schon wirklich mutige und starke Leute.
00:30:56: Und das kann man nicht verordnen!
00:30:57: Das kann nur jemand machen, der eben davon überzeugt ist und sagt also ich bin auch bereit diese Gefahr auch einzugehen.
00:31:07: Ein anderes Stichwort aus der Zeit ist die Befreiungstheologie.
00:31:10: Es ist Südamerika, da ist Missio München nicht aktiv und nichtsdestotrotz ist es da diese Geschichte.
00:31:18: wie weit darf sich Kirche einmischen?
00:31:20: Das ist höchst umstritten gewesen in der Zeit oder?
00:31:25: Ja, ich
00:31:27: mach den
00:31:28: Job
00:31:29: noch nicht so lange.
00:31:31: Sondern erst nach dem zweiten Vatikanum haben die deutschen Bischöfe eben entschieden dass sie neben dem päpstlichen Missionswerk auch ein ganz besonderes Augenmerk auf Lateinamerika setzen wollen.
00:31:46: und dadurch ist dann Advaniath entstanden uns als bischofliches Werk gegründet worden Und dann hat man eben gesagt das Nicht zwei Werke dasselbe bearbeiten, beackern müssen.
00:31:59: Und ab dieser Zeit ist dann Mission München in Lateinamerika nicht mehr in so großer Form aktiv gewesen nur noch im bestimmten kleinen Bereichen wo Missionarinnen und Missionare aus dem Bereich der Freisinger Wischungskonferenz unterwegs sind wo man halt dann eben diese Kontakte auch weiterhin gepflegt hat in Vereinbarung mit der Dweniat.
00:32:21: Aber das ist jetzt vielleicht strukturelle Frage, ich sage jetzt mal so... Ein Seitenzweig.
00:32:26: die Frage
00:32:26: war,
00:32:27: sollten die Missionäre die Klappe aufmachen?
00:32:32: diese Debatte so in den Ende der Sechziger-Siebzigerjahr, das spiegelt sich dann durchaus auch weiterhin wieder so in der Missionszeitschrift.
00:32:39: Da wurden die Themen aus Lateinamerika auch weiterhin groß behandelt.
00:32:45: also Militärdiktaturen von rechts wie von links da ist ja auch dieses Mal sind sie eher sozialistisch mal eher auf der anderen Seite.
00:32:55: von USA unterstützt beispielsweise Chile zum Beispiel Erste Salvador Allende als Präsident, der dann wohl mithilfe von den USA aus dem Amt gedrängt wurde und auch umgebracht wurde.
00:33:07: Und er diktator Pinochet eingesetzt wurde.
00:33:10: die Kirche da immer auch verschiedenen Fronten Ja, zerrieben wurde Pinochet ja auch katholisch und auch in der katholischen Schule glaube ich gewesen.
00:33:20: Also eben auch nicht automatisch wenn einer Katholik ist er gut sozusagen.
00:33:25: all diese Dinge haben die Menschen auch sehr stark damit bewegt Bis später dann auch die Frage aufkam, als Papst Franziskus Papst war.
00:33:35: Als Argentinier kam er noch mal die Debatte.
00:33:38: Was hat er damals in den Seventiger Jahren gedacht und gemacht?
00:33:41: Als er in Argentinien war während der Militärherrschaft.
00:33:44: wie haben die Jesuiten sich da positioniert?
00:33:46: Da gab es welche, die mehr so auf der befreiungsteologischen Schiene waren.
00:33:51: was heißt sie haben ins Lambs gearbeitet mit den Armen wogegen erstmal ja niemand was sagen kann.
00:33:59: Kritik an der Befreiungstheologie kommt eher daher, dass man dann Angst hatte die sind marxistisch und werden die Menschen kommunistisch machen.
00:34:06: Und man hat sich deswegen dagegen gewandt wenn man eben diese politische Meinung nicht vertritt.
00:34:11: das ist ja da der Kritikpunkt gewesen.
00:34:15: es ist schwer alles allgemein darzustellen weil natürlich jede Region und jede Frage auch weitere Fragen mit sich bringt jedes landes auch irgendwie anders.
00:34:24: aber dass die kirche versucht möglichst bei allen Menschen zu bleiben.
00:34:30: Das ist durch die Jahre schon immer das ...
00:34:33: Es
00:34:34: zieht sich durch!
00:34:35: Natürlich ist auch die Mission nicht davor gefeiert, sich mit den Mächtigen zu arrangieren und dann auch Privilegien mal zu nutzen.
00:34:44: Wie ich sage nur weil einer Christ und Katolik es ist man nicht automatisch gut ein gutes Leben muss man dann immer wieder führen.
00:34:52: Dann gibt's auch einige Beispiele wo Leute in einer katholischen Schule gewesen sind, dann als Präsidenten manchmal auch als linksgerichtete Präsidentin zunächst an die Macht gekommen sind und sich dann indikatorischerweise gegen die Würde des Menschen verhalten haben.
00:35:10: Also ich glaube es ist immer schwierig von der Kirche als Ganzes zu reden in diesen Zusammenhängen.
00:35:17: Ich glaube das Ganz, ganz wichtig ist – und ich komme immer wieder auf das zurück zu sagen so wie Sie es gesagt haben.
00:35:26: Die Option für die Armen ist ganz wichtig für den Auftrag, den wir eben auch haben Und die Würde des Menschen, der damit ganz eng verbunden ist Und inwieweit das dann eben politisch notwendig ist, dort einzugreifen aufzubegehren oder so.
00:35:46: Da glaube ich muss man dann auch immer die jeweiligen Situationen vor Ort gut kennen.
00:35:51: und ich glaube dass ganz wichtig ist es wir jetzt nicht hier von diesem schönen Tisch aus schnell urteilen über das Handeln derer die vor Ort sind weil ich glaub dass das auch noch einmal etwas von unseren missionärischen handeln ausmachen sollte, dass wir zunächst einmal eben mit den Leuten dann sprechen und sagen was ist jetzt für euch in dieser Situation wichtig?
00:36:17: Und wie können wir behilflich sein oder sollen wir es lieber nicht.
00:36:24: mischt euch dort jetzt in der Form nicht ein, weil das kann für uns Repressionen bedeuten oder sonstige Dinge.
00:36:31: Also ich glaube dass dieser ganz wichtiges pastorales Handeln ist, dass uns dann eben auch noch einmal zeigt wie wir mit den Menschen umgehen und wie die Menschen dann auch zu uns und zu denen, die dort Verantwortung haben vertrauen entwickeln können?
00:36:44: Und es zeigt ja auch nochmal die Haltung, die Sie haben, dass sie nämlich mit den Können wir euch irgendwie helfen?
00:36:54: Ja,
00:36:55: wenn wir die Zeit anschauen.
00:36:59: Ich will noch zwei Beispiele nennen, die so vielleicht auch ein bisschen aus dem deutschen Blick sind wie diese Missionsarbeit dazu führen kann dass aber insgesamt Sowohl erst mal Aufmerksamkeit erzeugt wird für eine Notlage und dann auch geholfen wird.
00:37:12: Das ist eines, was viele Leute aus der Zeit vielleicht noch kennen – die Biafra-Krise Ende der Sechzigerjahre diese große Hungersnot im heutigen Nigeria.
00:37:21: Dieses
00:37:22: Wort biafrabbauch hat sich ja glaube ich bis in den Sprachgebrauch gehalten also dieser aufgeblähte Hungerbauch bei Kindern ganz
00:37:31: genau, weil da Gebiet unabhängig werden wollte und damit eine Blockade auch gearbeitet wurde um die Menschen unter Druck zu setzen und hungern zu lassen.
00:37:39: Und das wäre nicht bekannt geworden hätten damals nicht ...
00:37:43: Nigeria ich habe jetzt gerade nochmal nachgeschaut wo ist ein Bier frei?
00:37:46: Ein Teil von Nigeria Genau
00:37:48: Das ist heute immer noch Nigeria und es einer der ölreichsten Regionen.
00:37:52: Es war damals auch schon bekannt dass es dort Erdöl gibt.
00:37:55: deswegen wurde eben um dieses gebiet gestritten um die Reichtümer vor allem.
00:37:59: Und diese Notlage, diese Hungersnöte, die wären nicht in der Form bekannt geworden hätten damals nicht katholische Missionare bei den Menschen ausgeharrt und diese Dinge bekannt gemacht.
00:38:09: Das habe ich nachgelesen.
00:38:10: Es waren zum Beispiel Priester aus Irland, die da gekämpft haben dafür dass das eben gezeigt wird wie schlecht es den Menschen geht und wie das Leben bedroht ist Karitas International Luftbrücken organisiert hat, Nahrungsmittel reingebracht hat und dann eben auch auf der politischen Ebene gehandelt wurde.
00:38:30: Das zweite Beispiel ist so ähnlich... Die Boat-People in den Siebzigerjahren, also als Vietnamflüchtlinge die übers Meer geflohen sind.
00:38:37: Da war es ein Mensch wie Rupert Neudeck und seine Frau Christel Neudek, die hier in Deutschland die Cup Anamur gechartert haben, einen Schiff und die Menschen gerettet haben nach Deutschland gebracht haben.
00:38:47: Und beide Ruperte Neudecke und Christl Neudec, die sind ja auch stark christlich katholisch geprägt gewesen, Menschenbild heraus, gesagt da muss man was tun.
00:38:57: Man muss diesen Menschen helfen und bis heute leben ja Nachkommen dieser Boatpeople aus Vietnam in Deutschland und sind bestens integriert.
00:39:06: Die meisten Frauen die damals Krankenschwestern geworden sind, sind nämlich jetzt Frischrentnerinnen um das mal kurz einzuhornen.
00:39:15: Ja stimmt
00:39:16: einige der Frischrenterinnen von denen Sie jetzt gerade sprechen begegnen, ich immer wieder in der vietnamesischen Mission hier bei uns im München.
00:39:24: Wenn ich dort die Gottesdienste halte oder so, die dann eben auch das erlebt haben und Ich kann mich auch noch ganz gut daran erinnern.
00:39:32: Ich komme von einem kleinen Dorf und da gab
00:39:34: es... Sagen sie ruhig, welches ist wahr?
00:39:36: Reit im Winkel!
00:39:38: Und am Dachsenberg gab es eine Gastwirtschaft, die aufgelöst worden ist und dort sind eben Bird People untergebracht worden zu damaligen Zeit und wir als Kinder oder Jugendliche sind dort immer auch vorbeigefahren, weil das unser Schulweg war ins Gymnasium.
00:39:54: Und dann haben wir uns immer gewundert warum da abends oder nachts immer Lichtbrande.
00:39:59: Dann haben wir mal bei einem Austausch wo wir dann dorthin gekommen sind.
00:40:03: Ich glaube das waren mit dem Pfarrer sind wir dann dort hingekommen Das organisiert gehabt.
00:40:08: Und dann haben die gesagt, weil sie in der Nacht so viel Angst haben aufgrund dessen was Sie erlebt haben wie sie dort eben hier angekommen sind brauchen sie für ihre Sicherheit immer dass das nachts das Licht leuchtet.
00:40:21: Es war für mich so das habe ich bis zum heutigen Tag jetzt noch eben auch immer in Erinnerung und verbinde das mit den Boat People nach.
00:40:29: Genau da ist das Weltgeschehen in Ihren kleines Dorf eingedrückt Eingedrungen sozusagen Eine andere Phase.
00:40:36: Wie sage ich es jetzt?
00:40:37: In den neunziger Jahren hat eine Krankheit die Welt in Aufruhe versetzt, nämlich AIDS.
00:40:44: Das hat man zuerst vor allem mit den Homosexuellen in Verbindung gebracht und dann hat man gemerkt dass es in Afrika viel viel stärker um sich greift als in Westeuropa Nordamerika.
00:40:58: das ist glaube ich noch mal eine Phase die ganz besonders war.
00:41:01: in der Entwicklungszusammenarbeit oder
00:41:03: Bei uns hat man die Krankheit AIDS vor allen Dingen mit Homosexualität in Verbindung gebracht.
00:41:10: In den Ländern
00:41:12: Erfregers war es eigentlich
00:41:14: zunächst einmal eine Krankheit, die dann eben auch weiter an die Kinder übertragen worden ist und wo man sehr schnell gemerkt hat dass viele von den Eltern der Kinder sterben.
00:41:27: Das ist, glaube ich dann etwas, wo wir aber auch aus der Brille der Europäer drauf geschaut haben und das zunächst einmal in der Form so nicht verstanden haben.
00:41:38: Dass es darum ging – das ist eine Krankheit die durch sexuelle Kontakte auch übertragen wird und die große Not auslöst bei den Menschen und da müssen wir handeln in irgendeiner
00:41:49: Form.".
00:41:50: Die Infektionsraten leiden teilweise über zwanzig- dreißig Prozent in der Gesamtbevölkerung eines Landes?
00:41:57: Ja und es ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir es beschreiben.
00:42:00: Dass man dann sagt dort in einem Land wie zum Beispiel Südafrika da weiß ich das ein bisschen dass die einfach gemerkt haben Ordensschwestern, Priester bei uns in der Gemeinde sterben die Menschen, die werden krank und sterben und wir wissen erstmal nicht warum?
00:42:15: Und machen dann darauf aufmerksam.
00:42:17: also das was wir sagen dort sind die Kirchenkräfte Und können dann eben beschreiben, was ist denn die Notlage dort?
00:42:27: Unabhängig davon ob jetzt hier einer denkt das es eine Krankheit und die Gruppe betrifft oder nicht.
00:42:33: Es ist dort ganz konkret auch wie sie sagen da sterben die Eltern und die Kinder bleiben als weisen Kinder zurück.
00:42:38: Was machen wir mit denen?
00:42:39: Das ist einfach eine ganz konkrete Herausforderung.
00:42:43: Tolle Projekte von den Malastorfer Schwestern weiß ich.
00:42:47: Die Schwester Ellen Lindner fällt mir ein, mit der wir öfter zu tun hatten die sich um die Kinder dann gekümmert haben also die haben dann Erinnerungsarbeit gemacht hat jedes Kind so eine Schachtel gehabt und gestaltet Erinnerungsstücke an die Eltern.
00:43:02: Also vielleicht Fotos, vielleicht ein Brief oder was auch immer um das eben aufzubewahren, um aufzuwachsen mit dem Gefühl ich habe Eltern gehabt auch wenn sie nicht mehr da sind.
00:43:13: und dann geht es natürlich da ganz konkret auch um die Frage was hat man machen können damit die Kinder überleben können, damit die Bildung bekommen, damit den Beruf erlernen, damit ihn nicht verhungern?
00:43:24: Und da ist ganz wichtige Arbeit geschehen
00:43:28: Das gerade immer gesagt hat man, wer hat das gemacht?
00:43:32: Das waren vor allen Dingen dann eben auch die Missionärinnen und Missionäre.
00:43:35: Und da ist jetzt wieder in ganz besonderer Weise unser Leid mit Tief von Mission München dann eben wieder in den Sinn gekommen Gott sei Dank vor Ort!
00:43:44: Also aus dieser Perspektive heraus dann zu erleben, was passiert dort aufmerksam zu machen.
00:43:49: Wie können wir auch handeln und wie kann bei uns hier die Unterstützung organisiert werden?
00:43:55: Dass vor Ort etwas geschehen kann in dem Sinn, wie Sie es jetzt gesagt haben sich um die Kinder zu kümmern.
00:44:00: Dort zu schauen, wie kann eine solche Krankheit bekämpft werden?
00:44:04: Was brauchen wir dazu?
00:44:05: Wir können die Dinge gemacht werden Und das ist für mich bis zum heutigen Tag immer wieder das Faszinierende an der katholischen Kirche, dass man das dann eben in dieser Form erlebt.
00:44:15: Es gibt manche Dinge wo man sagt also da ist die katholische Kirche vielleicht nicht so attraktiv aber das ist etwas was ich erlebe für mich und da bin ich auch immer voll und ganz begeistert davon, dass das geschieht.
00:44:29: auch
00:44:30: Können Sie was dazu sagen wie die HV-Lage in Afrika in den Ländern in denen sie aktiv sind?
00:44:37: Die Krankheit gibt es nach wie vor, aber inzwischen ist es ja weltweit auch in afrikanischen Ländern so dass es Medikamente gibt.
00:44:44: Dass man nicht mehr sterben muss an der Krankheit das ist eine deutliche Verbesserung.
00:44:50: also was medizinische Forschung erreicht.
00:44:53: Man kann die Krankheit immer noch nicht heilen, aber man kann sie verlangsamen oder stoppen in dem Verlauf.
00:45:00: Aber da müssen die Menschen natürlich regelmäßig auch die Medikamente einnehmen und das ist eben deswegen immer noch eine Herausforderung in vielen Ländern.
00:45:10: Gerade auch heutzutage mit dem Thema Entwicklungshilfe wird gekürzt.
00:45:14: Medikamenten stehen nicht mehr in dem Umfang zur Verfügung Aber diese große Katastrophe, die das so Ende der Achtziger Anfang der Neunzigerjahre in vielen Ländern war dies Gott sei Dank überwunden.
00:45:26: Ich denke dass es auch damit zusammenhängt.
00:45:28: Erstens einmal, dass es erforscht ist, als Krankheit Gott sei dank... akzeptiert wird.
00:45:36: Es ist jetzt nicht etwas, wo eine Person mit Bösen gestraft wurde für ihr Verhalten – das ist ja durchaus auch in der Manier wie die Leute dann teilweise auch mit den AIDS-Kranken umgegangen sind dort der Fall gewesen dass sie dann eben Sagst du, dass mal so ausgestoßen worden sind?
00:45:55: Dass man gesagt hat, man darf ihnen nicht die Hand geben.
00:45:58: Das war die eine Seite bis zur anderen Seite das dann eben auch ein Präsident gesagt hat.
00:46:04: also jetzt gibt es bei uns nicht.
00:46:06: Es wurde geleugnet.
00:46:07: Man muss sich nach dem nach dem Sex einfach nur duschen.
00:46:10: Dann ist alles wieder in Ordnung.
00:46:12: Da müssen
00:46:12: Sie glaube ich noch dazu sagen welcher Präsident das war weil es zu lange her.
00:46:16: Ja, das ist gar nicht so lange hier.
00:46:19: der Vorgängerpräsident in Tanzanier ja jetzt an Corona, aber das darf man auch nicht laut sagen.
00:46:28: Wahrscheinlich verstorben ist der hat auch Corona damals geleugnet gehabt und er hat aber auch HIV geleugnete.
00:46:36: also die Bereitschaft dann auch einmal zu sagen Ja, das ist eine Krankheit und da kann ich und muss sich etwas dagegen tun.
00:46:43: Das ist ja auch durchaus etwas was nicht nur vom Intellekt her geschieht sondern was auch in der Bevölkerung dann eben auch wichtig ist dass man das dann in irgendeiner Form den Menschen nahe bringen kann.
00:46:57: und da sind eben die Leute vor Ort oft sind es Schwestern die dann den Respekt der Leute haben und die dann eben auf die Leute mitnehmen können solche Formen zu entwickeln wie man und dagegen vorgehen kann.
00:47:09: Also so ein Plakat, dass der Staat dann an die Wand hängt... Das ist AIDS und tut bitte dies und das nicht, benutzt Kondome.
00:47:16: Das ist die eine Geschichte.
00:47:17: aber die Schäste, die dann wirklich mit dem Krankenbett spricht, ihm die Hand reicht und ihn versorgt und pflegt und ihn menschlich behandelt, das spricht sich im Dorf auch rum?
00:47:29: So ist es!
00:47:30: Die nächste Phase über die sprechen wir Gott sei Dank inzwischen in der katholischen Kirche, die Zwei-Tausendzehner Jahre da sind die Missbrauchskandale aufgedeckt worden, hier.
00:47:41: Aber es gab auch im Rahmen der Missionsarbeit eine Kampagne die im Nachhinein etwas komisch klingt also die hieß Eine Masse für Bischof Bello.
00:47:52: das war in nineteenhundert sechsohnneunzig der war in Ost Timor und zwei tausendzweiundzwanzig gab's wohl missbrauchsvorwürfe gegen ihn oder was war da los?
00:48:03: Also an mir ist das ein bisschen spurlos vorbeigegangen muss ich gestehen.
00:48:07: Wer mag darüber was erzählen?
00:48:10: Also, da gab es ja in den neunziger Jahren eine große Befreiungs- und Unabhängigkeitsbewegung in Osttimo von der Insel die von Indonesien lange besetzt wurde.
00:48:20: Und da ist die katholische Kirche sehr aktiv gewesen in der Unabhängigkeitesbewegungen weil die Insel Osttino eben auch mehrheitlich christlich geprägt ist Und das war ja auch erfolgreich.
00:48:31: Das Land wurde unabhängig und ist friedlich aber eben in die Unabhängigkeit gekommen, sodass die Protagonisten da auch den Friedensnobelpreis erhalten haben.
00:48:42: Nur ist eben inzwischen mehr oder weniger aufgekommen dass derjenige Bischof Bielow eben in der Zeit oder auch später, dass es immer mal wieder Anschuldigungen gab bezüglich Missbrauchs und es ist nicht so richtig aufgeklärt.
00:48:59: Deswegen ist es auch schwierig, genau zu bewerten jetzt für uns so aus der Ferne.
00:49:03: Aber das ist natürlich ein Thema was man nicht vergessen darf also dass man halt sagt klar in unserer Arbeit zeigen wir die gute Arbeit die Missionarier missionärinnen tun.
00:49:14: Trotzdem kann es sein, dass Machtstrukturen auch Missbrauch begünstigen.
00:49:18: Da müssen wir aufpassen, dass wir die nicht fördern und gleichzeitig können sie eben sein, das Einzelpersonen sich auch verbrecherisch verhalten haben in der Vergangenheit und da müssen wir wenn das aufkommt immer wieder ganz genau hinschauen
00:49:32: Und ich denke, dass wir nicht nur in dieser Form hinschauen sondern dass wir eben auch versuchen in Zusammenarbeit mit Pater Zollner.
00:49:40: Den müssen wir kurz einordnen?
00:49:42: Der ist der Kinderschutzbeauftragte und Leiter des Instituts für Prävention.
00:49:50: In Rom mittlerweile ist der kinderschutz eben auch ausgeweitet auf alle vulnerablen oder abhängigen Personen das man auch den Ländern, Afrikas und Asiens und Oceaniens Menschen vor Ort schult.
00:50:07: Dass man gerade einen solchen Blick kriegt wo Leute in Abhängigkeit geraten.
00:50:12: Wo kann deren Situation machtmäßig oder sexuell ausgebeutet werden?
00:50:18: Und dass man dann eben auch entsprechend handelt danach.
00:50:21: Das glaube ich ist ganz wichtig.
00:50:22: das ist sicher etwas was in anderen kulturellen Zusammenhängen noch einmal schwieriger ist als vielleicht bei uns hier.
00:50:31: Das glaube ich, ist ganz wichtig weil gerade über sexuelles Verhalten in Afrika nicht groß gesprochen wird.
00:50:41: auch in Indien oder auf den Philippinen nicht unbedingt.
00:50:45: dort ist es eher so dass man dort vielleicht nur die Prostitution von Kindern und Jugendlichen im Blick hat aber nicht was geschieht sonst noch, sage ich jetzt einmal so.
00:50:57: Das sind so Dinge die glaube ich einfach ganz klar auf den Tisch kommen müssen und wo wir auch schauen müssen welche Möglichkeiten haben wir um sowas zu verhindern?
00:51:11: gute Arbeit, die dort geschieht nicht durch solche Dinge dann auch in der Form beeinträchtigen zu lassen.
00:51:19: Dass dann die Leute hier bei uns vielleicht manchmal sich leicht tun und sagen naja deswegen bin ich nicht mehr bereit irgendjemandem da zu unterstützen.
00:51:28: Das
00:51:28: passiert manchmal.
00:51:29: Zum Beispiel wenn jemand als Priester, wenn jemand ans Bischof oder wie immer seine Funktion ausnützt um andere Machtbrissbrauch sexuell auszunützen, wo ich dann sage also der hat seinen Auftrag natürlich nicht nur völlig verfehlt sondern er ist auch kriminell und untragbar.
00:51:49: Und Menschen hier sagen weil es Menschen gibt die so sind unterstütze ich die Mission überhaupt nicht mehr?
00:51:57: Nicht mehr.
00:51:57: genau das kann passieren.
00:51:59: Ja und da sollte man das Kind nicht mit dem Bad ausschütten.
00:52:02: So ist es.
00:52:05: Sie haben eben noch mal eine ganz interessante Phase angesprochen.
00:52:10: Es war ein Seminarist aus Tansania, den Sie eben zitiert haben der sagte jetzt kann man ja auch mal schauen was von uns aus Afrika wieder nach Europa oder in andere Länder des sogenannten globalisierten Norden so wie nennt man es bringen kann.
00:52:26: weil inzwischen wäre Mission irgendwie andersrum wichtig?
00:52:31: Vielleicht auch noch eine kleine Begegnung in Rom.
00:52:35: Es war ein französischer Bischof aus unserer Partner-Diozöse hier von München und Freising, der Bischoff Ponsar aus der Dietsöse Efri, wo der heilige Kabinahann herkommt.
00:52:46: Unser erster Wischof und der war in Rom zum Atlimina-Besuch und hat dann den Kardinal Takle, den Leiter des Dikasteriums für die Fangelisierung, wo wir auch dazugehören als päpstliches Missionswerk, den hat er gefragt, wofür er denn eigentlich zuständig sei?
00:53:07: Und dann hat er gesagt ja ich bin eigentlich dafür zuständig dass Evangelisierung die Möglichkeit ein Zeugnis zu geben vom Glauben in eine Welt hineingebracht wird, wo Menschen keinen Zugang dazu haben.
00:53:22: und dann hat der Bischof Ponsat zu ihm gesagt.
00:53:25: Dann sind sie ja für mich auch zuständig.
00:53:29: Frankreich Ich bin im Februar in Uganda gewesen, wo wir in verschiedensten Priesterseminaren unterwegs gewesen sind.
00:53:37: Wo die jungen Leute, die dort ausgebildet werden sich durchaus fragen können wir jetzt auch etwas von dem was wir empfangen haben zurückgeben oder dort einbringen wo vielleicht es auch wichtig sein kann dass Glaube eine Rolle spielen kann für die Gestaltung des Lebens?
00:53:56: und da denken sie an Europa.
00:53:58: ja
00:54:00: Hinzu kommt auch, dass es heutzutage so eine Süd-Süd-Mission gibt.
00:54:05: Also Kirchenleute aus Indien die in Afrika arbeiten begegnen einem ganz oft.
00:54:12: also diese Tendenz.
00:54:13: okay jetzt kommen Priester aus Indiens nach Bayern und sind da auch in unseren Dörfern tätig.
00:54:19: das erleben viele Menschen bei uns immer mehr.
00:54:22: aber das ist nur so eine Entwicklung.
00:54:25: gleichzeitig ist global auch eine größere Vernetzung
00:54:29: Und damit sind wir eigentlich schon mittendrin im Thema für die zweite Oktoberfolge, nämlich wie funktioniert denn Mission heute?
00:54:36: Ich glaube mit dem Gedanken hören wir heute mal auf und fangen zwei Wochen wieder damit an.
00:54:42: Ich sage vielen Dank euch beiden!
00:54:44: Sehr gerne!
00:54:45: War sehr spannend.
00:54:46: dieser Rittwich-Geschichte und um die Welt.
00:54:48: Ja ich habe noch am Ende meinen Lieblingslogan aus der Zeitreise, der ist noch übrig.
00:55:01: Diesen Gedanken nehmen wir jetzt auch mit in die nächsten zwei Wochen und denken etwas länger darüber nach.
00:55:07: Aber für heute verabschieden wir uns nämlich ...
00:55:10: Wolfgang Rubber!
00:55:11: Und Christian Selbherrn?
00:55:12: Und Brigitte Strauß, tschüss!
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